Am Rande des Parks von Hampstead Heath, London

P.D. (Phyllis Dorothy) James ,1920-2014, gehört zu den Granden in der Riege der englischsprachigen Kriminalautoren. Der Grund, weswegen sie ihren Vornamen in Kürzeln schreibt liegt daran, dass sie anfangs nicht als weiblicher Autor erkannt werden wollte, zu einer Zeit, da Frauen mit Vorurteilen zu kämpfen hatten, versuchten sie auch außerhalb der eigenen vier Wände erfolgreich zu sein. Andererseits ist gerade im angelsächsischen Bereich der Kriminalroman geradezu eine weibliche Domäne, denkt man an Autorinnen wie Agatha Christie, Dorothy Sayers oder Ruth Rendell. Phyllis stammt aus dem kleinen Bildungsbürgertum, ihr Vater war sehr streng und ein echter Pfennigfuchser, ihre Mutter warmherzig und offen. Sie erlebte die Bombennächte über London, während ihr Mann als Arzt im Royal Army Medical Corps Dienst in Indien tat, damals noch britische Kolonie. Als er psychisch gestört zurück kommt, obliegt es Phyllis, sich um die Familie, zu der mittlerweile zwei Töchter gehören, zu kümmern.
Eine emanzipierte Konservative
Als Mitarbeiterin im Innenministerium war Phyllis James vor allem mit dem Jugendstrafrecht befasst und setzte sich entschlossen für Verbesserungen im Justizsystem ein. Daher sind ihre Romane sehr genau recherchiert und überzeugen durch ihre Genauigkeit in der Darstellung der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Warum fasziniert uns die Kriminalgeschichte über die Maßen? (vgl. Artikel über Fontanes „Unterm Birnbaum“). Phyllis‘ Antwort ist, dass es eine Möglichkeit sei, sich mit dem Schrecken des gewaltsamen Todes auseinanderzusetzen, ihm eine Form und Geschichte zu geben und am Ende dafür zu sorgen, dass auch das vertrackteste Rätsel aufgelöst werden kann („One way in which we can cope with violent death, fictionalize it […]show that even the most intractable mystery is capable of solution“). Frauen, so ihre Überzeugung, seien von Natur aus die besseren Beobachter und hätten ein Auge fürs Detail. P.D. James ist eine selbstbewusste und erfolgreiche Frau, jedoch keine Feministin. In ihrem Wesen konservativ, wehrt sie sich stets gegen die Überspanntheiten ihrer meist nur mäßig begabten Geschlechtsgenossinnen, die ihr eigenes Versagen und Misserfolge dem „Patriarchat“ anlasteten und somit dem Ziel der Gleichberechtigung einen Bärendienst erwiesen. Daher gießt sie auch ihren Spott über diejenigen, die sich berufen fühlen, die Bibel in „gerechte Sprache“ umzubrechen, denn Religion und Dichtkunst blieben dabei auf der Strecke („There was, thank God, no Good News Bible, a version which is very bad news for anyone who cares either for religion or literature“).
