Erinnerungen. Tuschezeichnung von Anakreon

Die Tsantsa-Memoiren

Einen der amüsantesten und zugleich tiefgründigsten Romane von mehr als 550 Seiten kurz zusammenzufassen dürfte keine leichtes Unterfangen sein. Zumal der Erzähler ein Schrumpfkopf ist: ein gruseliger Schauer überläuft uns. Wir denken an Kopfjäger am Amazonas oder an unsere eigenen keltischen Vorfahren, die gleichfalls die abgeschlagenen Köpfe ihrer Feinde als Trophäen bewahrten. Der Autor Jan Koneffke, Jahrgang 1960, wendet seinen ganz eigenen Kunstgriff an, um eine Figur zu erschaffen, der eigentlich ins Totenreich gehört. Dadurch zieht sich dessen „Leben“ über einen ungeheuren Zeitraum hin: Sein Schrumpfkopf, Tsantsa, wie man ihn in der Sprache der Jivaro seit dem 16.Jahrhundert belegt findet, geistert neubelebt durch die Welt und kommentiert das Geschehen um ihn herum, greift vermöge seines Sprachtalents und seiner Rechenkünste ein und avanciert zum Kritiker seiner Zeit. Was auf den ersten Blick zu gewollt und absurd erscheint, mündet schon nach wenigen Seiten in ein buntes Narrentreiben, dem man sich nur schwer entziehen kann.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schrumpfkopf
https://de.wikipedia.org/wiki/Keltischer_Kopfkult

Erwachen in Venezuela
Auf dieser Zeitreise entführt er die Leser in teils abenteuerliche, teils tragikomische Situationen. Nachdem er Jahrzehnte, womöglich Jahrhunderte im Wachtraum verbracht hat, wird er aufgefunden, blickt geblendet in die Sonne, und „…weiß nichts von einem Gesicht, das mich angaffte…nichts von einem Palmenblatt, in das man mich wickelte, oder einem Korb, in dem man mich verstaute…“ Um das Jahr 1780 erwacht er am Rande von Caracas, in der Gesellschaft eines schwatzhaften Blauaras, von dem er das Sprechen erlernt. Der Hausherr Don Francisco führt ein eisernes Regiment, um seine Horde von Dienern oder vielmehr Sklaven in Zucht zu halten, deren Leben dem Herren nicht viel gilt. Als Wandschmuck ziert der Tsantsa dessen Schreibstube und betrachtet das Geschehen um sich herum mit erstaunten Augen- und bemerkt ganz am Rande, dass er nicht nur dabei ist, sein Bewusstsein wiederzufinden, sondern dass er seine Gedanken auch in Worte kleiden kann. Gewalt gegen Mensch und Tier ist an der Tagesordnung, und als Don Francisco in blinder Wut mit der Machete alles kleinhackt, auch den Ara, reißt der Schrumpfkopf zum ersten Mal den Mund auf und schreit „No lo haga!“ („Tun Sie es nicht!)- mit durchschlagendem Erfolg: „Don Franciscos Machete fiel klirrend zu Boden. Schweratmend und mit einer Hand auf der Brust, ging der Mann in die Knie und starrte mich an…Er kippte zur Seite und war mausetot.“ Nach Unruhen im Land verschlägt es den Erzähler auf ein Schiff Richtung Europa, genauer gesagt nach Sizilien. „Und von Messina aus ging es bald auf einem Kauffahrerschiff nach Neapel.“

