Unterwegs. Bild des Trierer Künstlers Roland Grundheber

Helga Schubert ist das Pseudonym der Psychologin und Schriftstellerin Helga Helm. Sie wuchs in Ost-Berlin auf, wo sie auch beruflich tätig war. Schon in den 1960er Jahren begann sie zu schreiben, neben Kinder- und Jugendbüchern auch über den Alltag in der DDR. In den späten siebziger Jahren geriet sie ins Fadenkreuz der Staatssicherheit und wurde als verdächtig eingestuft. Getrieben von Verfolgungswahn und Minderwertigkeitskomplexen hatte dieser kleinkarierte Zwangsjackenstaat nur vor einem Angst: „Viel gefährlicher wird der Untertan, und er bleibt kein Untertan mehr, wenn er unabhängige Zeitungen liest und darüber mit seinen Kollegen spricht, wenn er öffentlich seine Meinung äußert ohne Angst vor Verhaftung, wenn er Parteien gründet oder ihr Mitglied wird, wenn er frei und geheim wählt und gewählt werden kann, wenn er ohne Druckerlaubnis veröffentlicht.“ Während des Zerfalls der DDR war sie politisch aktiv, aber nie parteilich festgelegt. Seit 2008 lebt sie mit ihrem Mann, dem Psychologen und Maler Johannes Helm in der Künstlerkolonie Drispeth in der Nähe von Schwerin. Im Jahr 2020 wurde ihr der Ingeborg-Bachmann-Preis zuerkannt.

Flucht aus Hinterpommern
In diesem autobiographischen Roman erzählt sie in 29 lockeren Sequenzen in weiten thematischen und zeitlichen Sprüngen von den Fährnissen ihres Lebens als Kriegs- und Flüchtlingskind, von der deutschen Teilung und dem Alltag in der DDR – und von ihrer traumatisierten, unnahbaren Mutter, aber auch von den unbeschwerten Sommerferien bei ihrer Großmutter in der Greifswalder Obstbausiedlung: „Ich lag im Schatten, und es war ganz still. Und es duftete ach dem warmen Kuchen. Dann machte ich die Augen auf. Es war mein Sehnsuchtsort.“ Das ist ihre jahrelange Kraftquelle: „Nach dem Essen wusch sie alles gleich ab, ich dagegen musste nicht abtrocknen, sondern durfte mich in die Hängematte legen und lesen, bis ich einschlief und wieder aufwachte: Am gedeckten Kaffeetisch. Bis zum Ende des Sommers. So konnte ich alle Kälte überleben. Jeden Tag. Bis heute.“ Von ihrer Mutter hingegen hat sie nicht viel Wärme zu erwarten. Diese gerät nur in Hitzewallungen, wenn sie mit den Blauhemden der FDJ singt und marschiert. Endlich ist sie im richtigen Lager. Ihrem Mann, Helgas Vater, der an der Ostfront gefallen ist, macht sie immer noch den stummen Vorwurf, auf der falschen Seite gestanden zu haben. Helga findet Trost in der Musik. Doch ihre Mutter bezahlt ihr die Klavierstunden nicht länger, als die Lehrerin der Tochter Talent bescheinigt. Einer der vielen Widersprüche in ihrem Wesen, die sich nie auflösen lassen.

