Julian Fellowes (Quelle: Wikipedia)

Als Diplomatensohn ist Julian Fellowes, eigentlich Julian Alexander Kitchener-Fellowes, 1949 auf der Sonnenseite des Lebens in Kairo geboren. Zurück in England drückte er auf dem renommierten Ampleforth College, einem privaten Internat in Yorkshire die Schulbank und studierte am Magdalene [gesprochen: „Mohdlin“] College in Cambridge und an der Webber Douglas Academy of Dramatic Art, einer der führenden Londoner Schauspielschulen. 2011 wurde er als Baron Fellowes of West Stafford zum Life Peer erhoben, und gehört somit als Mitglied des britischen Hochadels lebenslang für die Konservativen dem Oberhaus an. Wenn sich also einer mit den Schrullen und Eigentümlichkeiten der englischen Oberschicht auskennt, dann ist es Julian Fellowes.

Ein Erstlingsroman mit großem Erfolg
Seit vielen Jahren ist er als Charakterdarsteller in englischen Filmen und im Fernsehen zu sehen, und hat sich auch einen Namen als Regisseur und Drehbuchautor gemacht. So er erhielt er einen Oscar für das Skript zu „Gosford Park“. Julian Fellowes, hat nicht nur das Format eines Gentleman, sondern auch die passenden äußeren Merkmale. Er ist einer dieser wohlgenährten, in edlen Zwirn gehüllten Herren, die auf Reisen stets ein Glas Gentleman’s Relish mit sich führen, jene traditionelle Anchovis-Paste, die man hauchdünn und vornehm auf seine Toastscheibe streicht, da man fremder Küche grundsätzlich misstraut. „Snobs“, 2004 erschienen, ist Fellowes‘ erster Roman, der viele großartige Passagen enthält. Es ist eine satirisch-humorvolle Darstellung der englischen Oberschicht, zu der nur Zugang hat, wer aus dem passenden Elternhaus stammt, die richtigen Schulen besucht hat und somit die Sprach- und Dresscodes beherrscht, an denen Uneingeweihte sofort und gnadenlos scheitern. Der Roman wird von einem Schauspieler aus der nötigen Distanz und mit der entsprechenden Ironie erzählt.

So eine Gelegenheit kommt nie wieder
In „Snobs“ geht es vordergründig um eine zielstrebige junge Frau aus der Mittelschicht namens Edith Lavery und einen etwas weltfremden und ungeschickten Earl namens Charles Broughton. In Ascot stellt der Erzähler seine gute Freundin Edith, die in einem Maklerbüro in Chelsea arbeitet, seinem Bekannten Charles Broughton, dem künftigen Marquess of Uckfield, vor. Edith ist eine Sloane, wie der umgangssprachliche Ausdruck für eine junge West Londonerin der gehobenen Mittelschicht lautet, die schon lange genug davon hat, im Büro öde Telefonate zu führen. Charles, der geradlinig, aber nicht sonderlich helle ist, verliebt sich rasch in die bildhübsche junge Frau. Diese ergreift ihre Chance und ermutigt ihn in dieser Zuneigung. Ediths Bestreben, in die Aristokratie einzuheiraten, bildet den Rahmenhandlung für Fellowes‘ Beobachtungen und Bemerkungen über das englische Kastenwesen, mit ein paar Exkursen in die Welt der Schauspieler, die dem Autor ebenfalls aus eigener Erfahrung vertraut ist. Das Buch ist voll von geistreichen Aphorismen und Bonmots, und das Feuerwerk an Witz und Esprit, das der Autor hier abbrennt, ist fast interessanter als die eigentliche Geschichte von Edith und Charles.