Lehrjahre in Italien
Dort erwirbt ihn der Engländer Oliver Clifton „um das Jahr 1820“, wie der Schrumpfkopf selbst berichtet, vom einem neapolitanischen Gassenjungen. Nicht nur seine Sprachfertigkeit macht Fortschritte, auch sein Geruchssinn entwickelt sich. Clifton aber wird sein Zaungast an der Wand zuweilen peinlich, vor allem, wenn er seine Notdurft verrichtet oder Damenbesuche erhält. Mit Peewee, wie er ihn nennt, reist Clifton nach Rom, wo er seinem sprechenden Kopf die Wunder der ewigen Stadt zeigen möchte, die sich allerdings in einer gruselig-heruntergekommenen Atmosphäre präsentiert, das kaum noch etwas von der imperialen Größe der Antike erahnen lässt, „…wo sich seitlich der Wege bald Galgen an Galgen aufreihte, mit verrotteten Resten gehenkter Banditen, die sich knarrend und faul in der Mittagsluft drehten, vergleichbar mit mir, wenn ich an meiner Schnur schwankte.“ Clifton verhilft seinem baumelnden Begleiter die nötige Bildung im Schnelldurchgang, er lernt Theater, Konzerte, Messen und Beerdigungen kennen, und nicht nur das: “Er brachte mir, lehrte mich Kopfrechnen, was ich bald besser beherrschte als er…Ja, er machte mich zu einem Schrumpfkopf mit Bildung.“ Nur Lesen und Schreiben bleibt ihm noch fremd, da er ohnehin Schwierigkeiten beim Umdrehen von Buchseiten hätte. Mit seinen Fähigkeiten verhilft er Clifton zu ungeahnten Einkünften, doch selbst schwer erkrankt muss er sich von seinem Talisman trennen und vermacht ihn Jonathan Heise, der ihn nach Deutschland mitnehmen möchte, was den Schrumpfkopf erfreut, und das „hing vorrangig mit seiner Sprache zusammen, dem mir heimatlich vorkommenden Deutschen.“ Also erste Hinweise auf seine frühere Existenz, die ihm im Laufe der Geschichte immer stärker bewusst wird.

Von den Revoluzzern zur Gauklertruppe
Wir sind in den Wirren der 1848er Jahre, der sogenannten deutschen Revolution. Heise ist als Redakteur auch in die Umtriebe verwickelt, und mit seinem sprechenden Maskottchen steht ihm alsbald ein begabter Dichter und Redenschreiber zur Seite. Die Eisenbahn wird als Mittel der nationalen Einheit von den Rebellen begrüßt, und seine erste Zugfahrt beschreibt der Schrumpfkopf so: „Es rumste und ruckelte, stampfte und knallte und ein ohrenzerreißendes Rattern brach los, mit dem bei den Reisenden alles zu beben begann, schwabbelndes Wangenfleisch, Doppel- und Dreifachkinn, sich kringelnde Locken und Bartspitzen- ganz zu schweigen von meinem am Radmantel schlenkernden Beutel.“ Bei einer revolutionären Versammlung in Bamberg verliert Heise während seiner Rede den Faden, doch sein Alter Ego springt in den Bresche und vollendet die Rede mit einem flammenden Fanal für die Freiheit. Der Saal tobt, Heise wird vor Begeisterung von allen Seiten umarmt, der wahre Künstler übersehen. Die Ereignisse überschlagen sich, der Schrumpfkopf landet bei einer wandernden Schaustellertruppe, wo gleichfalls eine Reihe skurriler Gestalten mit von der Partie ist. Nach kurzer Zeit ist Zoddelkopp nun zum Leidwesen der anderen bei jedem Auftritt der Star in der Manege. Erstmals tritt die Liebe in seine jetzige Existenz: Kaethe aus der Truppe erkiest ihn sich als Liebhaber, doch er empfindet kein rechtes Vergnügen dabei, wenn sie ihn zwischen ihren Schenkeln reibt, während sie vor Entzücken röchelt.

