Andrea Camilleri (1925-2019. Foto: Wikipedia)

Der Dieb der süßen Dinge (Il ladro di merendine) ist ein Roman des Sizilianers Andrea Camilleri, der 1996 veröffentlicht wurde. Nachdem der Autor sich mit seinen beiden ersten Kriminalgeschichten, damals schon fast siebzigjährig, warmgeschrieben hatte, ist diesmal ein Schlüsselroman für das Verständnis der späteren Werke aus der Reihe entstanden. Erstmals taucht ein kleiner Junge namens François auf, der ein dauerhaftes, inniges Verhältnis zu Montalbanos Freundin Livia entwickelt.
Nach Die Form des Wassers (La forma dell’acqua) und Der Hund aus Terracotta (Il cane di terracotta) ist dies der dritte Roman in der Reihe um die Abenteuer von Inspektor Montalbano. Daraus entstand eine Erfolgsserie im italienischen Fernsehen, ab 1999 von der RAI ausgestrahlt wurde, mit Luca Zingaretti in der Rolle des Kommissars. Zugegeben, politisch korrekt sind Camilleris Kriminalgeschichten kaum zu nennen. Die Denk- und Schreibverbote, wie wir sie kennen, haben es offenbar noch nicht über die Straße von Messina geschafft. Frauen sind oft verführerische, dunkelhaarige Inselschöne oder atemberaubend blonde Nachfahrinnen normannischer Söldner, die Montalbanos Männerphantasien auf Achterbahnfahrt schicken. Auch die Schwedin Ingrid, die immer wieder durch die Romane geistert, führt ihn jedes Mal in Versuchung. Dennoch bleibt er standhaft, aber Phantasien sind doch wohl erlaubt. Noch. Aber auch Lehrerinnen, Ärztinnen, Hausfrauen und Witwen geben sich ein Stelldichein, allein oder in Begleitung von vertrottelten Ehemännern, Gigolos, windigen Geschäftemachern und Buchhaltern. Nicht zu vergessen die ehrenwerten Gangsterclans der Sinagra und Cufaro.

Ein spanischer Kollege und das gute Essen
Der Name Montalbano bedarf einer Erläuterung. Andrea Camilleri hat in verschiedenen Interviews dargelegt, dass er bei der Abfassung des Romans Il Birraio di Preston (Die sizilianische Oper) Schwierigkeiten mit der Strukturierung des Buches hatte. Die Lektüre eines Romans mit dem Titel El Pianista (Der Pianist) zeigte ihm einen Weg auf, wie das Werk zu vollenden war. Er stammt aus der Feder des Spaniers Manuel Vázquez Montalbán. Als Camilleri seinen ersten Fall des Kommissars (La forma dell’acqua) schrieb, beschloss er, ihn Salvo [Salvatore] Montalbano zu nennen, dies als Hommage an einen Schriftsteller, mit dem er später persönlich befreundet war. Im Werk von Manuel Vázquez Montalbán findet sich ein Privatdetektiv, Pepe Carvalho, der mit Montalbano die Leidenschaft für gutes Essen teilt. In diesem Sinne kommen Camilleris Romane gleichsam einer Verbeugung vor der exquisiten sizilianischen Küche gleich. Dabei ist Montalbano eines heilig: „Quando mangio, non parlo“: wenn ich esse, rede ich nicht. Die sizilianische Küche ist übrigens eine der ältesten und besten Italiens, und das will bei der Auswahl schon etwas heißen. Diese Tradition geht auf die Antike zurück, auf Rezepte süditalienischer Starköche. Bis weit in die römische Kaiserzeit waren sizilianische Köche –wie auch heutzutage –ein Exportschlager: Siculus coquus –“Sizilianer sind Köche“: Das Klischee wirkt noch bei Edward Bulwer nach, der 1834 in seinem Erfolgsroman Die letzten Tage von Pompeji um einen Inselkoch würfeln lässt.

