All the world’s a stage,
And all the men and women merely players (William Shakespeare, As you like it)
Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Frauen und Männer bloße Spieler (William Shakespeare, Wie es euch gefällt)


Die frühen sechziger Jahre

Wer aus der Generation 60 Plus in den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern aufgewachsen ist, wird sich womöglich in diesem Roman wiederfinden und entdecken, wie sehr sich die Bilder in Deutschland und Großbritannien glichen. Verklemmtheit, Spießertum und einen Hang zur Uniformität sagt man den Deutschen als Erbe der Nazidiktatur gerne nach- bei der Siegermacht England war es aber kaum anders. 1980 veröffentlichte Julian Barnes, damals gerade 34-jährig, „Metroland“ nach langer Schaffenszeit. Eigene Lebenserfahrungen in den Londoner Vororten der fünfziger und sechziger Jahre flossen hier ein. 2011 bekam er den Man Booker Prize dafür.
Der Roman beginnt und endet also in Metroland, so benannt nach der Metroland-Eisenbahnlinie, die aus der Enge Londons zum Häuschen im Grünen führte, bei gleichzeitiger, schneller Verbindung in die Hauptstadt. Metroland steht aber auch für die genormte Langeweile der Vorstädte, wo ein Haus dem anderen gleicht, mit etwas Abstandsgrün drum herum drapiert, um den Anschein eines eigenen Gartens zu erwecken.

Zwei Schüler schwärmen für Kunst und Museen
Zwei 16-jährige Schuljungen, Christopher Lloyd und sein bester Freund Toni Barbarowski teilen Schul- und Freizeit. Chris stammt aus der typischen Mittelklassefamilie aus den Vorstädten. Vater Angestellter, Mutter Hausfrau. Er hat noch einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester. Toni ist jüdisch-polnischer Herkunft, seine Eltern konnten vor der Naziherrschaft in ihrer Heimat nach London fliehen, eine Erfahrung, die ihn in seinem Nihilismus prägte. Toni und Christopher sehen sich trotz ihrer Jugend den „Angry Young Men“ (sie verehren John Osborne) zugehörig, verachten die Lebensform ihrer Eltern und beten die französische Kultur und Lebensart an. Es ist das einzige Fach, was die beiden wirklich interessiert. Französische Dichter imponieren ihnen durch ihre Streitlust, ihr provokantes Verhalten und die teils obszöne Sprache.
Museen und Kunst, Philosophie und Literatur haben es ihnen daher angetan. Daher verbringen sie freie Stunden gerne in den Londoner Kunstgalerien. Kunst ist für die Herausbildung der Freundschaft und einen guten Charakter wichtiger als alles andere („It made people not just fitter for friendship and more civilised…but bettter, kinder wiser…“). Da sie die ausgestellten Werke ohnehin alle kennen, interessieren sie sich oft für das Publikum, besonders, wenn es weiblich ist. So sinnieren sie ganz am Anfang des Buches, wie das Privatleben einer Besucherin, die sie auf 45 schätzen, wohl aussieht. Wohnt sie in Dorking oder Bagshot, zwei Schlafstädte außerhalb Londons? Wahrscheinlich ist sie verheiratet, zwei Kinder, lässt ihren Alten nicht mehr ran. Nach außen glücklich, im Inneren tief unzufrieden. („Married, two children, doesen’t let him fug her anymore. Surface happiness, deep discontent.“)

Frauen sind das große Rätsel
Natürlich bilden sie sich ein, mehr als alle anderen zu wissen und schmunzeln über die genormte Vorstadtmentalität der Menschen. Aber die meiste Zeit sind sie einfach zwei junge, gelangweilte Schuljungen. Das große Faszinosum heißt Frauen und Sex. In der damaligen Prüderie der frühen 60er Jahre ist an Abbildungen unbekleideter Frauen kaum zu kommen, zumindest nicht für 16jährige Schüler. So bleiben Spekulationen darüber, „wie sie wohl aussehen“ („of more immediate and basic concern was what a woman’s body actually looked like.“) und wie es in den Betten zur Sache geht. Da sind noch Nudistenmagazine, die gewisse Einblicke erlauben, obwohl die Fotos meist retuschiert sind. Die Phantasie wird durch Werbefotos für Büstenhalter und Korsette ebenfalls stimuliert. In der Not greift man sogar zu wissenschaftlichen Publikationen wie dem National Geographic Magazine. Für die beiden sind Frauen grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilt: Nymphomaninnen und Frigide.

