Meine Tante mit ihrer Puppe, 1920er Jahre

L’amica geniale von Elena Ferrante ist die Geschichte der ungewöhnlich tiefen und zugleich widersprüchlichen Mädchenfreundschaft zwischen Raffaella Cerullo (Lila, so nennt nur Lenù sie, für die anderen ist sie Lina) und Elena Greco ( Lenuccia oder Lenù), die gemeinsam in einem von Armut und Gewalt geprägten Viertel Neapels aufwachsen, das im Buch „Il Rione“, also einfach nur „Das Viertel“ genannt wird. Die Geschichte spielt in Neapel, wird aber auf Hochitalienisch erzählt, daher kommen dialektale Ausdrücke nur gelegentlich vor, etwa der unvermeidliche stronzo (Scheißkerl), der durchgängig strunz genannt wird. Ansonsten erinnert die Autorin immer daran, dass die Sprache der Dialekt Neapels ist, und wenn die Personen auf Italienisch sprechen, wird dies eigens hervorgehoben.
Eine Autorin, die sich bedeckt hält
Wer ist eigentlich die Autorin Elena Ferrante, 1943 in Neapel geboren? Eines der großen Rätsel der italienischen Literatur harrt noch immer seiner Lösung. Niemand (außer dem Verleger, kann man mutmaßen) hat diese Frau je zu Gesicht bekommen, obwohl verschiedene „echte“ Fotos kursieren. Oder ist es gar ein Mann, der unter diesem Pseudonym schreibt? Man kann zumindest mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Autor oder die Autorin das Neapel der Nachkriegszeit erlebt hat und bestens kennt. Auch die Verwendung dialektaler Ausdrücke deutet auf jemanden hin, der in einem der neapolitanischen Rioni aufgewachsen ist. Die Autorin und eine der beiden Hauptfiguren tragen den Vornamen Elena. Nicht nur das, auch die Karriere der Elena, die aus dem Elend ihres Rione aufsteigt und eine bekannte Schriftstellerin wird, deutet auf autobiographische Züge. Mir scheint ein männlicher Autor daher wenig glaubhaft, auch wenn der Stil zuweilen an Domenico Starnone erinnert. Die insgesamt vier Romane des Gesamtwerkes sind zu überzeugend aus der weiblichen Perspektive geschildert. Hinzu kommen einige frühere Romane, die stets Frauenleben schildern und teilweise als Vorgeschichte zum vierbändigen Werk über die geniale Freundin angesehen werden können.
Eine Kindheit bestimmt von Armut und Gewalt
L’amica geniale ist der erste Band einer Tetralogie, in deren Mittelpunkt die beiden Mädchen, Frauen und Mütter stehen. In diesem ersten Buch werden deren Kindheit und Jugend erzählt. Wir befinden uns im Neapel der unmittelbaren Nachkriegszeit, die in Italien von ähnlicher Not gekennzeichnet war wie in Deutschland. Alte Seilschaften der Faschisten sind noch aktiv und besetzen Schlüsselstellungen im öffentlichen Leben, ganz so wie viele Altnazis hierzulande meist unbehelligt und mit Unschuldsmiene wieder an den Schaltstellen der Macht saßen.
Lila und die Ich-Erzählerin Lenù leben in demselben heruntergekommenen Viertel von Neapel. Lila ist die Tochter eines Schuhmachers. Ihre Familie lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen, wie fast alle im Rione, sofern sie denn überhaupt Arbeit haben. Lenùs Familie führt ein kaum besseres Leben. Ihr Vater zwar ein kleiner städtischer Angestellter, aber Geld ist an allen Ecken und Enden knapp. Kaum ist ein wirkliches Privatleben möglich, in der Enge der Wohnverhältnisse weiß jeder über den anderen Bescheid, Essensgerüche strömen durch die Gassen genau wie die Schimpftiraden der Mütter und Frauen, die ihren Kindern und Männern gelten. Gewalt der Männer untereinander, in den Familien gegen die Frauen und Kinder gehören zum alltäglichen Leben, ebenso wie Not und Entbehrungen in den übergroßen Familien.