Der Roman
The Murder Room (2003, die deutsche Ausgabe erschien 2004 unter dem Titel „Im Saal der Mörder“) ist in gewisser Weise eine Fortsetzung von Death in Holy Orders („Tod an heiliger Stätte“), die zwei Jahre zuvor erschien. Adam Dagliesh ist wie so oft der leitende Kommissar („Commander“), ein Mann, der auch mit seinem literarischen Werk an die Öffentlichkeit getreten ist. Namensgeber für diesen außergewöhnlichen Beamten ihrer Majestät ist Phyllis‘ Englischlehrerin Maisie Dagliesh in Cambridge. Viele halten Tod an heiliger Stätte für das originellere Buch. Gleichwohl hat Im Saal der Mörder einen ganz eigentümlichen, „englischen“ Reiz. Der Ort des Geschehens ist das fiktive Dupayne-Museum in der Nähe von Hampstead Heath, dem riesigen, wildromantischen Park im Norden Londons. Wer die Stadt an der Themse kennt, weiß, dass wir hier in einer Gegend der Metropole sind, in die sich nur wenige Touristen verirren. Ein paar versprengte Aktivisten besuchen vielleicht noch den Friedhof von Highgate, wo Karl Marx begraben liegt. Hier oben erkennt man noch die Grenzen der alten Ortschaften, in die sich London langsam hineingeschoben hat. Im benachbarten Stadtteil Muswell Hill bekommt man bei Toff’s die besten Fish & Chips weit und breit. In dieses Ambiente passt das Dupayne-Museum mit seiner außergewöhnlichen Sammlung von Exponaten aus der Zeit zwischen den Weltkriegen. Makabrer Höhepunkt ist das Mordzimmer, The Murder Room, wo Erinnerungsstücke an spektakuläre Mordfälle aus jener Zeit ausgestellt sind. Die privat geführte Galerie gehört drei Geschwistern, die in einem Familienstreit darüber liegen, ob der Mietvertrag für das Museum verlängert werden soll oder nicht. Neville Dupayne, ein erfolgreicher Psychotherapeut, wehrt sich vehement gegen die Weiterführung. Verweigert er seine Unterschrift, bedeutet dies nicht nur das Ende des Museums, sondern auch den Verlust von Arbeitsplätzen. Marcus und Caroline Dupayne hingegen sind dafür, die Arbeit ihres Vaters, des Museumsgründers, weiterzuführen.
Eine mysteriöse Tat
Doch da wird Neville Dupayne grausam ermordet. Mit Benzin übergossen, verbrennt er lebendigen Leibes in seinem Sportwagen, der in einem Schuppen auf dem Gelände steht. Selbstmord oder ein tragischer Unfall können schnell ausgeschlossen werden, so dass die Mordkommission die Ermittlungen aufnimmt. Was den Fall noch rätselhafter macht, ist, dass „Vulcan“ (so nennt die Kripo den unbekannten Täter) offenbar bewusst Verbindungen zu einem Mordfall aus der Zwischenkriegszeit hergestellt hat. Ablenkung, oder gar eine Nachahmungstat („copycat murder“)? Aber nach so langer Zeit? Passt die Erkenntnis, die ein alterfahrener Sergeant dem jungen Dagliesh einst mit auf den Berufsweg gab, auch hier? Jeder Mord habe nämlich sein Motiv in einem der vier L: „Love, lust, lucre, loathing“ (Liebe, Lust, Gier, Hass). Wer kommt für den Mord in Frage? Würden seine Geschwister Neville tatsächlich aus dem Weg räumen, damit das Museum weitergeführt wird? Doch beide haben stichfeste Alibis. Eine Schlüsselrolle kommt einer älteren Dame zu, die in einem kleinen Häuschen auf dem Gelände wohnt und die auf dem für uns ungewöhnlichen Namen Tallulah Clutton hört. Tally, wie die Abkürzung für diesen alten irischen Namen lautet, kümmert sich im Museum um Ordnung und Sauberkeit. In dieser Figur versteckt Phyllis James viel von ihrem eigenen Charakter. Tally geht sonntags gern in die Messe, die sie in ihrem Dreiklang aus Musik, Architektur und Liturgie eher als ästhetische denn als religiöse Veranstaltung genießt („Quietly enjoying the music, the architecture and the liturgy, taking from each an aesthetic rather than a religious experience“). Sie ist eine ausgeglichene Frau, zum Glück aber nicht von jener beharrlichen und verzweifelten Fröhlichkeit, mit der einige der Älteren versuchen, sich dem Kräfteverfall der Jahre entgegenzustemmen („not given to that resolute and desperate cheerfulness with which some of the ageing attempt to defy the attrition of the years”). Man darf hierbei nicht vergessen: die Autorin selbst ist 83 Jahre alt, als sie dieses Buch veröffentlicht!
