Der Ritter ist gestorben (Aquarell von Anakreon)

Cees Nooteboom (Jahrgang 1933) gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Schriftsteller im niederländischen Sprachraum. In seiner Jugend, die er in Klosterschulen verbrachte, reiste er per Anhalter durch Europa – Erfahrungen, die er 1955 für seinen Debütroman Philip en de anderen (Philip und die anderen) nutzbringend umsetzte. Ein Jahr später wurde sein Gedichtdebüt De doden zoeken een huis (Die Toten suchen ein Zuhause) veröffentlicht. Im Jahr 1956 erweiterte er seine Palette mit dem Genre des Reisejournalismus. Er schrieb Reportagen und Reiseberichte u. a. für Het Parool, Elsevier und De Volkskrant und berichtete u. a. über den Aufstand in Ungarn. Sein sehr eigenwilliger, sperriger zweiter Roman De ridder is gestorven (Der Ritter ist gestorben) erscheint 1963 und wird im selben Jahr mit dem van der Hoogt-Preis ausgezeichnet, der für Debütromane von Nachwuchsautoren im niederländischen Sprachraum vergeben wird.
Cees Noteboom (Quelle: Wikipedia)

Ein international erfolgreicher Schriftsteller
Seine Reiseerzählungen werden 1963 unter dem Titel Een middag in Bruay (Ein Nachmittag in Bruay) gesammelt, 1965 folgt Een nacht in Tunesië (Eine Nacht in Tunesien). Ab 1968 fand er seine eigene Nische beim Hochglanzmagazin Avenue, das sich am Pariser Vorbild Vogue orientierte. Avenue verpflichtete namhafte Fotografen und Schriftsteller, um eine Verbindung zwischen Reisen, Mode, Literatur und Kulinarik herzustellen. Für den Roman Rituelen (Rituale) aus dem Jahr 1985 erhielt er den F. Bordewijk-Preis und den amerikanischer Pegasus-Preis für den besten nicht-amerikanischen Roman. Damit gelang Nooteboom der Durchbruch beim breiten, internationalen Publikum. Im Jahr 1992 erhielt Nooteboom den Constantijn-Huygens-Preis für sein Gesamtwerk. Weitere Auszeichnungen folgten und im Herbst 2009 erhielt er den prestigeträchtigen Prijs der Nederlandse Letteren von König Albert, der alle drei Jahre von der Niederländischen Sprachenunion verliehen wird. Neben Romanen, Gedichten und Reiseberichten schrieb er auch mehrere Theaterstücke. Seine Bücher sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden.

Ein außergewöhnliches Buch
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und die Tatsache, dass ein Erstlingsroman ein Bestseller wird, heißt nicht, dass das nächste Buch genauso erfolgreich werden muss. Das trifft auch auf Cees Noteboom zu. Heute einer der meistgelesenen niederländischen Autoren nicht nur in Deutschland, hatte es sein zweiter Roman, De ridder is gestorven (1963) nicht leicht mit seinem Publikum- und umgekehrt. Was die Erwartungen zusätzlich hochschraubte, war, dass er schon lange erwartet worden war, nachdem sein großartiges Debüt mit „Das Paradies ist nebenan“ (wie der Titel der deutschen Übersetzung ursprünglich lautete) damals bereits acht Jahre zurücklag. Nun überraschte Noteboom sein Publikum als ein von Selbstzweifeln zerfressener Nachwuchsdichter. Im Rückblick sagt er selbst darüber: „Ein komisches Buch. Ein hysterisches Buch. Ein Buch über Neurosen und Angst. Über Selbstvernichtung. Über die ewige Frage: schreiben oder leben.“ Und doch ist es gerade wegen seiner holperigen Gehversuche ein lesenswertes Buch, das dem Leser als Hintergrund der Handlung das Spanien der frühen 1960er Jahre vor Augen führt. So sind Kritiker trotz mancher Unzulänglichkeiten bewegt und hingerissen von dem Roman, der die Not des Schreibens so eindringlich vor Augen führt. Auch als Leser hat man an manchen Stellen seine liebe Mühe, wird in anderen Kapiteln wiederum durch verdichtete und sich überschlagende Handlungsgeflechte entschädigt, wenn etwa die als Freiheit verbrämte Haltlosigkeit einer Künstlerszene und ihre Flucht in den Suff drastisch dargestellt wird. Die Fahrt der ekstatischen, trunkenen Künstler in einer Taxikolonne erinnert einen fast an Joyce: es wird krakeelt, gesoffen und schwadroniert, schwankend zwischen Tief- und Unsinn, ein Spektakel, das auf der Insel nur erstauntes Kopfschütteln auslöst.