Unfreiwillige Reise nach England
Von Missgunst getrieben verkaufen Mitglieder der Truppe den verhassten Konkurrenten an Fritz Jahnke, der ihn nach Berlin bringt, um ihn an den englischen Arzt und Anthropologen Charles Worthington weit unter Preis zu verhökern. Das neue Umfeld ist das gelehrte Bildungsbürgertum des 19.Jahrhunderts mit deinen Kuriositätenkabinetten und exotischen Sammlungen. Das gipfelt in der Teilnahme an einer Schau von „Wilden“, die in exotischer Aufmachung die Kulisse für die Inszenierung des Sendungsbewusstseins der Europäer im 19.Jahrhundert und die Rechtfertigung für die Kolonialisierung bilden: „Und wir werden mithelfen, England wird mithelfen, aus dem kulturlosen Neger einen Neger von zivilisiertem Benehmen zu machen. Zu diesem Zweck muss man euch studieren und dem heimischen Publikum nahebringen.“ Seinen Besitzer hat er mit einem Seufzer in die Flucht geschlagen, landet aber selbst im Museum von Cambridge in der illustren Gesellschaft anderer Schrumpfköpfe, die allesamt schweigsam sind wie Fische. Bald erhält er Gesellschaft in Form von zwei Museumsleuten und erfährt einiges über seine Verwandlung in einen Schrumpfkopf, die dazu diente, den Rachegeist des Opfers zu bannen und ihm die Ehre zu nehmen: „Diese faustgroßen Ledergesichter vernichteter Feinde sind Zeugnis von Schande und Schmach. Mitleid mit den Besiegten ist fehl am Platz.“ Kaum hat er sich einem der Wissenschaftler in seiner Existenz und Sprechfähigkeit offenbart, schmuggelt er ihn aus dem Museum und schickt ihn zu seinem Bruder nach Paris, wo er ihn nach geraumer Zeit wieder in Empfang nehmen möchte. In den Pariser Kreisen ist er ein gerngesehener, skurriler Gast, der sich langsam auch seiner früheren Kenntnisse auf dem Gebiet der Erotik wieder entsinnt. Überhaupt wird er zu allerlei Fragen der Zeit konsultiert, was ihn regelrecht überfordert: „Besonders die einfachen jungen Frauen, die sich in Henrys Bekanntenkreis tummelten, betrachteten mich nahezu als Orakel. Sie glaubten mir nicht, wenn ich zugeben mußte, von weiblichen Reizen keinen Schimmer zu haben.“

Objekt der Wissenschaft
Es dauert nicht lange, und er landet als Studienobjekt bei dem Anatomen und Hirnforscher Laurent, der sich dieses außergewöhnlichen Falles mit wissenschaftlicher Akribie annimmt. Der Doktor stellt ihm einen gewagten Plan vor: Ihn mithilfe der Wissenschaft wieder zu einem Menschen zu machen, mit Gliedern und Organen. Eine Frage fesselt ihn besonders. Ist ein denkender Geist („Hugo“ in ursprünglicher Bedeutung) abgelöst von einem Körper vorstellbar? Der Schrumpfkopf Hugo scheint der Beweis zu sein, ob er lebendig ist, bleibt zu klären. Doch der Auftritt vor seinen wissenschaftlichen Kollegen gerät zum Fiasko. Laurent wird verlacht, ausgebuht, als Scharlatan beschimpft, so dass er mit seinem Studienobjekt das Weite suchen muss. Seine Karriere ist ruiniert. Was besonders schmerzhaft ist: „Beim fahrenden Volk, das in Holzwagen hausend von Landstrich zu Landstrich zog, durfte ich vorkommen- in der Wissenschaftswelt aber hatte ein alle Natur- und Verstandesgesetze verletzender Schrumpfkopf wie ich keinen Platz.“ Als Laurent einen schweren Kollaps bekommt, nimmt sein Reitbursche den Übeltäter, schwingt das Trageband und schleudert ihn in die Seine.