Sprachliche Eigentümlichkeiten
Einen besonders skurriler Einfall Camilleris liegt darin, einen eigenen Dialekt auf der Basis der sizilianischen Mundart zu erfinden, den seine Figuren sprechen, wenn sie unter sich sind und sich nicht auf „taliano“, also Hochitalienisch, ausdrücken wollen. Das Gefühl der sicilianità, der kulturellen Eigenart der Insel, kommt so auch sprachlich zum Tragen. Mit seiner Freundin Livia aus dem ligurischen Genua spricht Montalbano die Hochsprache, aber manchmal überkommt es ihn doch, wie in diesem Buch, als er die brociolone lobt, sizilianische Rouladen, das Wort aber sizilianisch ausspricht: „brusciuluni“. Livia ist perplex und stellt fest, in Sizilien gebe es schon merkwürdige Ausdrücke, als er ihr erklärt, so nenne man die Rollen halt. Aber vielleicht kenne man in Ligurien keinen Sprachwitz… („Che hai detto?“. „Brusciuluni. Il rollè“…“Avete certe parole in Sicilia…” “Magari in Liguria non scherzate”). Mittlerweile haben sich ernsthafte Untersuchungen mit Camilleris Dialekt befasst. (Camilleris Dialekt)
Man braucht in der Tat einige Zeit und Phantasie, um sich Deutschsprachiger in dieser quirligen Welt der Stadt Vigàta (der Ortsname genauso eine Erfindung wie die Provinz Montelusa) zurechtzufinden. Vigàta liegt an der Küste, und ein Thema, das Camilleri immer wieder umtreibt, ist das Problem der Flucht übers Mittelmeer. Er macht aus seiner Sympathie für die Migranten genauso wenig einen Hehl wie an seiner Kritik an der Flüchtlingspolitik Europas.

Tunesische Migranten als Opfer
Das Kommissariat ist mit einer Gruppe höchst skurriler poliziotti besetzt. Der notorische Schürzenjäger Mimì Augello ist bei jedem neuen Fall dabei, ebenso der zuverlässige Fazio und natürlich der technisch begabte, aber schusselige Catarella, dem Montalbano jedes Mal mit der Schusswaffe droht, wenn er wieder einmal die Tür gegen die Wand schmettert.
Nun ruft ein neuer Fall: In der Nacht wird ein Fischerboot aus Mazara del Vallo, die „Santopadre“, von einem tunesischen Patrouillenboot aufgebracht und mit einem Maschinengewehr beschossen, offenbar in internationalen Gewässern. Die Schüsse töten einen tunesischen Seemann, einen jener Illegalen, die an Bord eines italienischen Bootes Arbeit gefunden haben. Am selben Tag wird der ältere Geschäftsmann Aurelio Lapecora in einem Aufzug erstochen und Karima Moussa, eine schöne tunesische Putzfrau, verschwindet kurz darauf auf mysteriöse Weise. Montalbano findet heraus, dass die junge Frau auch im Büro des ermordeten Händlers arbeitete, und neben ihrer Putztätigkeit auf Wunsch auch andere Dienste leistet, und dies nicht nur bei Lapecora, sondern auch für eine ganze Reihe älterer Knaben. Das erklärt, warum auf ihrem Sparbuch ein riesiges Vermögen eingezahlt worden ist, unvorstellbar bei einer jungen Migrantin mit bescheidenem Verdienst. Aber auch bei diesem Fall darf die sizilianische Küche nicht fehlen. Eine ältere Dame, die er gerade als Zeugin befragt hat, lädt Salvo ein, zum Essen zu bleiben, da ihre Haushälterin Pina eine begnadete Köchin sei und gerade heute den Klassiker aller Pastagerichte aus Catania, der Heimat des Komponisten Bellini, vorbereitet hat, die Pasta alla Norma. Diese Köstlichkeit ist nach der Hauptfigur in Bellinis gleichnamiger tragischer Oper benannt und besteht aus Maccheroni mit Auberginen, Tomatensugo und Basilikum, darüber frisch geriebene Ricotta Salata. Bei diesen Worten streckt Montalbano die Waffen und setzt sich mit den Worten „O Gott!“ wieder hin („Pina, la cammarera, è un’ottima cuoca, mi creda. Oggi ha preparato pasta alla Norma, sa, quella con le milanzane fritte e la ricotta salata “. „Gesù!“ fece Montalbano assittandosi”).