Ediths Mutter stellt früh die Weichen
Die Familie Lavery ist vielleicht nicht reich, aber recht wohlhabend und bei einer einzigen Tochter brauchte man auch nie zu knausern. Ediths ehrgeizige Mutter muss sich in den tiefsten Gründen ihrer Seele eingestehen, dass ihre Familie nicht zur „Gesellschaft“ zählt. Dennoch ist sie nicht verbittert. Ihr ganzes Sinnen und Trachten zielt darauf ab, ihre Tochter groß herauszubringen („The Laverys were not rich nor were they poor and, having only one child, there was never any need to stint. Mrs Lavery was not disappointed. Her great ambition had always been to bring her daughter out”). Die Chancen stehen gar nicht einmal schlecht für Edith. Sie hat eine exklusive Erziehung genossen und kommt nicht nur aus wohlhabenden Verhältnissen, sondern ist auch außergewöhnlich hübsch. Charles Broughton wäre also genau die richtige Partie für den gesellschaftlichen Aufstieg nicht nur Ediths, sondern auch ihrer Familie.

Eine widerspenstige Schwiegermutter…
Charles Broughton ist nicht nur reich, sondern auch zukünftiger Earl und Erbe eines prächtigen Landsitzes in Sussex. Ihn zu überzeugen, dass sie für ihn die passende Ehefrau und zukünftige Lady Broughton ist, ist nicht weiter schwierig. Weniger leicht hat sie es mit seiner Familie, denn Charles ist der Sohn Lady Uckfelds, Marquioness aus altem Adelsgeschlecht, welche den Dünkel und die Prinzipien ihres Standes wie eine Monstranz vor sich herträgt. Aus ihrer Sicht begeht Charles mit der bürgerlichen Edith zwar keinen schwerwiegenden gesellschaftlichen Fauxpas, wie etwa mit einer Schauspielerin oder Beauty Queen. Doch als Schwiegertochter und Nachfolgerin hätte sie sich eine standesgemäße Kandidatin vorgestellt. Edith hat also noch einen weiten Weg vor sich. Es ist nämlich gar nicht so einfach, in die geschlossene Gesellschaft der Hocharistokratie aufgenommen zu werden. Was ist denn das Besondere an dieser Kaste? Ganz anders als man glaubt, sind sich die sie Umgangsformen der oberen Mittelschicht und¬ der Oberschicht mittlerweile nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern geradezu identisch („It is a popular fiction that there is a great difference in manner and manners between the upper-middle and upper classes. The truth is, on a day-to-day level they are in most things identical”). Es geht daher vor allem um Exklusivität, die als Unterscheidungsmerkmal gepflegt wird. Der Kreis der Aristokratie ist klein, und seine Mitglieder sind eifrig bemüht, dies auch so zu belassen. Wer nicht in die Welt des alten Adels geboren ist, gehört dort nach deren einhelliger Meinung auch nicht hin.

…und ein unterbelichteter Schwiegervater
Im Grunde ist es also eine sehr altmodisch-banale Geschichte: Heirat um des Geldes und des Prestiges willen, nicht wegen der Liebe. Ein unbeholfener Tölpel wie Charles ist allerdings auch nicht gerade dazu gemacht, das Herz einer jungen Frau zu entflammen. Immerhin wird er noch von seinem Vater übertroffen, was Seichtheit der Gedanken und die Unfähigkeit, diese auszudrücken betrifft. Zwar ist der Papa recht harmlos, aber langweilig und dumm. Seine geistlosen Banalitäten werden beweihräuchert wie die Weisheiten Salomons und seine dämlichen Witze mit stürmischem Beifall beklatscht („He had no conception of how dull and stupid he really was. His uneducated banalities were greeted as if they had come from Solomon and his unfunny, old jokes were rewarded with gales of breathless laughter)”. Jeder in dieser abgezirkelten Gesellschaft folgt denselben, oft lächerlichen Verhaltensmustern, bedenkt seine Nächsten mit Koseworten wie `Toffee‘ oder ‚Bobo‘ oder ‚Snook‘. Diese Namen sollen in ihrer Verspieltheit Intimität erzeugen, eine ewige Kindheit beschwören, duftend nach Erinnerungen an die Nanny und den Pyjama, in dem man sich am Kamin im Kinderzimmer einst wärmte. In Wirklichkeit aber sind eine einfache Bestätigung der Abgeschiedenheit ihrer Kaste, eine Erinnerung an die gemeinsame Geschichte, die neuere Ankömmlinge ausschließt.