Betretenes Schweigen vor dem Bildschirm
Das Familienfrühstück findet schweigend statt, untermalt vom Geraschel der Zeitungsseiten, wenn der Vater die Börsennachrichten studiert. Er ist sonst wenig präsent, als Ernährer unterwegs, während sich die Mutter um Haushalt und Kinder kümmert. Typisch für sie ist ihr Wendemantel, rot wie eine Pillenschachtel auf der einen, schwarz-weiß kariert auf der anderen Seite. Dieses Kleidungsstück spiegelt gleichzeitig die Persönlichkeit seiner Trägerin („…it proved to me that my mother was a turncoat.“). Immerhin ist das unförmige Stück, alles andere als figurbetont, trefflich geeignet, um Zigaretten zu schmuggeln.
Mit Vorliebe bringen sie Erwachsene in Verlegenheit. Chris etwa seine Eltern mit der Frage, was ein Eunuch sei (er weiß die Antwort genau) und hört, es handle sich um einen „abessinischen Diener“. Mit Toni hat er den ultimativen Fernsehtest entwickelt: niemand kann sich dem Eindruck eines langen, leidenschaftlichen Filmkusses entziehen. Toni beobachtet seinen Bruder, wie er die Beine zusammenpresst oder seine Mutter, die hektisch anfängt, ihre Strickmaschen zu zählen. Ein rascher Blick in die Runde und er fängt eine lang vergessene, aufkeimende Sehnsucht des Vaters auf („heaving nostalgia“), die peinliche Verlegenheit der Mutter („embarrassed boredom“), technisches Interesse oder quälende Verwirrung beim großen Bruder bzw. der jüngeren Schwester.

Tödliche Langeweile an den Wochenenden
Die einzige Sache, die Christopher nicht mit Toni teilt, ist der Gedanke an den Tod, der ihn ängstigt. Er sucht Trost bei den französischen Dichtern der Bohème wie Théophile Gautier. In diese Todesphantasien spielen andere Schuldgefühle hinein, etwa wegen der Sünde der Masturbation, der sich alle Jungs in seinem Alter hingeben. Sein Bruder, den er einmal auf den Tod anspricht, schnarrt in seiner schnoddrigen Art zurück, dass sei ja wohl noch etwas verfrüht („Bit early, isn’t ist?“).
Auf solche Gedanken kann man an langweiligen Wochenenden schon kommen. Eingeläutet im wahrsten Sinne des Wortes wird jeder Sonntag von den penetranten Kirchenglocken und ratternden Vorstadtzügen, lauter als sonst, da kaum besetzt. Ein drittes Geräusch entsteht samstags wie nach Absprache in der Siedlung: Rasenmäher beschleunigen, bremsen, wenden. („..accelarating, braking, turning, accelarating, braking, turning.“). Es gilt hernach öde Arbeiten zu verrichten, wie die Autowäsche, den Grünschnitt auszuleeren und über den Golfplatz zu gehen und andere Leute zu treffen, die dasselbe tun. Da bleibt nur, auf den Montag zu warten. Getoppt wird diese Eintönigkeit noch, wenn es zu Besuchen zu Onkel Arthur geht. Ein alter Junggeselle, der seine Zipperlein maßlos übertreibt, um Mitleid zu erregen und wo Christopher stets unangenehme Arbeiten zu erledigen hat, während die anderen es sich im Haus gemütlich machen (sein Bruder hat eine schwache Lunge, seine Schwester ist ein Mädchen, die Eltern sind Eltern).

Als Student in Paris
Im zweiten Teil Paris 1968 schildert Barnes Christopher als Student, der mittlerweile einundzwanzig Jahre alt ist. Auch hier drängen sich autobiographische Züge geradezu auf. Julian Barnes verbrachte viel Zeit auf ausgedehnten Studienreisen durch Frankreich und studierte Französisch und Jura in Oxford. Auch Christopher geht nach Paris und verliebt sich in Annick, während Toni nach Marokko reist. Der Sturmflut der Studentenrevolte im Mai rauscht an ihm vorbei, weil er in seine erste Freundin Annick hoffnungslos verliebt ist. Chris muss sich an die Gepflogenheiten in Frankreich gewöhnen, an das Händeschütteln und an die Wangenküsschen, die bisous. Da bewertet er anfangs so manches falsch, wenn er etwa meint, Annick habe ihn richtig geküsst. („I’d kissed her! Hey, I’d kissed a French girl! She liked me!“).

Trennung aus Eifersucht
Während Toni von Frau zu Frau flattert und mit seinen Bettgeschichten prahlt, ist Chris sehr zurückhaltend. Vielleicht mag er einfach keinen Sex, flüstert Toni („‘Maybe you just don’t like sex?‘ Toni would whisper at me.“). Chris findet Gefallen am Verzicht, gerade weil er es sehr mag („‘I know I like it – that’s why I can refuse it.‘ I liked this argument.“).
In dieser Zeit lernt er in einer Pariser Kunstgalerie drei junge Briten kennen Dave, Mickey und Marion. Christopher erzählt Annick von seiner Begegnung mit seinen drei Landsleuten, verschweigt aber, dass er sich mit Marion mehrmals in einem Café getroffen hat. Er spricht von seinen englischen Freunden im männlichen Plural („mes trois amis anglais“), gerät aber sofort ins Stolpern, als Annick ihn nach seiner englischen Freundin fragt. Es war ja nichts zwischen den beiden. Gleichwohl entspinnt sich ein heftiger Wortwechsel, der unvermittelt eskaliert. Plötzlich tauchen die alten Klischees auf, das perfide Albion und die grundlose Eifersucht der Franzosen. Man lerne das schon in der Schule. („‘I am not…perfidious.‘ ‚Albion is always perfidious. We learn that at school.‘ ‚And our books tell us the French are often jealous without reason.‘“). Annick verlässt die Wohnung. Chris hofft auf ihre Rückkehr, doch vergebens.