Ein unbekannter Autofahrer
Für Tally kommt es zu einer unheimlichen Begegnung zur Tatzeit. Sie radelt gerade zurück auf das Gelände, als plötzlich ein Auto um die Ecke schießt und sie vom Fahrrad stößt. Glücklicherweise kommt sie mit ein paar blauen Flecken und verbogenen Speichen davon. Der Fahrer hält sofort an, entschuldigt sich und bietet ihr Hilfe an. Tally beschwichtigt ihn, alles sei in Ordnung, da sieht sie den Feuerschein und den Rauch aus dem Schuppen. Der Fahrer meint, jemand habe wohl ein Freudenfeuer (“a bonfire“) angezündet. Tally ruft sofort die Feuerwehr. Der tote Neville wird entdeckt. Leider kann sie sich nicht an das Nummernschild des unbekannten Wagens erinnern, der Fahrer jedoch kam ihr seltsam bekannt vor, doch mehr kann sie den Beamten nicht dazu sagen. Daglieshs Assistentin Kate Miskin ist wie in anderen Fällen auch in die Ermittlungen eingebunden. Sie stammt aus prekären Verhältnissen und hat sich nach oben gearbeitet. Jetzt gehört sie im britischen Kastensystem zur Mittelklasse, und doch nagt ihre Herkunft immer noch an ihr: das ärmliche, freudlose Leben bei ihrer stets missmutigen Großmutter als uneheliches Kind ohne Vater in einem der Londoner Wohntürme. Was Phyllis James‘ Romane auszeichnet, ist, dass sie uns solche Einblicke in das Seelenleben ihrer Figuren verschafft. Die Autorin lässt Individuen mit ihren Sorgen und Nöten vor uns aufscheinen, wenn Kate etwa darüber sinniert, dass sie nun über 30 ist, mithin in einem Alter, wo für eine Frau beim Gedanken an Kinder die biologische Uhr immer lauter tickt. Sitzt nicht auch sie in der Zwickmühle, in der sich alle beruflich erfolgreichen Frauen befinden? („Unhappy awareness of that much-discussed inexorable ticking away of the years, each one after thirty making it likely that she would ever be a mother? Wasn’t that the dilemma facing all successful professional women?) Doch viel Zeit bleibt Kate nicht, um diesen persönlichen Gedanken nachzuhängen. Die Ermittler versuchen nun, den Kreis der Verdächtigen einzugrenzen.
Die Mitarbeiter des Museums
Das ist der junge Ryan, der als Gärtner auf dem Gelände arbeitet und von dem Benzinkanister im Schuppen wusste. Mit ihm hat Tally oft zu besprechen, welche Arbeiten in der Anlage zu erledigen sind. Muriel Godby von der Rezeption hat für die Tatzeit zwar keinen Zeugen, gleichwohl ein gewisses Alibi, da sie in ihrer Wohnung war und nicht gleichzeitig im Museum gewesen sein konnte. Auch ihr kommt der Gedanke, es könne sich um einen Nachahmungstäter handeln, denn es zeigen sich erstaunliche Parallelen zu dem Mordfall Rouse aus den Dreißigern, der im Mördersaal dokumentiert ist. Damals sollten ebenfalls Mordspuren verwischt werden, indem das Opfer in seinem Auto verbrannt wurde. Ob sich Muriels Verdacht bestätigt, sollen weitere Nachforschungen zeigen. Stets hat die resolute Rezeptionistin ihre Mühe mit Tally, die technischen Neuerungen eher verhalten gegenübersteht. Muriel bemüht sie sich vergebens, sie von den Vorteilen eines Mobiltelefons zu überzeugen, doch Tally bleibt standhaft. Sie hasst die Handquasseln, weil die Leute sie im Museum angeschaltet lassen oder noch schlimmer unterwegs, wenn sie auf ihrem Lieblingsplatz im Doppeldeckerbus oben und ganz vorne von dem sinnlosen Geschwätz gestört wird, das die Nutzer in die Geräte blöken. („…shouting meaningless chatter into them while she was on the bus peacefully sitting in her favourite seat at the front of the upper deck”). Immerhin akzeptiert Tally Muriels Angebot, bei ihr im Häuschen zu übernachten, weil man ja nicht weiß, ob Vulcan noch in der Gegend ist und weitere Untaten plant.