Auf der Suche nach dem verlorenen Ich
Der anonyme Ich-Erzähler – wir dürfen davon ausgehen, dass er mit dem Autor identisch ist- versucht das Leben und die letzten Momente des Schriftstellers André Steenkamps zu rekonstruieren und reist zu diesem Zweck nach Spanien, dann weiter auf die Balearen. Steenkamp arbeitete an einem Buch, scheiterte daran und nahm sich das Leben. Nun tritt sein Freund, der Erzähler auf den Plan, um das Buch zu Ende zu bringen und ihm den richtigen literarischen Schliff zu geben. Hat Steenkamp tatsächlich ein „belangloses Leben“ geführt, ist als Schriftsteller gescheitert, wie es der namenlose Ich-Erzähler anfangs behauptet? Womöglich liegt in eben dessen Anspruch, in der oft strapazierten und überzogenen Sprache der Grund für sein eigenes Scheitern. Dieses Unvermögen, genauso wenig wie Steenkamp der Aufgabe gewachsen zu sein, wirkt noch fataler als das Versagen des Verstorbenen selbst. Sich als Herausgeber eines angeblich von einem anderen geschriebenen Text zu präsentieren, der durch welche Umstände auch immer in seinen Besitz gelangt ist, ist ein uralter Kunstgriff des Erzählens, der hier auch von Nooteboom gar nicht schlecht angewandt wird.

Künstlerkolonie Ibiza
Ibiza, damals noch weit entfernt von der mondänen Schickimicki-Welt heutiger Salonhippies, hat etwas von dem Reiz des Exotischen, als er in die Rolle seines toten Freundes schlüpft: „André“ nimmt sie mit allen Sinnen auf, die Insel. Wie ein echter Schriftsteller. Er sieht noch nichts. Sie trinken Absinth und durch die Bullaugen nähert sich das Schiff der Küste. Cyril zeigt in alle Richtungen und spuckt Namen aus: Cala Pada, Punta Arabí, Cap Roig, Cala d’En Serra, Platja de Talamanca. („ André neemt het op, het eiland, het eiland. Als een echte schrijver. Hij ziet nog niets. Ze drinken absint en door de patrijspoorten n de komt de kust dichterbij. cyril wijst en wijst en spuugt namen uit: cala Pada, punta Arabí, cap Roig, cala d’En Serra, platja de Talamanca.“)
Die ausländischen Künstler sehen sich einer fremden, archaischen Welt gegenüber. Diese Landschaft, so der Amerikaner North, stinke nach Göttern und Geschichte. Unter den Olivenbäumen und in den Hügeln könne man das Dahinsiechen dieser vernachlässigten Gottheiten erahnen. („Kijk naar dat landschap,“ zegt North – „Let goed op schrijver, het stinkt van de goden en de geschiedenis. Onder al die olijven, achter elke miezerige heuvel liggen kinderachtige godheden, gek van verwaarlozing“).