Erwachende Erinnerungen und Triebe
Vierzehn Jahre verbringt Hugo in einer Art Wachkoma im Fluss, bis er in einem Pfandleihhaus landet und von einem jungen Ehepaar aus Wien erworben wird. Bei Thomas und Gina Merunka führt er ein sorgenfreies Leben zwischen Kaffeehaus und Ingenieurbüro, wo er seinem neuen Herrn gerne mit seinen ungewöhnlichen mathematischen Fähigkeiten zu großen Erfolgen verhilft. Immer mehr Erinnerungen aus seinem früheren Dasein brechen sich Bahn, er meint, Gerüche wahrnehmen zu können, die Hungergefühle auslösen- doch wie soll er essen? Was tun, wenn sich überdies noch erotische Fantasien dazugesellen? Gerne lässt er sich zum Markt mittragen, „wo ich, unweit von Schoß oder Busen der jungen Frau, zwischen Schleifen und Spitzen und Rockfalten steckte- das fand ich erregender als alle Lebenden Bilder.“ Auch seine geistigen Fähigkeiten heben zu immer neuen Höhenflügen an. Das Telefon kann er alleine bedienen und sorgt für so manch verdutzte Miene am anderen Ende der Leitung: “ ‘Ja, und wer sind Sie?‘ versetzte er misstrauisch. ‚Ich bin der Schrumpfkopf, Herr Hofrat, Sie kennen mich…in der Familie nennt man mich: Tato!‘ “ Seine erotischen Fantasien nehmen überhand, so dass er sich bei den Wiener Strichhuren und Fensterhennen auf seine Weise Erleichterung verschafft, ganz so, als sei sein Phantomkörper Realität. Aber auch sein Meister ist nicht untätig und in Jahresfrist erblickt Töchterchen Betty das Licht der Welt.

Auf der Suche nach dem verlorenen Ich
Das zwanzigste Jahrhundert bricht sich mit phänomenalen Errungenschaften Bahn, Kabel verbinden die Kontinente, Zeppeline knattern durch die Lüfte, Kinos öffnen ihre Türen. Auch die Psychologie feiert ungeahnte Erfolge. Tato gibt ihn Hypnose seine verdrängte Lebensgeschichte preis: Er war Landsknecht in den Türkenkriegen, zog aber dann mit einem Freund in die spanischen Kolonien. Dort überschlagen sich die Ereignisse, mit einem Trupp Soldaten macht er sich auf die Suche nach dem legendären Goldland Eldorado, doch die Argonautenfahrt gleicht einem Höllentrip. „In der Feuchtigkeit rosten Hufeisen und Helme, und die Arkebusen verrotten. Wieder ein Dschungel und wieder ein Sumpf. Wieder ein Fluß, der sie zwingt, einen Umweg zu machen. Und der qualvolle, nie zu besiegenden Hunger. Sie essen Schlangen, Ratten und Kakerlaken.“ Doch der Abstieg in die Tiefen der eigenen Seele und Vergangenheit lösen in Tato gemischte Gefühle aus, er wehrt sich gegen das Bewusstsein, dieser ruchlose Simon Dryander zu sein, dem schließlich bei einem Indianerstamm der Garaus gemacht wurde. Ist es immer sinnvoll, in der eigenen Seele zu kramen? Lässt man so manche Leiche nicht besser im Keller liegen, statt sie zum bedrohlichen Wiedergänger zu machen?

Weltenbrand in der Provinz
Der erste Weltkrieg wirbelt das Leben in der k.u.k. Monarchie durcheinander. Gina versucht sich mit Tochter Betty zu Thomas durchzuschlagen, der Eisenbahnstrecken für das Militär errichtet. Sie landen in Bukarest; Rumänien ist Verbündeter der Mittelmächte. In den Wirren der Zeiten geht Tato verloren, findet sich bei einem taubstummen Hirten in den rumänischen Karpaten wieder und gelangt schließlich über Umwege wieder zu „seiner“ Familie. Wir sind nun 1930 in Rumänien, Betty ist mit einem überaus erfolgreichen Arzt verheiratet, der leider mit dem Stigma behaftet ist, Jude zu sein. Nicht nur auf dem Lande, auch in Bukarest geht das Gespenst des Antisemitismus geht um: „Diese Vorstellung eines Komplotts zionistischer Kreise von Lemberg und Czernowitz bis New York gegen den Habsburger und seine Monarchie zugunsten Amerikas und seiner Banken.“ Bettys Mann Mihai, der junge Arzt, wird von einem rumänischen Judenhasser ermordet. Ein Schrumpfkopf als Zeuge hätte vor Gericht kaum Bestand, selbst wenn es zu Anklage käme. Betty flieht also nach Wien, ausgerechnet 1938, wo das Wetterleuchten des „Anschlusses“ bereits unheilvoll am Himmel züngelt. Auf dem Bahnsteig geht Tato verloren. „Betty bemerkte mein Fehlen nicht rechtzeitig. Und als sie im heimischen Wien eintraf, warf sich die Stadt gerade in Hitlers Arme. Auch mich sollte es zu den Deutschen verschlagen, von Bukarest ins transsilvanische Zeiden und von Zeiden ins ferne Berlin.“

