Jeannette Walls wurde 1960 in Phoenix/Arizona geboren. Sie studierte am renommierten Bernard College in New York, das allein Frauen vorbehalten ist. Danach wurde sie bekannt als Journalistin und Fernsehmoderatorin. Nachdem sie mit Buchpublikationen großen Erfolg hatte, hat sie sich seit 2007 nur noch aufs Schreiben verlegt. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann auf einer großen, abgelegenen Farm in Virginia.
2006 erschien, bereits in über 30 Sprachen übersetzt, ihr Bestseller Glass Castle unter dem Titel Schloss aus Glas auch in Deutschland. Das Buch stand 100 Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times und wurde mit dem Christopher Award, dem Alex Award der American Library Association und dem Books for Better Living Award ausgezeichnet. In nur zwei Jahren hatte sich das Buch über 1,5 Millionen Mal verkauft. Darin erzählt sie die abenteuerliche Geschichte ihrer Kindheit und Jugend, geprägt von Hunger, Elend und ständigem Wohnungswechsel, aber auch von unglaublichen Erfahrungen in der Wildnis und einer Kindheit auf dem Road Trip quer durch die USA. Stets auf der Flucht vor Gläubigern oder auf Arbeitsuche, wechselten ihr Eltern fast 30x den Wohnsitz. Das Buch steht in einer Reihe von literarischen Kindheitserinnerungen wie etwa Alfred Anderschs „Der Vater eines Mörders“ oder Gavino Deleddas Padre, Padrone: „Mein Vater, mein Herr“. Buchtipp: Alfred Andersch Buchtipp: Gavino Ledda
In einem Artikel für „Publisher’s Weekly“ schrieb Walls, sie sei überrascht, dass viele ihre Memoiren für weitgehend erfunden und übertrieben hielten, den so etwas könne doch wohl nicht war sein. Sie widersprach diesen Behauptungen einiger Rezensenten und Lesern und legte Wert auf die Feststellung, ihr Werk beruhe ausschließlich auf ihren Erinnerungen. Die Wahrheit, so Walls, sei „das wichtigste Ziel eines Memoirenschreibers“.

Die Eltern
Der hochbegabte, aber trunksüchtige Vater Rex Walls ist ein ehemaliger Luftwaffenpilot und technisch hervorragend ausgebildet. Er ist ein sehr gutaussehender Mann und äußerst charmant, doch von sprunghaftem Wesen und hält es an keiner Arbeitsstelle lange aus. Er ist oft streitsüchtig, weiß alles besser oder wartet mit abenteuerlichen Erfindungen auf, die nicht jeden überzeugen. Er prägt die Vorstellung vom „Glass Castle“, das er für die Familie, besonders für seine Tochter Jeanette, die er zärtlich mountain goat „Bergziege“ nennt, zu errichten verspricht. Immer wieder arbeitet er an Plänen für den Hausbau, aus dem am Ende nichts wird. Es bleibt bei ihm wie so oft bei großen Worten. Rose Mary, seine Frau und Mutter der vier Kinder, ist eine bizarre Persönlichkeit, hält sich selbst hingegen für eine verkannte, aber bedeutende Künstlerin. Ihre Bilder sind allerdings wenig überzeugend. Als Tochter Jeannette später über das Fernsehen sehr bekannt wird, kann sie endlich Bilder zu guten Preisen verkaufen. Wenn Rose Mary künstlerisch tätig ist, muss alles, vor allem die Kinder, hinten anstehen. Warum, so fragt sie die Kinder oft, solle sie den Nachmittag damit zubringen, ein Essen zuzubereiten, das in einer Stunde verschlungen sei, wenn sie in derselben Zeit ein Bild für die Ewigkeit malen könne (“Why spend the afternoon making a meal that will be gone in an hour,“ she’d ask us, „when in the same amount of time, I can do a painting that will last forever?”).