Ein Kind muss verschwinden
Auf dem Rückweg zur Polizeiwache bemerkt Montalbano eine Gruppe von Müttern, die sich bei einem Polizisten vor einer Grundschule über den Diebstahl von Pausenbroten („merendine“) ihrer Kinder beschweren, die ihnen ein kleiner ausländischer Junge weggenommen hat. Montalbano vermutet, dass es sich um François, Karimas Sohn, handelt, der in höchster Gefahr ist, denn er war Zeuge bei der Entführung seiner Mutter. Mit seiner Freundin Livia und seinen Männern lauert er dem kleinen Tunesier auf, der sich in ein verlassenes Haus geflüchtet hat. Die größte Angst des Kindes ist, in ein Waisenhaus überstellt zu werden. Salvo Montalbano, der selbst als Kind die Mutter verlor, schwört ihm, das werde er verhindern und gibt ihm darauf die Hand. Der Junge schaut ihm in die Augen und schlägt ein. („ ‘Questo no. Te lo prometto’ disse il commissario. E gli porse la mano. François gliela strinse, taliandolo negli occhi”).
Während Livia den Jungen zu Hause beruhigt, spürt sie ihren eigenen Mutterinstinkt und den Wunsch, durch die Adoption des Kindes eine engere Verbindung mit Salvo einzugehen. Da sie in Genua lebt und die beiden eine Fernbeziehung führen, sind die Jahre dahingeplätschert und nun ist für Livia der eigene Kinderwunsch nahezu unerfüllbar geworden. Zunächst aber gilt es, den Jungen für einige Zeit untertauchen zu lassen, wobei Salvos Vize Domenico („Mimì“) Augello hilfreiche Dienste leistet, indem er ihn auf der abgelegenen Farm seiner Schwester unterbringt.

Der Fall schlägt hohe Wellen
In der Zwischenzeit gestalten sich die Ermittlungen komplizierter als gedacht, weil offenbar der Geheimdienst bei dem Fall und auch beim Verschwinden Karimas seine Hand im Spiel hatte. Der tunesische Matrose, der zu Tode kam, war ein international gesuchter Terrorist. Ein Fahrzeug, dessen Nummernschild notiert wurde, stellt sich als Dienstwagen der Agenten mit verdeckter Nummer heraus. In deren schmutzige Arbeit dürfe man sich nicht einmischen, so lautet jedenfalls das Verdikt von Montalbanos Vorgesetztem. Ein Wagen der Sicherheitsdienste, der Servizi also. („Montalbano, o non ha capito o non vuol capire. Significa che quella macchina appartiene ai Servizi. “). Um die Dinge weiter zu verkomplizieren, droht Montalbano eine Beförderung und somit die Versetzung. Weg von Vigàta, von seinen Leuten, vielleicht sogar Sizilien verlassen? Vielleicht stellt der Geheimdienst da eine unverhoffte Chance dar, die sich ihm in der Gestalt des zwergenhaften Agenten Lohengrin Pera [=Birne] bietet. Seine Eltern müssen ihm diesen Namen gegeben haben, um ihn in irgendeiner Weise für seine Größe und seinen Nachnamen zu entschädigen, sinniert Salvo. Das Gespräch in seinem Haus schneidet Montalbano in einer versteckten Kamera mit. Nachdem es am Ende zu Handgreiflichkeiten kommt, bei denen der Oberst seine Brille und Mobiltelefon „verliert“, wirkt die Drohung des Kommissars, mit dem Video an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn er versetzt wird, wahre Wunder. Der Geheimdienst sorgt dafür, dass Montalbano in Vigàta bleibt. Niemand erfährt, dass der Kommissar die falsche Taste an der Kamera gedrückt hat…