Von Rumänien bis zur Schlacht um Berlin
Zunächst aber kommt er bei den Rumäniendeutschen unter, die teils heftige Gegner, teils glühende Anhänger der Nazis sind. Die jungen Braunhemden finden ihn „knorke“ (ein Wort, das auch meine Großmutter noch mit Vorliebe benutzte) und sein Name lautet nun „Fitzko“. Mit der Machtübernahme General Antonescus ziehen reichsdeutsche Truppen zur Sicherung der Südostflanke in Rumänien ein. Fitzko landet nun im Besitz eines Lothars von Lohenfeld-Meyenburg, einem SS-Mann. Dieser „besaß eine Sammlung von zweihundert Tsantsas, die im Herren- und Rauchsalon mit seinen Wandpaneelen von an der befestigten Kordeln hingen und sich im Luftzug bewegten…Ich passte zum Totenkult der Nationalsozialisten.“ Schon gerät er an den nächsten Besitzer, einen hochgebildeten Gelehrten, der seine Seele aber dennoch der NS-Ideologie verschrieben hat und die Idee verfolgt, einen Beitrag in der Wochenschau über Simon Dryander zu anzufertigen, Landsknecht des Kaisers und deutscher Eroberer. (Am Rande notiert: Dryander ist die griechische Übersetzung von „Eichenmann“ (δρῦς+ ἀνήρ). Eichmann liegt da nicht weit, wenn nur nicht der jüdische Vorname Simon wäre.) Im Kugelhagel der Schlacht um Berlin endet nicht nur das Tausendjährige Reich, sondern auch Tatos Freiheit für die nächsten Jahrzehnte.

Eine Wiedervereinigung besonderer Art
Er dämmert in verstaubten Berliner Archiven dahin, bis ein Andi Meister ihn nach dem Mauerfall in einer Aktentasche mitgehen lässt, ohne von seiner Existenz zu wissen. Nach einer steilen Karriere verhilft er seinem neuen Herrn zum nötigen Kleingeld, damit er endlich Städte im Westen kennenlernen kann: Paris, Rom, Wien- und der Schrumpfkopf erkennt alles voller Rührung wieder. Schließlich findet er sich auf Umwegen bei Betty wieder, die mittlerweile steinalt geworden ist: „Deine Unsterblichkeit, Tato, ist ansteckend“, murmelt sie und Tato ist in den Schoß der Großfamilie aufgenommen, was er augenzwinkernd kommentiert: „ich hatte den Stand eines Uropas, den man gern hat und achtet- jedoch eher langweilig findet.“ Nach Bettys Tod erhält er bei Freunden Asyl in Grinzing bei Wien. Dort beschließt er seine Erinnerungen vorläufig mit den Worten: „Wenn ich an Tagen mit donauklarer und frischer Luft auf dem Balkon an meinem Trageband schwinge, vor bewaldeten Bergen und Weinsteckenreihen, und sich alles vor Sehnsucht und Trennungsschmerz in mir zusammenzieht, weiß ich nur: es wird weitergehen, weitergehen, weitergehen…“
Ein fulminanter Roman über die Unbilden des Lebens, denen wir allzu oft genauso hilflos ausgesetzt sind wie der kürperlose Tato, dazu eine kurzweilige Geschichtsstunde über die letzten 200 Jahre. Doch halt: Darf ein alter, weißer Mann überhaupt den Kolonialismus thematisieren? Ein Schrumpfkopf mit Männerfantasien? Geht ja gar nicht. Genießen Sie diese Lektüre, bevor sie von geifer*innenden Puritanern verboten wird…

