Das Dörflein ruht im Mondenschimmer,
Die Bauern schnarchen fest, wie immer.
Es ruhn die Ochsen und die Stuten,
Und nur der Wächter muß noch tuten,
Weil ihn sein Amt dazu verpflichtet,
Der Dichter aber schwärmt und dichtet.
Wilhelm Busch, Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter

Wurden Sie zu Weihnachten auch mit neuer Lektüre beglückt? Zu diesem festlichen Anlass werden bekanntlich die weitaus meisten Bücher im Jahr gekauft und verschenkt. Erste Wahl sind neben Neuerscheinungen immer noch Jubiläen wie James Joyces Ulysses oder Marcel Prousts À la recherche du temps perdu („Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“). Joyces Wälzer wurde vor einem Jahrhundert unter diesem Titel veröffentlicht, während Prousts Suche sich gleich durch sieben Bände zieht. 1922 war sein Todesjahr, gleichfalls ein Grund für ein ehrendes Andenken im letzten November. Wer als Partygast zur gehobenen Unterhaltung in einer geistschwangeren Runde intellektueller Runzelstirnen beitragen möchte, muss sich selbstverständlich auch zu literarischen Fragen kompetent, besser noch: politisch korrekt äußern können. Man möchte ja wieder eingeladen werden. Daher muss man Klassiker der Moderne wie Joyce oder Proust genauso aus dem Ärmel ziehen können wie das Buch des Tages, das gerade von einer Talkshow zur nächsten weitergereicht und beklatscht wird. Die Gesprächsnarkotiker, die uns dabei mit schmallippigem Ernst erzählen, wie großartig die Bücher sind, die sie gar nicht gelesen haben, haben denselben Unterhaltungswert wie früher das Rauschen nach Sendeschluss. Die empfohlene Lektüre nicht minder. Zumindest weiß man, was gerade angesagt ist. Wie sagte doch Karl Eibl, Professor für neuere Literatur: “Wir können über Bücher reden, die Sie und ich gelesen haben. Wir können auch über Bücher reden, die Sie und ich nicht gelesen haben. Aber nicht über Bücher, die Sie gelesen haben und ich nicht…“ Aber muss man wirklich etwas lesen, nur weil es zum Bildungskanon gehört?

Warum sind Bücher oft so anstrengend…
Wie im richtigen Leben gilt auch in der Literatur das Peter-Prinzip: auch ein erfolgreicher Literat kann irgendwann eine Stufe auf der Erfolgsleiter erklimmen, auf der er – oder sein Publikum- überfordert ist. Bislang flossen aus besagter Feder nur Meisterwerke. Was jetzt kryptisch verschlüsselt vorliegt, muss das ultimative Meisterwerk sein, der ganz große Wurf. Macht ja nichts, wenn es keiner versteht. Es ist wie der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern: wer diesem Werk und seinem Schöpfer nicht lobhudelt, muss ein unsensibler, gefühlloser Grobian sein. Keiner traut sich zu sagen, warum das Buch unverständlich ist. Stattdessen macht sich ein Heer von universitären und journalistischen Wortzerhackern über das Werk her, um es zu sezieren und abzuleuchten. Im Anschluss verkünden strahlende Claqueure, welche Tiefe sich hinter dem geheimnisvollen Raunen des Meisters verbirgt. Meister und nicht Meisterinnen, wohlgemerkt: zumindest mir sind kaum langweilige Bücher weiblicher Autoren untergekommen.