Eine bipolare Mutter
Als Dreijährige erleidet Jeannette schwere Verbrennungen, weil ihr Kleidchen in die Gasflamme gerät und plötzlich in Flammen steht. Auf die Frage der Krankenschwestern in der Klinik, warum ein 3-jähriges Kind kocht, antwortet sie: „Mama sagt, ich sei reif für mein Alter und sie lässt mich oft für mich selbst kochen.“ Tatsächlich war Rose Mary so sehr mit ihrem neuesten Gemälde beschäftigt war, dass sie sich nicht die Mühe machte, für ihre Kinder zu kochen. Langweilig ist das Leben in dieser Familie also nicht, vorausgesetzt, man ist erwachsen. Kinder, die sich ihre Eltern nicht aussuchen können, müssen sich notgedrungen mit ihrem Schicksal arrangieren, auch wenn sie die Zusammenhänge nicht verstehen. In Phoenix lebt die Familie einige Zeit in einer festen Bleibe, doch die Mutter möchte nicht, dass sie wie die anderen Kinder in die örtliche Schule gehen, weil diese von Nonnen geführt wird. Nonnen, so sagt sie, seien Spaßbremsen. („Mom, however, said nuns were killjoys who took the fun out of religion“). Sie nervt und beschwätzt den Direktor in einem anderen Distrikt so lange, bis sie dort zur Schule gehen dürfen.

Die Trunksucht des Vaters
Was der Familie immer größere Probleme bereitet, ist der Whiskykonsum des Vaters. Fast jeden Dollar, den er durch gelegentliche Jobs verdient, setzt er in den Bars direkt in Alkohol um. Die Familie lebt zunächst in den Minenstädten der Westküste. Die Kinder gehen in die Schule, finden allerdings kaum Freunde, weil sie schon wieder die Sachen packen müssen und weiterziehen. Da sie selbst zu den Underdogs gehören, finden sie sich meist in Gesellschaft anderer Außenseiter wieder. Bei einer Familie, in der die Mutter das Budget durch gelegentliche Prostitution aufbessert, lernt sie Lebensweisheiten wie: “Etwas hat das Hurenleben schon für sich: man hat jeden Tag ein Huhn auf dem Teller.” (“One thing about whoring: It puts a chicken on the table.”)

Exzesse in allen Formen
Vor allem die Mutter findet das Nomadenleben und das tägliche Improvisieren als eine Form des Sich-Freimachens von der trägen Spießigkeit des American Dreams besonders schick. Langeweile kennen die Kinder in der Tat nie. Täglich ereignen sich unverhoffte, auch lustige Szenen, aber die Eltern sorgen mit ihren Streitereien, die oft genug eskalieren, für eine Atmosphäre ständiger Hochspannung. Die Gewaltexzesse der Eltern, die sie auch ohne Skrupel vor den Kindern ausleben, führten dazu, dass das Buch an vielen amerikanischen Schulen nicht zur Lektüre empfohlen wird. Sie hat den Eindruck, in einer Welt zu leben, die sich jederzeit in einen Feuerball verwandeln kann. „Das war eine Art von Erkenntnis, die einen irgendwie auf den Beinen hielt.” Alarmstimmung herrscht immer, sobald der angetrunkene Rex die Wohnung betritt. Schließlich setzen sie den Vater mit vereinten Kräften auf kalten Entzug. Es dauert einige Tage, bis er sich wieder beruhigt und das Trinken lässt – zumindest eine Zeitlang.

Die Freiheit in der Wildnis
Auf der Flucht verschlägt es die Familie in die Halbwüste des Südwestens. Hier kommen alle endlich einmal zum Atemholen. Der Vater, naturwissenschaftlich beschlagen, erklärt den Kindern fern aller Zivilisation den grandiosen Sternenhimmel, den man ohne die Lichter der Städte so klar sieht wie nirgends sonst. Diese leuchtenden Sterne seien, wie er gerne betont, eines der ganz besonderen Geschenke für Leute wie sie, die draußen in der Wildnis lebten. Reiche Stadtmenschen lebten zwar in schicken Wohnungen, aber die Luft in der Stadt sei dermaßen verschmutzt, dass sie die Sterne nicht mal mehr sehen könnten. Wer mit ihnen tauschen wolle, müsse schon ziemlich verrückt sein (“Those shining stars, he liked to point out, were one of the special treats for people like us who lived out in the wilderness. Rich city folks, he’d say, lived in fancy apartments, but their air was so polluted they couldn’t even see the stars. We’d have to be out of our minds to want to trade places with any of them”).