Kriegsschicksale
Helga kennt ihren Vater nur aus Erzählungen. Mit 28 Jahren wurde er 1941 von einer Handgranate zerfetzt, als er an der Wolga ein Partisanennest ausheben wollte. Eine Mutprobe, denn er strebte die Beförderung zum Offizier an. Er starb am Geburtstag seines eigenen Vaters, der seinerseits am Kriegsende von den Russen interniert wurde, da sie ihn für einen gesuchten SS-Mann hielten: eine fatale Namensverwechslung. „Als sie im Lager Fünfeichen den Irrtum endlich bemerkten, schickten sie meinen Großvater zu Fuß nach Hause. Er ging von Neubrandenburg nach Greifswald, da wog er noch vierzig Kilogramm und starb an Typhus mit achtundfünfzig Jahren.“ Der Bruder ihres Vaters fiel 1943. Als sie ihren Vater verliert, ist Helga gerade einmal ein Jahr alt: „Ich habe als Kind zu viele Tränen gesehen.“ Immer wieder stellt sie sich die Frage, ob er sie wohl in den Arm genommen hätte, anders als ihre oft unnahbare Mutter.
Trotz all dieser Erfahrungen ruft sie sich immer wieder zu: „Alles gut!“. Das ist viel mehr als eine der oberflächlichen Floskeln, die wir ständig um uns werfen. Für ein Kriegskind, das Flucht und Vertreibung miterlebt hat, ist es vielmehr eine Lebensmaxime, die es aufrecht durchs Leben führt. Aus der Halbwaisen ist nunmehr eine alte Dame geworden, die ihr Leben Revue passieren lässt und die Augenblicke für die Leser festhält, die ihr wichtig waren. Was man im Rückblick gerne verklärt, war im erlebten Moment oft weit entfernt davon, „alles gut“ genannt zu werden. Die Verschlossenheit ihrer Mutter machte ihr ihre ganze Kindheit hindurch zu schaffen.

Eine dramatische Flucht
Dabei sind gelegentliche Schläge noch das Wenigste. Viel schlimmer treffen sie Aussprüche solcher Art: „Da sagte meine Mutter ganz ruhig […] Wenn du doch damals nach der Flucht gestorben wärst. Und später sagte meine Mutter einmal: Die Menschen deiner Generation sollten ihren Müttern, die sie damals auf der Flucht retteten, ein Denkmal setzen.“ Nicht nur der Zynismus, auch diese Art der Selbstbeweihräucherung ist verstörend. Und doch geht es Helga Schubert nicht um Anklage und Aufrechnung. Für ihre Mutter bleibt die Flucht aus Hinterpommern der Alptraum ihres Lebens, als sie sich mit der kleinen Helga in einem dreirädrigen Kinderwagen zu den Schwiegereltern in Greifswald durchschlägt. Ihre Verwandten versuchen sich unbemerkt aus dem Staub zu machen und überlassen der Mutter ein Pferd, mit dem sie es bis zur nächsten Sammelstelle schafft. Nur einem Soldaten, der Mütter mit Kindern auf seinen Lastwagen lädt, haben sie die Rettung zu verdanken. Als sie endlich in Greifswald sind, erkrankt Helga schwer. Ihre Mutter setzt sie sich an ihr Bett, in der Hand eine Pistole und flüstert: „Wenn du jetzt stirbst, erschieße ich mich.“ Offenbar empfindet diese Mutter viel mehr für ihre Tochter, als sie aus ihrem Gefühlspanzer nach draußen lässt. Sie ist es, der ihren Lebenswillen wach hält in dem Alptraum der letzten Kriegsmonate. Helga erholt sich langsam, die Mutter wirft die Pistole in den nahen Fluss. Auch das Gift, das ihr Schwiegervater ihr zusteckt, falls die Russen einfallen sollten, lässt sie verschwinden. Dieses Buch vollendet die Autorin erst nach dem Tod der Mutter, die über 100 Jahr alt wurde und zu der sie in den letzten Jahren einen besseren Zugang fand, wenn beide Frauen auch in völlig verschiedenen Welten lebten. Wie wurde die Mutter, wie sie war? Und wie hat das wiederum die Tochter geprägt?