Der Tod des Vaters
Als die beiden Mordfälle weitgehend aufgeklärt sind, trifft den Kommissar eine andere traurige Nachricht: ein Brief von dem Kompagnon in der Weinkellerei seines Vaters, in dem dieser ihm mitteilt, dass sein Vater seit einiger Zeit schwer erkrankt ist und bald sterben wird, aber nicht will, dass sein Sohn etwas davon erfährt, um ihm den Anblick seines Leidens zu ersparen. Sein Vater liegt nun auf der Intensivstation und der Sohn kann sich einfach nicht entschließen, ihn noch einmal zu besuchen. Als er sich endlich auf den Weg macht, erfährt er im Krankenhaus, dass der alte Mann soeben verstorben ist. Nun macht er sich bittere Vorwürfe wegen seines Egoismus. Er war, das kann Montalbano nicht leugnen, ein fürsorglicher und liebevoller Vater gewesen. Er hatte alles getan, damit ihn der Verlust seiner Mutter so wenig wie möglich belastete („Era stato, questo Montalbano non poteva negarlo, un genitore sollecito e affettuoso. Aveva fatto di tutto perche la perdita della madre gli pesasse il meno possible”). Der aufmerksame und fürsorgliche Vater hatte auch die Rolle der Mutter übernommen und wollte, da er das Leben seines Sohnes respektierte, mit der neuen Ehe warten, bis er sein Studium abgeschlossen hatte und selbständig geworden war. Montalbano aber hatte die Entscheidung seines Vaters, wieder zu heiraten, nie wirklich akzeptiert.

Ein paar Tage Abstand vom Alltag
Salvo braucht eine Auszeit. Diese führt ihn in eine kleine Pension, die von einem Wirt geführt wird, dem die Muttergottes ins Gewissen geredet hat, sein Leben zu ändern und Koch zu werden. Die Künste dieses Küchenmeisters sind geradezu überwältigend, aber er wird Sizilien nie verlassen, um in der Fremde viel Geld und Karriere zu machen. Was wäre das gegen Sizilien? Montalbano ist verzückt. Er isst ein Sauté von Venusmuscheln mit Semmelbröseln, eine wohlbemessene Portion Spaghetti in bianco [ohne zusätzliche Sauce] mit Venusmuscheln, gebackenen Steinbutt mit Oregano und karamellisierter Zitrone. Zum Abschluss genießt er ein Stück Bitterschokoladenkuchen mit Orangensauce. Mit verklärtem Gesicht erhebt er sich, geht in die Küche und schüttelt dem Koch tief bewegt die Hand, ohne ein Wort zu sagen („Si sbafò un sauté di vongole col pangrattato, una porzione abbondante di spaghetti in bianco con le vongole, un rombo al forno con origano e limone caramellato. Completò con sformatino di cioccolato amaro con salsa all‘arancia. Alla fine si susì, andò in cucina e strinse commosso la mano al cuoco, senza dire parola”). Hier macht er die Bekanntschaft eines älteren Herrn, der ihn als Kommissar Montalbano sofort erkennt. Auch Liborio Pintacuda zieht sich einmal im Jahr eine Woche in diese Herberge zurück, um neue Kräfte für seine Familie, vor allem die Enkelschar, zu sammeln. Die beiden Männer sind einander sofort sympathisch, ja für Montalbano ist es geradezu so, als habe er einen Bruder in Christo gefunden. Denn der alte Herr pflegt mit derselben Hingabe zu essen, und dabei nichts anderes zu tun, vor allem nicht zu reden. Er müsse ihn also vorwarnen, selbst auf die Gefahr hin, ungehobelt zu erscheinen, sagt Pintacuda, als er sich gerade gesetzt hat. „Wenn ich spreche, esse ich nicht. Und wenn ich esse, spreche ich nicht.“(“lo, quando parlo, non mangio. Di conseguenza, se mangio, non parlo”).

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https://begeistert60plus.de/der-gaulschreck-im-rosennetz/

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