Zwei alte Freunde zurück in Metroland
Mit dem dritten Teil schließt sich der Kreis Der 30-jährige Christopher kehrt nach Metroland zurück. Hier hat er sich mit Marion, die jetzt seine Frau ist, in eben jenem bürgerlichen Leben behaglich eingerichtet, das er früher aus ganzer Seele verachtet hat. Sein Freund Toni ist zur Hochzeit eingeladen, bleibt ihr aber aus Prinzip fern („Toni didn’t come to the wedding. I had a letter explaining that he felt unable on principle to attend.“). In einer stillen Stunde legt Chris sich selbst gegenüber Rechenschaft darüber ab, warum er Marion geheiratet hat. Auf seiner Liste steht die Liebe klar ganz obenan; sie ist außerdem gefühlvoll, klug, hübsch. Sie ist nicht direkt mit ihm ins Bett gegangen, sondern erst nach einer Weile. Und nicht zuletzt ist sie das einzige Kind wohlhabender Eltern. Geld mag das Feuer der Liebe nicht unbedingt lodern lassen, aber es eignet sich hervorragend zum Anzünden, zitiert er William Auden. („Money may not be the fuel of love, Auden said, but it makes excellent kindling.“)
Christopher hat sich mit dem bürgerlichen Leben ausgesöhnt, beschäftigt sich zu seinem privaten Vergnügen mit Literatur und Kunst. Solche Kompromisse lehnt Toni nach wie vor ab. Nach seiner Zeit in Marokko und in den USA ist auch er zurück in London. Er hat Philosophie studiert, schreibt Artikel in diversen Medien und hat zwei Bände Gedichte veröffentlicht (über den Verlag, worin Chris arbeitet), verkauft seine mangelnden Erfolge aber als antibürgerlichen Protest. Zu einem Besuch bei Chris und Marion kommt er allein, obwohl seine Freundin miteingeladen war. Mit dem Hinweis, sie pflegten getrennte Freundschaften („We just have separate friends.“), soll seine Lebensart als unkonventionell daherkommen. Seine zynischen Bemerkungen über die Ehe bringen Chris nicht aus der Ruhe. Unvorstellbar für Toni, für die nächsten Jahrzehnte mit ein und derselben Frau ins Bett zu gehen, auch wenn Marion eine noch so leidenschaftliche Gespielin sein sollte. („How can you bear it? I’d just go mad.“)

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug“ (Epikur)
Klassentreffen nach 13 Jahren. Blasse Gesichter, die vom Leben in den Londoner Hochhausschluchten zeugen. Die wenigen sympathischen Mitschüler von damals sind sich treu geblieben, die unangenehmen noch schlimmer geworden. Chris wird in seiner Verlagsarbeit nicht mit der großen Karriere in Verbindung gebracht, was sind schon Bücher über Gartenbau? (Julian Barnes arbeitete anfangs als Lexikograph). An Samstagnachmittagen holt Chris den Rasenmäher aus dem Schuppen und zieht seine Bahnen: beschleunigen, bremsen, wenden. Und doch findet er in diesem Leben voller Kompromisse Erfüllung. Er fragt sich, warum das Glück derart verachtet, abschätzig mit Bequemlichkeit oder Selbstgefälligkeit verwechselt, als Feind des sozialen und sogar technologischen Fortschritts betrachtet wird. („dismissively confused with comfort or complacency, judged an enemy of social -even technological- progress.“). Zu Christophers kleinem Glück gehört seine Tochter Amy, die auch im Schlaf im ganzen Haus präsent ist. Ein zweites Baby ist unterwegs. In der Stille der Nacht betrachtet Chris die alltäglichen Gegenstände um ihn herum, die so herausgelöst aus ihrem Alltagszweck eine anderen Sinn erhalten. Er genießt diesen Augenblick im ersten Morgengrauen, den gedeckten Frühstückstisch, die die sauber aufgereihten Tassen an den Haken, die Zwiebeln, die aus dem hängenden Korb im Zwielicht glitzern: alles ist geordnet, beruhigend und doch seltsam lebendig. („The table laid for breakfast, the neat line of cups on their hooks, the onions giving a crepuscular glisten from their hanging basket: everything is orderly, comforting, yet strangely alive.“) Bietet das kontemplative Dasein nicht ebenso viel Tiefe und innere Befriedigung wie der Genuss der absoluten Freiheit? Schade eigentlich, dass von diesen beiden Lebensentwürfen im Regelfall nur der von Toni einer literarischen Verarbeitung würdig befunden und mit Beifall bedacht wird.

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

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Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

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Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

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Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Summer without Men

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. Wise Children


https://begeistert60plus.de/buchtipp-alfred-andersch-der-vater-eines-moerders/

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. La Première gorgée de bière

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand. On Chesil Beach

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía

Buchtipp: Der Gaulschreck im Rosennetz

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

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