…oder einfach nur peinlich?
Ein Buch muss nicht unbedingt unverständlich und einschläfernd sein, um uns zu langweilen. Auch Peinlichkeiten wie Günter Grass‘ „erotische Gedichte“, die er in seinem Lyrikband Letzte Tänze (2003), also im Alter von 76 Jahren veröffentlichte, sind einfach nur zum Gähnen. Und das bei einem grandiosen Schriftsteller, Grafiker und Bildhauer, der zu Recht vier Jahre zuvor den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte- doch eigentlich für sein Frühwerk, das alles Spätere überschattete. Gleichwohl fehlte es nicht an Herolden mit der Fanfare, die auch in diesen Grass‘schen Versen den nötigen Tiefgang auszuloten verstanden. Weiland Literaturpapst Fritz J. Raddatz zumindest spürte in diesen „Beobachtungsgedichten“ eines Lebemanns im dritten Frühling „etwas Erdiges“. Die „makabre Diesseitigkeit“ der Verse erinnerte ihn an die Tanzbilder von Pina Bausch. Man fragt sich, was peinlicher ist: die Gedichte selbst oder ihr unpassender Vergleich mit der genialen Choreografin? Kostprobe gefällig? „Ein Wunder.- /Soeben noch schlaff und abgenutzt/ Nach soviel Jahren Gebrauch, / Steht Er/Was Wunder! / Er steht -, / Will von dir, mir und dir Wunder! / Er steht – / Will von dir, mir und dir bestaunt sein, / Verlästert und nützlich zugleich.“ Zum Fremdschämen.

Auch Ulysses ist schwere Kost
Doch Lyrik ist ohnehin ein weites Feld. Wer liest hierzulande schon Gedichte? Die sind abgehoben und hermetisch. Das geht aber auch in Prosa. Wer als gebildet daherkommen möchte, muss den Ulysses eben kennen, und wenn es nur dem Namen nach ist. Dieses Buch gilt gemeinhin als Meisterwerk des Iren James Joyce. Meisterlich sind in der Tat Romane wie Dubliners oder A Portrait of the Artist as a Young Man („Ein Porträt des Künstlers als junger Mann“). Ulysses hingegen enthält ein großes Frustrationspotential, vielleicht mehr als jedes andere Werk der modernen Literatur. Er verwickelt uns in ein sprachliches Gewebe, das psychologisch äußerst komplex gestrickt und überreich an literarischen und historischen Anspielungen und kulturellen Schlaglichtern ist, die kurz aufblitzen und schon wieder verlöschen. Doch ohne die begleitenden Erläuterungen wie Don Giffords Handbuch Ulysses Annotated, ist ein Verständnis dieses fortlaufenden Wort- und Gedankengewölles schlechterdings unmöglich. Sicherlich gibt es Leute, die über den Wissensfundus verfügen, die der Roman voraussetzt. Das erwartete Lesevergnügen, auch anspruchsvoller Art, stellt man sich aber anders vor. Doch es gibt zumindest einen Trost: Mit Finnegan’s Wake setzte der Autor noch eins drauf, was Unverständlichkeit und Langatmigkeit betrifft.

Virginia Woolfs vernichtende Kritik
Auch die englische Schriftstellerin Virginia Woolf mit exakt denselben Lebensdaten wie Joyce (1882-1941) konnte dem Ulysses nicht viel abgewinnen. Der Literaturprofessor James A. Heffernan berichtet von Virginia Woolfs Urteil über das Werk, das sie in ihrem Tagebuch in einer verheerenden Kritik als das Erzeugnis eines autodidaktischen Schaffers, egozentrisch, aufdringlich, ungeschlacht, bizarr und nicht zuletzt als ekelerregend bezeichnete. Diese kritische Meinung schrieb Woolf nieder, nachdem sie immerhin 200 Seiten des Romans gelesen hatte-ich selbst habe schon zweimal bereits nach Seite 100 das Handtuch geworfen. Wenn sie behauptete, Ulysses „beendet“ zu haben, bedeutet das Heffernan zufolge, dass sie mit dem Buch innerlich abgeschlossen hatte und es beiseitelegte, genau wie die verwirrten, überforderten oder enttäuschten Goodreads-Mitglieder unserer Tage. Niemals habe sie ein Buch so sehr gelangweilt, schrieb sie- und noch viele andere wenig schmeichelhafte Bemerkungen über ihren an sich brillanten Zeitgenossen.