Genial und boshaft zugleich
Wer ist nun geniale Freundin? Man kann diese Figur kaum jemand anderen als Lila zuordnen, obwohl auch Lenù auf ihre Art genial ist und mit ungeheurem Fleiß nach oben strebt. Gleichwohl ist Lila diejenige, die sich immer am meisten traut, die scheinbar vor nichts Angst hat und die mit aller Kraft versucht, ihrer eigenen grauen Existenz in einem tristen neapolitanischen Viertel zu entkommen. Lila ist hochbegabtes Mädchen und gleichzeitig eine halbdämonische Figur, die eine unglaubliche Macht und Faszination auf ihre Mitmenschen ausübt. Sie hat dabei einen durch und durch boshaften Charakter, der sich oft völlig unerwartet Bahn bricht. Nicht von ungefähr stellt Elena Ferrante daher ein Zitat aus Goethes Faust ihrem eigenen Prolog voran: „Il Beffardo è quello che me dà meno fastidio.“ („Von allen Geistern die verneinen, Ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.“ (Faust I, 338 f.)). Der Schalk, der Geist, der stets verneint, treibt uns voran und lässt uns nicht in Bequemlichkeit erschlaffen. So ein Schelm scheint Lila zu sein, wenn sich ihre Augen im Zorn zu schmalen Schlitzen zusammenziehen.
Der erste Teil des Buches
Die Freundschaft der Mädchen beginnt in ihrer frühesten Kindheit und auch während der Grundschulzeit sind die beiden unzertrennlich. Der erste Teil des Romans, der ihrer Kindheit gewidmet ist, trägt hingegen den Titel: Storia di don Achille (Geschichte des Don Achille). Dieser Mann ist die Angstfigur für alle Kinder mit seiner unheimlichen Erscheinung. Die Erwachsenen raunen von seiner Vergangenheit und es sprießen die Mutmaßungen, woher sein Geld stammt. Viele haben Schulden bei ihm und später im Buch wird er Opfer eines brutalen Mordes. „Als Lila und ich beschlossen, die dunkle Treppe zur Wohnungstür von Don Achille hinaufzugehen, begann unsere Freundschaft.“ („…fino alla porta dell’appartemento de don Achille, cominciò la nostra amicizia.“) Hier, vor finsteren Grüften und Kellerlöchern, spielen die Mädchen mit ihren Puppen. Da plötzlich nimmt Lila Lenùs Puppe Tina und wirft sie wortlos in die Dunkelheit („..la spinse oltre la rete e la lasciò cadere nell’oscurità.“). Alle Kinder waren hin und wieder boshaft, so die Erzählerin, nur Lila war es immer („Lei invece era cattiva sempre“).
Die tägliche Gewalt zeigt sich am Aussehen der Kinder, blutige Schrammen sind bei allen zu sehen. Es kommt zu wilden Raufereien und Steinwürfen, bei denen auch Lila sich nicht lange bitten lässt. Deshalb blickt die Erzählerin auch nicht mit Wehmut auf ihre Kindheit zurück („è pieno de violenza“). Lila ist das hässliche Entlein: hager, schmutzig und immer mit ein paar Wunden; aber gefürchtet, vor allem wegen ihrer scharfen Zunge, die andere gnadenlos zu demütigen versteht. Mit Gleichaltrigen spricht sie im Dialekt, aber in der Schule überrascht sie selbst die Lehrerin mit ihrem sprachlichen Ausdrucksvermögen, das aus dem Nichts zu kommen scheint. Sie scheint alle zu verachten, außer Enzo, der schon als Kind hart arbeiten muss und viel später eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen wird. Lenù ist bereits in Kindertagen hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Neid auf ihre brillante Freundin.
Kleine Fluchten scheitern kläglich