Wer war Neville Dupayne?
Neville Dupayne war verheiratet, hatte daneben eine Geliebte in seinem Institut, Angela Faraday, eine aparte Erscheinung in den Dreißigern. Die Beziehung stand kurz vor dem Aus, doch für die Tat kommt sie nicht in Frage. Von Angela erfährt Dagliesh, dass Neville sich sehr um den Zustand der Psychiatrie im Lande sorgte, in einem Land, das zu den reichsten der Welt gehört. Dennoch ist es nicht imstande, sich um die Alten zu kümmern, die psychisch Kranken, die ihre Leben lang gearbeitet haben und Beiträge zahlten, die mit Entbehrungen und Armut zurechtkommen mussten. Und jetzt, wo sie alt und verwirrt sind und liebevolle Pflege, vielleicht ein Krankenhausbett, brauchen, bietet man ihnen so wenig („And now, when they’re old and disturbed and need loving care, perhaps a hospital bed, we offer them so little”).
Ein Gespräch mit einer der freiwilligen Helferinnen im Museum, der betagten Mrs Strickland, führt zu der überraschenden Erkenntnis, dass Neville der Stiefbruder der beiden anderen Dupaynes war. Sein Vater war Max Dupayne, der Museumsgründer, seine wirkliche Mutter hingegen eben Mrs Strickland, die das Kind kurz nach der Geburt der Familie Dupayne als Adoptivkind überließ. Solche Dinge ließen sich in früheren Zeiten einfacher regeln („He was placed with Max and Madeleine within days and later adopted. Those things were arranged much easily in those days”). Adam Dagliesh fasst in einer Besprechung die mageren Erkenntnisse zusammen. Man tritt auf der Stelle.
Ein überraschendes Ende
Da wird im Museum eine zweite Leiche aufgefunden, in einer Truhe, in der einst die ermordete Violette Kaye versteckt worden war. Bei der Leiche finden sich Blüten von Usambaraveilchen. Das englische Wort dafür lautet African violets. Ist Vulcan also doch ein Nachahmungstäter? Die junge Tote hieß Celia Mellock und hatte keinerlei Beziehung zum Museum oder Neville Dupayne. Wie sich herausstellt, fanden aber noch diskrete Begegnungen ganz anderer Art in der Kunsthalle statt. Man fragt sich, was noch passiert, um die Verwirrung komplett zu machen. Etwa ein Mordanschlag auf Tally? Nach einem Anruf bei Scotland Yard, wo sie eine wichtige Mitteilung bezüglich des mysteriösen Autofahrers machen möchte, wird sie in ihrem Häuschen schwer verletzt. Vulcan hat zunächst ihren Kater Tomcat misshandelt, Tally damit aus dem Haus gelockt und sich hineingeschlichen. Als sie zurückkehrt, schlägt er zu. Doch Tally wird rechtzeitig von Dagliesh gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Vulcan versucht zu fliehen und wird festgenommen. P.D. James gelingt es auch hier, die Spannung bis zuletzt auf dem Siedepunkt zu halten- wie in allen ihren Romanen, die stets ein Lesevergnügen der besonderen Art sind.
Sehr zu empfehlen ist auch P.D.James‘ Autobiographie Time to be in Earnest, die allerdings nur auf Englisch zu erhalten ist bzw. in der deutschen Ausgabe vergriffen.



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