Zettels Traum
Man fragt sich: für wen ist ein Werk geschrieben, für das der Durchschnittsleser entweder mit einem Literaturkritiker befreundet sein muss oder für das man ein Buch gleicher Stärke als Lektürehilfe benötigt? Mitreißend geht anders. Wohlgemerkt erreichen solche Bücher ihr Publikum erst dann, wenn der Autor einen entsprechenden Bekanntheitsgrad und Marktwert erreicht hat. Als Erstlingswerke hätten sie kaum eine Chance. Vergleichbar mit dem späten Joyce ist auch das skurrilste Buch von Arno Schmidt: Zettels Traum. Der Kotzbrocken der deutschen Literatur hat sich jahrelang über seinen Zettelkasten gebeugt an seinem Schreibtisch abgearbeitet, um das Monumentalwerk mit Hilfe von Schnaps und Uhu zusammenzuleimen. Geistreich ist der Titel ohne Zweifel: Zettel ist der deutsche Bühnenname von Nick Bottom, dem Weber in Shakespeares Sommernachtstraum. Wer sich den Roman als Faksimile anschaffen möchte, braucht Platz, ein Stehpult oder kräftige Oberschenkel. Ein Campingtisch bräche unter der Last der Worte ächzend zusammen, schließlich handelt es sich um 1334 Din-A3 (!)-Seiten, die fast 9 Kilo auf die Waage bringen. Nicht gerade als Bettlektüre geeignet. Eine dicke Brieftasche wäre auch noch von Vorteil, schließlich kostet das Werk auch antiquarisch mehrere hundert Euro.

Ein Buch als Lebensaufgabe
Der Text ist in drei Kolumnen gesetzt und beschreibt, ähnlich wie Ulysses, einen einzigen Tag im Leben des Ex-Schriftstellers und Edgar-Allan-Poe-Kenners Daniel „Dän“ Pagenstecher aus Ödingen in der Lüneburger Heide. Nichts geschieht an äußerer Handlung, dafür verstecken sich unzählige Anspielungen in Form geistvoller Wortspiele und literarischer Aperçus und der gesammelte deutsch-englische Bildungsballast dahinter. Eine Lebensaufgabe ist es geradezu, diese Puzzleteile zu einem Bild zusammenzusetzen. Womöglich werden, je nach Leser, ganz verschiedene Wortgemälde daraus. Das wäre ja immerhin ein neuer Aspekt der Funktion von Literatur. Der Zeitaufwand ist jedenfalls enorm. Unentwegte, die das Buch dennoch lesen, können sich auf die Schulter klopfen: Blindfahrt mit Jules Vernes Nautilus ohne Karten und Tiefenmesser- und wieder aufgetaucht! Es liegt nahe, dass Schmidt sich auch in diesem Werk selbst portraitiert hat wie in vielen seiner Romane. So übersetzte er Edgar Allan Poe ins Deutsche. Wie sein Held lebte auch er völlig zurückgezogen im öden Bargfeld, wo man heute das sehenswerte Arno-Schmidt-Haus besuchen kann. 180 Einwohner. Schmidt, der literarischen Maulwurf, war hier eingesponnen in seine Welt der Bücher, und ohne nennenswerte Kontakte nach außen lebte er im Haus mit seiner Frau, aber in getrennten Räumen. Abgesehen von diesem Kolossalwerk hat Schmidt eine ganze Reihe hervorragender Romane verfasst, wie etwa Brand’s Haide, Das steinerne Herz oder Aus dem Leben eines Fauns
https://begeistert60plus.de/arno-schmidt-aus-dem-leben-eines-fauns/

Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Auch dieser Roman, bzw. die sieben Bände, die sich zu einem Gesamtwerk zusammenfügen, gilt als schwierig zu lesen. Allerdings zeigt sich hier ein großer Unterschied zu Joyce und Schmidt: es handelt sich nicht um hermetische Literatur, um Bücher, die sich dem Leser verschließen oder ihm die Lektüre bewusst erschweren. Im französischen Original zeigt der Autor eine sprachliche Virtuosität, die ihresgleichen sucht, mit verschachtelten Sätzen und Gedankenströmen, die die Atmosphäre in den mondänen Seebädern in der Normandie einfangen, die fast dekadente Lebenswelt einer verwöhnten Oberschicht. Die Kindheitserinnerungen des Autors verfangen sich oft im Gestrüpp von Weißdornhecken und in Reminiszenzen ans das Nicht-Einschlafen-Können eines übernervösen Kindes, das erst nach dem Gute-Nachtkuss der Mutter ins Land der Träume weggleiten kann. Beispielhaft für sein Abtauchen in die Welt der Kindheitserinnerungen ist die Madeleine, jenes Sandteiggebäck, das Tante Leonie in ihren Lindenblütentee zu tunken pflegte. Der Geschmack des aufgeweichten Biskuits beziehungsweise an den mit Kuchengeschmack gemischten Schluck Tee, der seinen Gaumen berührt, ruft beim Erzähler sein Leben lang das Déjà-vu-Erlebnis an jenen köstlichen Moment wach und er fragt sich, woher diese über-wältigende Freude rührt- Er spürt, dass sie mit dem Geschmack von Tee und Kuchen zu-sammenhängt, dass sie aber weit darüber hinausgeht, dass sie nicht von gleicher Natur sein kann. („D`où avait pu me venir cette puissante joie? Je sentais qu’ell était liée au goût du thé et du gåteau, mais qu’elle le dépassait infiniment, ne devait pas être de même nature“). Man kann manches gegen Proust einwenden: mangelndes Gespür für die soziale Frage, zu lange Sätze und überfeinerte Gedanken, die einem kommen, wenn man in einem luxuriösen Umfeld aufwächst. Andererseits verfügt er über eine ganz außergewöhnliche Einfühlungsgabe. Proust mag anstrengend zu lesen sein, aber diese Lektüre ist ein Vergnügen. Kein Vergleich mit Joyce und Schmidt, die ihr Vergnügen darin suchen, den Leser in ständig neue Labyrinthe zu locken.

Müssen lange Bücher langweilig sein?
Eigentlich ist dies eine rhetorische Frage. Wer die großartigen Romane von Thomas Mann kennt, weiß, dass man auch über tausend Seiten mitreißend schreiben kann, wie etwa im Monumentalwerk Joseph und seine Brüder. Es ist ganz genauso umfangreich wie Zettels Traum, doch über die Maßen vergnüglich zu lesen. Wer dafür nicht die nötige Muße mit-bringt bzw. wem die die Geduld fehlt, mit einem Dechiffriergerät die Sätze von Arno Schmidt oder James Joyce aufzudröseln und deren tieferen Sinn freizulegen, ist gut beraten, Bücher zu wählen, die sich an die Maxime eines Wilkie Collins (1824-1889) halten. In der Vorrede zu seinem stilistisch und inhaltlich überragenden Roman The Moonstone („Der Mondstein“) stellt er lakonisch fest: ein guter Roman müsse eine gute Geschichte haben. Viele halten nicht Edgar Allan Poe für den Geburtshelfer des Kriminalromans, son-dern eben diesen Wilkie Collins, der im deutschsprachigen Raum leider kaum bekannt ist. T.S. Eliot nannte The Moonstone den ersten, längsten und beeindruckendsten aller mo-dernen englischen Kriminalromane, eines Genres, das nicht Poe, sondern Collins erfunden habe. Auch Dorothy L. Sayers, selbst eine der ganz Großen der englischen Detektivgeschichte, lobte das Buch als den wohl allerbesten Kriminalroman überhaupt. Auch Gilbert K. Chesterton, der geistige Vater der Erzählungen von Pater Brown, bezeichnete das Buch die wahrscheinlich beste Kriminalgeschichte der Welt. Das Buch wird immer noch neu aufgelegt und ist auch in der deutschen Version erhältlich.
Der_Monddiamant


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Über den Autor ANAKREON

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