Man bleibt lieber unter sich
Dabei ist Reichtum keineswegs ein Kriterium. Es gibt sehr viel mehr Neureiche, auch in Großbritannien, als Mitglieder des alten Adels, doch die „Fat Cats“, wie man sie verächtlich nennt, haben weder Stil noch Manieren. Deshalb hält man sie fern. Bei ihrem ersten Rendez-vous führt Charles Edith ins Annabel’s, einen exklusiven Nachtclub mit Restaurant am Berkeley Square im Stadtteil Mayfair, zu dem nur Mitglieder Zutritt haben. Regelmäßig geben sich die Mitglieder des Königshauses und der alte Adel die Ehre ihres Besuches. Unerwünschte Besucher hält man sich vom Leib, indem nur Mitglieder neue Kandidaten mit einem formellen Antrag vorschlagen dürfen, über den im Plenum abgestimmt wird. Eines immerhin ist sympathisch und durchaus nachahmenswert: im Annabel’s herrscht nach wie vor ein striktes Handyverbot.

Am Ziel ihrer Wünsche
Die Broughtons verfügen noch immer über reichlich Geld und noch mehr Land und sind somit eine der wenigen Familien, denen es gelingt, nach dem Klischeebild einer Adelsfamilie zu leben. Edith und ihre ambitionierte Mutter sind von diesem Lebensstil wie geblendet und noch mehr vom Adelstitel. Als sie ihre Verlobung bekanntgeben, hat Edith es geschafft, ernsthafte Rivalinnen auszustechen. So hätte Lady Tenby zu gerne eine ihrer Töchter an dieser Stelle gesehen. Nun muss sie Zeugin des Triumphs einer Usurpatorin werden, einer Fremden, die sich im Schutze der Dunkelheit auf ihr Gelände geschlichen und sich mit dem fettesten Schaf der Herde davongemacht hat. (“[Lady Tenby] had put in many years work on daughters for what were to be meagre dividends and now, this evening, she had been invited to witness the triumph of an interloper, a stranger who had stolen into their camp under cover of darkness and made off with the fattest sheep of all”).

Wenig Leidenschaft im Bett
Edith, sonst nicht zimperlich und an erotischen Erfahrungen deutlich reicher als der unbedarfte Charles, beschließt ganz gegen ihre Gewohnheiten, vor ihrer Hochzeitsnacht nicht mit ihm zu schlafen. Auch er scheint nicht sonderlich erpicht darauf zu sein, da er sich jedes Mal wie ein verklemmter Trottel aufbäumt, wenn ihre Hand zufällig seinen Hosenstall streift. Als es endlich soweit ist, stellt sie fest, dass das Feuer seiner Leidenschaft nur auf Sparflamme kokelt. Nach schnell verrichteter Arbeit murmelt Charles ein knappes „Danke, Liebling“, bevor er zu schnarchen beginnt. Als sie an die Decke blickt, wird ihr bewusst, wie wenig sie diesen Mann kennt, der nackt an ihrer Seite schläft. Sie denkt über die zentrale Wahrheit nach, die vielen Bräuten von Marie Antoinette bis Wallis Simpson aufgefallen sein muss: Unabhängig von den politischen, sozialen oder finanziellen Vorteilen einer großen Ehe kommt der Moment, an dem alle den Raum verlassen und man mit einem Fremden zurückbleibt, der das Recht hat, einen zu beschlafen („Edith stared at the ceiling, contemplating the oddness of life. Here she was with this man, whom she hardly knew when she really thought about it, asleep, . . . naked, beside her. She pondered that central truth, which must have struck many brides from Marie Antoinette to Wallis Simpson, that whatever the political, social or financial advantages of a great marriage, there comes a moment when everyone leaves the room and you are left with a stranger who has the legal right to copulate with you”).