Die Welt der Bücher
Für Helga Schubert ist das Christentum von zentraler Bedeutung auch in ihrem Verhältnis zu ihrer Mutter, und zwar durch den Gedanken der Vergebung – alles gut. Ihre Mutter gibt nichts auf religiöse Gefühle, hält ihre Tochter aber dazu an, in der Schule gut aufzupassen, damit sie den Bildungskanon versteht, der ihr selbst verschlossen blieb: „Mein Vater hat es mir nicht erlaubt, in den Religionsunterricht zu gehen, sagte meine Mutter zu mir. Und darum musste sie manchmal im Lexikon nachsehen, wenn sie ratlos vor einem Rembrandt- oder Michelangelo-Bild gestanden hatte.“ Für Helgas Mutter ist Geld zum Ausgeben da, und so hielt sie es mit dem Wenigen, was sie hatte. Ein Besitz ist ihr aber mehr wert als alles andere: ihre Bücher. „Man kann alles in dem Buch Der Büchernarr nachlesen, wozu die Sammelwut führt, sagte meine Mutter. Die Bücher sind nicht zum Lesen da, eine Sammlung muss vollständig sein.“ Ihren Nachlass muss Helga mach ihrem Tod sichten und ordnen, unter anderem etwa 10.000 Bücher, due zum Teil noch eingeschweißt und in Kisten verpackt im Keller gestapelt liegen.
Auch wenn die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter das zentrale Anliegen dieses Buches ist, kommen auch andere, poetische Gedanken nicht zu kurz. So sinniert sie über die Schönheit des Winters: „Das Schönste am Winter ist eigentlich, dass die Bäume keine Blätter haben. Ich werde nicht abgelenkt von ihrer wahren Gestalt. Von ihren Verwachsungen, ihren nach innen gerichteten Ästen, dem Versuch ihrer Kronen, das Gleichgewicht zu halten.“ Bäume werden in ihrer Gestalt gerne mit Menschen verglichen. Die Psychologin sieht tiefer, sie erkennt im laublosen Gerippe der Bäume deren Seele. Solch tiefsinnige Gedanken steigen im Winter im Mecklenburger Land auf, an Großmütter und die kommende Saat in den gefrorenen Furchen.

Atemholen
Der rasende Alltag kommt in der Kälte zur Ruhe, man selbst zum Atemholen: „Wenn ich von der Kälte oder dem Sturm draußen in die Wärme der Wohnung komme, die angewärmten Hausschuhe anziehe, einen Tee aufbrühe, mich in eine Decke wickele, es muss eine rotgemusterte Wolldecke sein, dann ist der Winter mein Alibi: Ich darf mich nur mit meinen Gedanken beschäftigen, mich erinnern an lange Vergangenes, an Zusammensein mit Menschen, die nicht mehr auf dieser Erde sind, aber das macht nichts, denn sie sind mir so vertraut, als ob sie gerade nur aus dem Zimmer ins Nachbarzimmer gingen, Im Winter leisten sie mir in der Wärme Gesellschaft. Hellsichtig wird mein Leben im Winter.“ Angetan ist sie auch vom Altweibersommer, der, so mutmaßt auch sie, im Zuge der neuen puritanischen Sprachdiktatur bald nicht mehr so heißen wird. „Mein Altweibersommer ist sanft zu meiner Haut, feuchte Luft nach den unerträglich heißen Hochsommertagen. Heute Morgen, als ich die Tür öffnete und die Zeitung aus dem Briefkasten nahm, atmete ich seinen Duft ein: nach gegorenen Pflaumen im Gras.“

Politische Gedanken
Das Leben in der DDR mit seiner ständigen Gängelei, aber auch das findige Improvisationstalent der Menschen zieht sich wie ein feiner, aber fester Faden durch die Kapitel dieses Buches. Von ihrer Tante in Wilmersdorf bekam die Zehnjährige Apfelkuchen mit Schlagsahne, wenn sie Kaffee aus dem Jutesack ausgeliefert hatte: „Schmuggelware sicher, wer hat sonst einen Zentner Kaffeebohnen im Schlafzimmer stehen. […] Wenn ich an meine Patchwork-Heimat denke, dann gehören Kaffeeduft, Apfelkuchen und Schlagsahne dazu, richtige Schlagsahne mit einem Muster.“ So behilft man sich in der sozialistischen Mangelwirtschaft. Politische Intoleranz ist freilich nicht nur auf das Regime im Osten beschränkt. Auch im Westen sind es Ideologen, die niederbrüllen, was immer gegen die Gebote in ihren Betonköpfen verstößt. So sind es ausgerechnet westdeutsche Intellektuelle, die sich gegen die politischen Hoffnungen der Stunde aussprechen: „Schon der Wunsch zur deutschen Einheit sei revanchistisch, rückwärtsgewandt, reaktionär. Deutschland sei einfach dann zu groß, in Europa zu übermächtig, stelle eine Kriegsgefahr dar. Vor allem, wenn auch das Beitrittsgebiet der DDR zur NATO gehören sollte. Was ist in Sie gefahren, Sie waren bisher doch politisch besonnen, wie können Sie als Intellektuelle die Utopie eines sozialistischen Deutschlands verraten? Diese moralische Herabsetzung Andersdenkender, die mir aus der DDR vertraut war, begegnete mir auch hier.“ Im Gegensatz zu vielen anderen präsentiert Helga Schubert nicht als verfolgte Dissidentin. Gleichwohl macht sie keinen Hehl aus ihrer Einstellung zur SED-Diktatur, die sie mit Reiseverboten schikanierte. Doch in ein Triumphgeheul vermag sie nach dem Fall des Regimes nicht auszubrechen. Ohne jedes Pathos äußert ihre Zufriedenheit über die weltgeschichtliche Veränderung, die gerade stattgefunden hat: „Wir im Osten waren dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beigetreten.“