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci


https://begeistert60plus.de/markus-werner-am-hang/
https://begeistert60plus.de/jeannette-walls-schloss-aus-glas/
https://begeistert60plus.de/gavino-ledda-mein-vater-mein-herr/
https://begeistert60plus.de/margaret-mazzantini-geh-nicht-fort/

Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Summer without Men

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. Wise Children


https://begeistert60plus.de/buchtipp-alfred-andersch-der-vater-eines-moerders/

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. La Première gorgée de bière

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand. On Chesil Beach

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía

Buchtipp: Der Gaulschreck im Rosennetz

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room


Über den Autor ANAKREON

Teile deine Gedanken

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. erforderliche Felder sind markiert

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Erich Mühsam (Zeichnung von Anakreon) Heute jährt sich zum 90sten Mal ein Jahrestag, auf den man gerne verzichten möchte: der gewaltsame Tod von Erich Mühsam im KZ Oranienburg am 10. Juli 1934. Es geschah in einer Zeit, in der das Schreckensregime der Nazis zwar schon fest etabliert, aber doch noch auf seinen internationalen Ruf bedacht

Weiterlesen

Der Autor Christoph Hein wurde am 08.04.1944 im schlesischen Heinzendorf im heutigen Polen geboren. Nach der Vertreibung wuchs in einer sächsischen Kleinstadt auf. Als Sohn eines Pfarrers blieb ihm die DDR-Oberschule versperrt, und er besuchte daher von 1958 bis 1960 ein Westberliner Gymnasium. 1960 zog er nach Ostberlin, musste aber wegen des Baus der Mauer

Weiterlesen

Jeannette Walls wurde 1960 in Phoenix/Arizona geboren. Sie studierte am renommierten Bernard College in New York, das allein Frauen vorbehalten ist. Danach wurde sie bekannt als Journalistin und Fernsehmoderatorin. Nachdem sie mit Buchpublikationen großen Erfolg hatte, hat sie sich seit 2007 nur noch aufs Schreiben verlegt. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann auf einer großen,

Weiterlesen

Gavino Ledda kann auf eine wahrlich außergewöhnlichen Lebensgeschichte zurückblicken. Als Analphabet völlig bildungsfern als Hirte in den Bergen Sardiniens aufgewachsen, lernte er erst während seiner Militärzeit korrekt Italienisch sowie Lesen und Schreiben. Es war ein Glücksfall, das einer seiner Kameraden der spätere Schriftsteller Franco Manescalchi war, der ihn nach Kräften unterstützte, so dass er an

Weiterlesen

Irgard Keun in den 1920er Jahren Das kunstseidene Mädchen spielt in den letzten Jahren der Weimarer Republik und erfreut sich heute als Schlüsselroman jener Zeit besonderer Wertschätzung. Die 1905 geborene Irmgard Keun verbrachte ihre Kindheit zunächst in Berlin. Innerhalb der Stadt zog die Familie mehrfach um, bis sie 1913 nach Köln übersiedelte. Keun besuchte zunächst

Weiterlesen

Elizabeth von Arnim (31. August 1866 – 9. Februar 1941), wurde als Mary Annette Beauchamp in Australien in sehr wohlhabenden Verhältnissen geboren und heiratete einen deutschen Aristokraten, und ihre frühesten Werke spielen in Deutschland. Das Paar lebte zunächst in Berlin, dann auf dem pommerschen Landsitz Nassenheide, dem alten Rittergut der Familie von Arnim. Ihre erste

Weiterlesen