Verzicht auf materiellen Wohlstand
In all ihrem Chaos vertreten die Eltern ein idealistisches Weltbild, das dem amerikanischen Materialismus diametral entgegensteht. Rex “schenkt” seinen Kindern Sterne, da sie viel wertvoller seien als der Tand, mit dem die Zimmer der “normalen” Kinder vollgestopft seien. Deshalb lachen über die Kinder, die an die Geschichten vom Weihnachtsmann glauben, aber in Wahrheit nur ein paar billige Plastikspielsachen erhielten: „In ein paar Jahren, wenn all der Schrott, den sie bekamen, kaputt und längst vergessen ist“, sagte Papa, „habt ihr immer noch eure Sterne. ” („We laughed about all the kids who believed in the Santa myth and got nothing for Christmas but a bunch of cheap plastic toys. „Years from now, when all the junk they got is broken and long forgotten,“ Dad said, „you’ll still have your stars”).

Lesen als Selbsttherapie
In all dem Durcheinander entwickelt sich bei Jeannette und ihrer Schwester Lori ein schier unstillbarer Lesehunger. Mit der Nase im Buch vergessen sie das unstete Wanderleben, den leeren Magen und die ständigen Streitereien der Eltern. Die Mutter ist eine ebenso leidenschaftliche Leserin und versorgt die Kinder immerzu mit Büchern. Sie sollte eigentlich etwas Produktiveres tun, sagt sie selbst, aber Lesen sei ihre Sucht sei nun einmal ihre Sucht (“…she was sorry, she knew she should be doing something more productive, but like Dad, she had her addictions, and one of them was reading“). Da sie oft keinen Strom haben, endet der Tag mit Eintreten der Dämmerung. “Der große Vorteil des Sommers war aber, dass wir jeden Tag mehr Licht hatten, in dem wir lesen konnten.” Während Lori Bücher liest, die in Traumwelten spielen (“Der Herr der Ringe”), zieht Jeannette Romane vor, die sich mit dem Kampf ums Überleben beschäftigen, etwa “Lord of the Flies” oder “The Grapes of Wrath”, einen Klassiker aus der Feder John Steinbecks, der das Wanderleben einer Familie aus dem “Dust Bowl” (Oklahoma) in den 1930er Jahren beschreibt. Diese Lektüre hilft ihr bei der Bewältigung ihrer eigenen Lebenssituation. Geradezu elektrisiert ist sie von “A Tree grows in Brooklyn” von Betty Smith. In der Romanfigur sieht sie ihr Alter Ego, mit dem einen Unterschied, dass Francie 50 Jahre früher gelebt hat und ihre Mutter das Haus stets sauber hielt: “I thought Francie Nolan and I were practically identical, except that she had lived fifty years earlier in Brooklyn and her mother always kept the house clean.”