Kurz vor dem Grundschulabschluss lässt sich Lenù von Lila zu einem Abenteuer überreden, zu dem sie alleine nie den Mut gehabt hätte: Sie beschließen, die Schule zu schwänzen, ihren Rione zu verlassen und zum Meer zu wandern, das sie nur vom Hörensagen kennen (wie sind in Neapel!). Unterwegs verlässt sie der Mut, sie drehen um und bekommen zu Hause ein wahres Donnerwetter, Lenù von ihrer Mutter eine Tracht Prügel mit dem Regenschirm.
Bald danach trennen sich ihre Lebenswege immer mehr, doch der Kontakt reißt nie ab. Lenù setzt ihre Ausbildung mit enormem Fleiß mit Unterstützung seitens ihrer Lehrerin fort und besuchte zunächst die Mittelschule und dann das Gymnasium- etwas Unerhörtes nicht nur für ein Kind aus diesem Rione, und noch gar für ein Mädchen. Lenùs Mutter ist strikt gegen die weitere Schullaufbahn ihrer Tochter, sie wird gebraucht, um dazuzuverdienen und soll heiraten. Als Lenù aber Geld nach Hause bringt, das sie mit Nachhilfestunden verdient, lässt sie sich umstimmen. Lila hingegen kann die Schule aus wirtschaftlichen Gründen nicht fortsetzen und beendet mit der „Elementare“ ihre Laufbahn, d.h. sie hat die fünf Pflichtschuljahre absolviert, wie fast alle aus dem Rione.
Der zweite Teil des Buches
Der zweite Teil des Romans trägt den Titel Geschichte der Schuhe („Storia delle scarpe“) und bezieht sich darauf, dass Lila gezwungen ist, in der Werkstatt ihres Vaters stumpfsinnige Arbeiten zu verrichten, ohne ihre außergewöhnliche Kreativität zu verlieren. So entwirft sie heimlich ein Paar sehr originelle Herrenschuhe, die ihr Bruder Rino anfertigt. Am Ende des Sommers beschließt Lilas Bruder, seinem Vater seine Schuhe zu zeigen, doch dieser reagiert mit heftiger Ablehnung. Daraufhin beschließt Lila, sich nur noch um den Haushalt und nicht mehr um die Schuhmacherei zu kümmern.
Die Verwandlung Lilas
Während die übrigen Mädchen kokettieren und stolz auf ihre Verehrer sind, bleibt Lila ein Mauerblümchen. Sie sieht aus wie ein dürrer Stecken, schmutzig und trägt immer irgendwo eine Verletzung („…era uno stecco, sporca e sempre con qualche ferita“). Bei Lila tut sich rein gar nichts, als all die anderen Mädchen längst ihre Tage haben. Elena Ferrante benutzt dafür einen alten Ausdruck aus der Nachkriegszeit, den man im heutigen Italienisch kaum noch kennt: il marchese, der Graf. Um sich vom einfachen Volk abzuheben, waren die Markgrafen früher auffallend rot gekleidet. Eines Tages macht Lila zu Lenù gegenüber die lapidare Bemerkung, der Graf habe sie die Woche zuvor besucht („La settimana scorsa m’è venuto il machese“).
Von da an verwandelt sich Lila, das hässliche Entlein, in eine Schönheit, die allen anderen Mädchen die Schau stiehlt. Sie ist von einer Grazie in ihren Bewegungen, dass es bei ihrem Anblick, als sie mit ihrem Bruder Rino Walzer tanzt, allen die Sprache verschlägt. Obwohl Lenù blond und hübsch ist und die Jungen ständig auf ihre großen Brüste starren, auch andere traumhafte Figuren und schöne Beine haben, geht von Lila ein Zauber aus, eine Kraft, die alle jungen Männer in ihren Bann schlägt („…Lila aveva cominciato a emanare qualcosa che i maschi sentivano, un’energia che li stordiva“).
Lenùs Ferien auf Ischia
Durch Vermittlung ihrer Lehrerin Oliviero kann die Musterschülerin Lenù erstmals einen Sommerurlaub auf Ischia genießen- etwas, was sich ihre Eltern in ihrem ganzen Leben noch nicht leisten konnten. In dem kleinen Ferienhaus verrichtet sie im Gegenzug Arbeiten als Haushaltshilfe. Kurz darauf wird sie von der Familie Sarratore aus ihrem Viertel überrascht, die sich dort jedes Jahr einfindet. Donato Sarratore, der Vater, ist ein notorischer Schürzenjäger, der sich überdies auch für einen begnadeten Dichter hält. Donato küsst Lenù nicht nur, sondern fasst sie auch an intimen Körperstellen an, was bei ihr ein Gefühl der Scham und des Entsetzens, aber auch heimliche Erregung hervorruft. Daher verlässt sie Ischia früher als geplant.