Der Traum vom schönen Leben war eine Chimäre
Nach all dem Aufwand, den Edith betrieben hat, um Charles‘ Auserwählte zu werden, wird ihr mit einem Mal der eklatante Unterschied zwischen der glamourösen Fantasiewelt, die sie sich selbst zusammengebastelt hat und der glanzlosen Wirklichkeit, in die sie einheiratet. Fühlt sie sich zuerst noch wie eine Lady Di, wenn sie von Paparazzi und Journalisten verfolgt wird, so gibt es ein enttäuschendes Erwachen auf dem Landsitz der Schwiegereltern, wo Edith und Charles nach ihrer Hochzeit leben. Ihr, die an das quirlige Londoner Stadt¬leben gewöhnt ist, wird bewusst, dass das Landleben bestimmt wird durch den Rhythmus der Jagdsaison und langweilige und endlose Ausschuss-Sitzungen mit den Dorfbewohnern, denen sie als Lady Broughton beiwohnen muss. Selbst das demütige »Mylady«, mit dem ihre sie Bediensteten ansprechen und das sie am Anfang in höchste Verzückung versetzt, tröstet Edith bald nicht mehr über ihren zähen Alltag hinweg. Statt des erträumten Jet-Set-Lebens auf internationaler Bühne führt Edith ein fades Dasein an der Seite eines Mannes, den sie nicht liebt. Für Lady Uckfeld hingegen ist Ediths permanente Unzufriedenheit nur eine Bestätigung dessen, was sie schon immer wusste: nämlich, dass jemand wie Edith für ein Leben in »ihrem« Stand einfach nicht geboren ist.

Ein neues Traumbild scheint auf
Als eine Filmcrew in Broughton Hall auftaucht und sie den wortgewandten und attraktiven Schauspieler Simon Russell in seinen Reithosen und Rüschenhemd erblickt, erwacht sie wie aus einer Trance. Die Frage ist nun: wird sie von einer Illusion in die andere taumeln, indem sie sich einen Liebhaber nimmt und der Dienerschaft, den Hauspartys und Treibjagden Lebewohl sagt? Fellowes stellt diese Ehe als einen Fehler dar, nicht nur weil Edith nicht wirklich in Charles verliebt ist, sondern weil sie sprunghaft und prinzipienlos ist und mit ihrem Leben trotz privater Erziehung und Doping durch ihre Eltern nicht wirklich zurechtkommt. Sie ist einfach zu gewöhnlich. Zugegeben, ihr Vater ist Geschäftsmann und kein Graf. Gleichwohl hat sie von ihrem Elternhaus beachtliche Pfunde mit auf den Weg bekommen, versteht es aber nicht, mit ihnen zu wuchern. Sie scheitert nicht an der unterkühlten Welt des alten Adels, sondern an sich selbst.

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Cees Noteboom, Der Ritter ist gestorben (De ridder is gestorven)

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

Buchtipp: Eduardo Mendoza, Pomponius Flatus

Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca.

Buchtipp: Helga Schubert, Vom Aufstehen

Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Markus Werner, Am Hang

Buchtipp: Jeannette Walls, Schloss aus Glas

Buchtipp: Gavino Ledda, Mein Vater, mein Herr

Buchtipp: Margaret Mazzantini,Geh nicht fort

Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. (Wise Children)

Buchtipp: Alfred Andersch, Der Vater eines Mörders

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Buchtipp: Elena Ferrante, Die geniale Freundin. L’amica geniale

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. Das kleine große Buch der Lebenskunst

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand.

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen


https://begeistert60plus.de/der-gaulschreck-im-rosennetz/

Buchtipp: Der Gaulschreck im Rosennetz

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room


Über den Autor ANAKREON

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