Zurück in West Virginia
In einem blinden Entschluss packen die Eltern alles in ihren alten Van und machen sich mit dem klapprigen Wagen auf den langen Weg nach Osten, nach Welch in West Virginia, die Heimat des Vaters. Im Rust Belt, dem heruntergekommen Industriegürtel der USA, lebt nun nicht nur die Nomadenfamilie, sondern auch die meisten Alteingesessenen in Armut. Die Kinder fühlen sich unwohl bei den Großeltern und wünschen sich wieder zurück in die Wüste, die Wärme und die Sonne, zumal sie von ihrer Großmutter körperlich und seelisch misshandelt und von den Einwohnern der Stadt geächtet werden. Rex ist unglücklich darüber, an einen Ort zurückgekehrt zu sein, vor dem er ursprünglich geflohen war, und versinkt immer tiefer in den Alkoholismus, während Rose Mary sich immer weiter in ihre eigene Welt zurückzieht.
Die Familie lässt sich schließlich in einem baufälligen Haus am Ortsrand nieder. Es herrscht weiterhin Not, vor allem an Lebensmitteln, weil Rex das meiste Geld in den Bars lässt. Jeannette sammelt erste Erfahrungen als Mitarbeiterin in einem Lokalblättchen und gemeinsam mit Lori schmiedet sie Pläne, nach New York aufs College zu gehen. Ein Kind nach dem anderen verlässt die Eltern und findet seinen Platz im Big Apple. Die beiden älteren Schwestern bleiben im künstlerischen Bereich. Bruder Brian wird, wen wundert’s, Polizist. Auch die Eltern ziehen nach und leben als Obdachlose in der Metropole.

Nur Visionen halten das Leben in Gang
Die Ironie der Geschichte ist, dass Rose Mary ein Grundstück besitzt, das auf den Ölfeldern im Süden liegt und ein Millionenvermögen wert ist, wie sich später heraus-stellt. Doch als “excitement addict”, süchtig nach Aufregung, zieht sie das freie Leben im Rausch ihrer Hippie-Existenz vor. Der Roman ist nicht nur eine Beschreibung einer chaotischen Lebensform geprägt von überstürzten Umzügen, prekären Verhältnissen und häuslicher Gewalt. Bei all ihren exzentrischen Ausbrüchen bringen die Eltern ihren Kindern aber auch die Bedeutung von Träumen und Phantasien nahe. Nicht dem Geld hinterherrennen, Zeit und Spaß haben, niemals aufgeben, immer an den Erfolg glauben- auch wenn man selbst keinen hat. Der Preis dafür sind leere Mägen und eine Kindheit in Armut. Eine schlechtere Startposition ins Leben kann man kaum zugewiesen bekommen, doch die Kinder haben Bücher und ein Ziel, und wenn es noch so fern ist. Das ist der Unterschied zwischen dem amerikanischen Zuversicht und der deutschen Weinerlichkeit. “Du bist in einem Pferderennen, aber du denkst wie ein Schaf. Schafe gewinnen keine Pferderennen” (“You’re in a horse race but you’re thinking like a sheep. Sheep don’t win horse races”). So lautet einer der Merksprüche, die Rex seiner Tochter mit auf den Weg gibt. Sie und ihre Geschwister haben das Rennen gemacht.

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Italo Svevo, Zenos Gewissen. La coscienza di Zeno.

Buchtipp; Friedrich Nietzsche, Gesammelte Schriften

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Buchtipp: Isolde Kurz, Erzählungen und Erinnerungen

Buchtipp: Wilhelm Genazino, Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze

Buchtipp: Ignazio Silone, Das Geheimnis des Luca. Il segreto di Luca

Buchtipp: Epiktet, Das Handbüchlein der Moral

Buchtipp: Arno Geiger, Der alte König in seinem Exil

Buchtipp: Sappho, Strophen und Verse

Buchtipp: Graham Swift, Wasserland. Waterland

Buchtipp: Murasaki, Die Geschichte vom Prinzen Genji. Genji Monogatari

Buchtipp: Julian Fellowes, Snobs.

Buchtipp: Andrea Camilleri, Der Dieb der süßen Dinge. Il ladro di merendine

Buchtipp: Cees Noteboom, Der Ritter ist gestorben.De ridder is gestorven

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit.The Invention of Solitude

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

Buchtipp: Eduardo Mendoza, Pomponius Flatus

Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

Buchtipp: Helga Schubert, Vom Aufstehen

Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci


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Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Summer without Men

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. Wise Children


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Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Buchtipp: Elena Ferrante, Die geniale Freundin. L’amica geniale

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. La Première gorgée de bière

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand. On Chesil Beach

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía


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Buchtipp; Friedrich Nietzsche, Gesammelte Schriften

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room


Über den Autor ANAKREON

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