Ein Verehrer für Lila
Lila weckt in der Zwischenzeit das Interesse der Brüder Solara, die in ihrem Fiat Millecento durch Neapel fahren und die Taschen voller Geld haben. Die Familie Solara, offensichtlich mit Verbindungen zur Camorra, beherrscht fast den gesamten Rione finanziell. Ihre Bar ist ein beliebter Treffpunkt, wo man trinkt, Geschäfte macht und Geld leiht. Im berüchtigten roten Buch der Signora Manuela Solara sind alle Schuldner und ihre Darlehen peinlich genau vermerkt. Die beiden Brüder Michele und Marcello Solara, einige Jahre älter als Lenù und Lila, führen sich entsprechend wie junge Gutsherren auf, die über dem Gesetz stehen und sich alles erlauben können. Marcello erliegt der Faszination, die von Lila ausgeht und ihrer überragenden Begabung. Er macht ihr den Hof, überhäuft sie und die Familie mit Geschenken und versucht, ihr ein Eheversprechen abzuringen, vor dem sie sich immer wieder zu drücken versteht. Für ihre Eltern wäre Marcello ein Schwiegersohn, wie man ihn sich nur erträumen könnte. Mit der reichsten Familie verbandelt, würde die Partie auch für sie den Aufstieg aus der Armut bedeuten.
Lila heiratet mit 16 Jahren
Doch am Ende lässt Lila Marcello fallen und entscheidet sich für Stefano Carracci, den Sohn Don Achilles. Seit dem gewaltsamen Tod seines Vaters führt er das Delikatessengeschäft mit Erfolg weiter. Getrieben von seiner Liebe zu Lila, kauft er nicht nur die von ihr entworfenen Schuhe, sondern finanziert auch eine Vergrößerung der kleinen Werkstatt von Lilas Vater. Lila, auch um Marcello loszuwerden, verlobt sich darauf mit Stefano. Aus Rache verbreiten die Solaras falsche Gerüchte über Lila.
Der Roman endet mit Lilas Hochzeit. Am großen Tag selbst kommen Lila Zweifel an ihrer Entscheidung. Sie ist erst 16 Jahre alt (zur damaligen Zeit allerdings nichts Ungewöhnliches als Heiratsalter für eine junge Frau in Kampanien). Lenù sieht sie erstmals nackt, als sie sie sich umzieht und bewundert wehmütig ihren wunderschönen, ebenmäßigen Körper, Stunden bevor Stefano sie berühren, sie penetrieren, verformen und womöglich schwängern würde („poche ore prima che Stefano la tocasse, la penetrasse, la deformasse, forse, ingravidandola“). Obwohl die beiden nun getrennte Wege gehen, wird ihre Bindung noch stärker, die Ereignisse ihres Lebens sind weiterhin in einem fast unentwirrbaren emotionalen Netz zusammengehalten.
Dieses „Frauenbuch“ ist für Männer gleichermaßen erhellend und mit größtem Gewinn zu lesen. Die sozialen Verwerfungen und Traumata der Nachkriegszeit, häusliche Gewalt und auf der Straße, Umbrüche in der Familienstruktur, Aufstieg aus bildungsferner Schicht ins universitäre Leben (wie in den Folgebänden geschildert) kamen auch mir seltsam bekannt vor.

Weitere Buchtipps:

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Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

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Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. La Première gorgée de bière

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand. On Chesil Beach

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía

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