Schreiben im Alter
Wenn man mit 80 Jahren ein Buch schreibt, wird auch das eigene Lebensalter unweigerlich ein Thema. „Wenn ich sage, ich bin achtzig, dann habe ich sofort mildernde Umstände“, so könnte nun das Motto für ihren Alltag lauten. Die Banken sind nachsichtig, wenn sie sich mit ihren PIN-Eingaben vertut. Aber auch eine gewisse Beschaulichkeit stellt sich ein. Obwohl die eigene Lebenserwartung (wie viele Jahre wohl noch?) immer mehr zusammenschrumpft, ist Zeit im Hier und Jetzt, bei den täglichen Verrichtungen, immer reichlich vorhanden. Niemand treibt einen, man steht zu einer Stunde auf, zu der man früher längst an der Arbeit war. „Heute klingelt um diese Zeit mein Wecker, ich werfe mir mein weites graues Badekleid über, schlurfe in lammfellgefütterten Pantoffeln am Bett von H. vorbei, sage Guten Morgen und dann zähle ich langsam bis hundert. Das sind meine kleinen Aufgaben, die uns in den Tag bringen.“ Dann muss man sich auch nicht mehr schlank hungern und Fastenwanderungen an der Ostsee unternehmen, zumal wenn man ein Frau wie Helga Schubert ist, die das Essen genießt und als Geschenk des Himmels wertschätzt. Interessant ist, wie ihre Gedanken hier denen der gänzlich unterschiedlichen Isabel Allende gleichen.

Letzte Gedanken über ihre Mutter
Bei all ihren Widersprüchen findet Helga Schubert auch zutiefst Liebenswertes in ihrer Mutter. Sie hat ihr das Verzeihen im Gebet gelehrt, auch den Verwandten, die sie so schmählich im Stich gelassen haben. Kurz vor ihrem Tod flüstert sie ihr zu, sie habe in ihrem Leben drei Heldentaten vollbracht: ihre Tochter gegen den Willen des Vaters nicht abgetrieben, sie im Kinderwagen auf dem Treck bis nach Greifswald geschoben und nicht Mord und Selbstmord begangen, als die Russen kamen. Und eines wird Helga nie vergessen: den kleinen Roller, den sie vor dem Spielwarengeschäft sehnsüchtig anschaute. „Wir waren schon weitergegangen, ich hatte um nichts gebeten, da nahmst du plötzlich aus deiner Geldbörse einen Schein und sagtest: Hier, kauf ihn dir.“ Alles gut.

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Cees Noteboom, Der Ritter ist gestorben (De ridder is gestorven)

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

Buchtipp: Eduardo Mendoza, Pomponius Flatus

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca.

Buchtipp: Markus Werner, Am Hang

Buchtipp: Jeannette Walls, Schloss aus Glas

Buchtipp: Gavino Ledda, Mein Vater, mein Herr

Buchtipp: Margaret Mazzantini,Geh nicht fort

Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. (Wise Children)

Buchtipp: Alfred Andersch, Der Vater eines Mörders

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau


https://begeistert60plus.de/elena-ferrante-die-geniale-freundin/

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. Das kleine große Buch der Lebenskunst

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand.

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen


https://begeistert60plus.de/der-gaulschreck-im-rosennetz/

Buchtipp; Friedrich Nietzsche, Gesammelte Schriften

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room


Über den Autor ANAKREON

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