Fast wie ein surrealistischer Film
„André“ bewegt sich unter Steenkamps Freunden – einem Komponisten, einem amerikanischen Dichter, einem Maler, der Geliebten -, als gehörte er seit langem zu ihnen. Doch je mehr er versucht, alles, was Steenkamp erlebt hat, nachzuzeichnen, desto mehr gerät er selbst in den Bann des Verstorbenen. Im engen Kontakt mit den Menschen, mit denen der echte André gelebt, geliebt und getrunken hat, verstrickt sich zunehmend in das Wesen des Verstorbenen, so dass die Identität das einen fließend in die das anderen übergeht. Wer ist nun eigentlich wer? Vom Beobachter und Chronisten wird er zum Handelnden. Die Wirklichkeit gerät aus den Fugen, eben noch Reales verzerrt sich wie in einem expressionistischen Film in den surrealistischen Szenen des frühen Buñuel, als er mit Dalí Un chien andalou fabrizierte.
Er versucht also, das Buch zu vollenden, das sein verstorbener Freund auf Ibiza verfassen wollte, jedoch wegen einer Schreibhemmung nicht zustande brachte. Doch ihm geht es nicht besser: Schramm, einer aus der Künstlerclique stellt ihm die vorwurfsvolle Frage, warum er denn nichts aufs Papier bringe. Stattdessen sei er untätig. Er gehe aufs Zimmer, kritzele herum, stehe auf, gehe raus. Arbeiten müsse er! Doch „André“ antwortet resigniert, er könne nicht. Warum? Er lüge, wenn er schreibe. Entweder sei sein Leben real, oder das, was er schreibe. („Waarom schrijf je niet? Je doet niets. Je gaat naar je kamer, je krabbelt, je staat weer op en loopt weg, je zucht, dat zie ik, je komt bleek naar buiten, o,o, dat is slecht. Je moet moet werken!“ …Ik kann niet schrijven.‘ Schramm: Waarom niet? `Ik lieg als ik schrijf. Of ik heb geen leven. Of mijn leven is echt, of wat ik schrijf is echt.”).

Die Fragwürdigkeit des Schreibens
Die Konstruktion dieser Identitäten, die sich eine aus der anderen entwickeln. erinnert an das Schachtelprinzip russischer Babuschka-Puppen, aber der Autor bietet einen näherliegenden Vergleich: die Krankenschwester in alter Tracht auf den alten holländischen Droste-Kakaodosen, die eine Dose in der Hand hält, auf der sie selbst abgebildet ist, in der Hand eine Kakaodose mit einer weiteren Schwester.

Das pathetisch verquaste Lebensgefühl des Dichters, der unentwegt über die Fragwürdigkeit aller Literatur, über die Unvereinbarkeit von Schreiben und Leben sinniert und dennoch den Bleistift nicht aus der Hand legen kann, beherrscht der spätere Noteboom mit einer Leichtigkeit und erzählerischem Raffinement, das ihn so unverwechselbar macht. Daher bleibt das verwirrende Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit eines seiner Lieblingsthemen, für das er manch gekonnte, zuweilen auch verworrene Variationen erfindet. Seine Stärken entwickelt dieser Roman da, wo der verzweifelte Ton raunender Sinnsuche plötzlich unerwartet Fahrt gewinnt durch die Beschreibung von Bildern aus dem prallen Leben im damals noch exotischen, rückständigen Spanien, das durch den Bürgerkrieg der europäischen Entwicklung um Jahrzehnte hinterherhinkte. Noch mehr als das Festland sind die Inseln ein Relikt der Welt von gestern, in der jede Bewegung zum ritualisierten Gemeinschaftserlebnis erstarrt: Militärparaden, traditionelle Musik aus Bodegas in Kellergewölben, Leichenprozessionen. Die Einheimischen ihrerseits haben für diese Fremden nur Verachtung übrig, die sich in ihren Augen wie ungezogene Kinder benehmen und das für einen Ausdruck spontaner Empfindung halten. So schreit André beim Anblick des Trauerzugs: „Ich will auch begraben werden, ich auch!“ …. Hinter dem Wagen, auf dem vier große Petroleumlampen aus Glas brennen, gehen die Trauernden. Der Kummer ist hierarchisch gegliedert. In den ersten vier Reihen schwarzgekleidete Menschen, deren harte Inselgesichter von Trauer erstarrt sind. Dahinter junge Leute mit den Händen in den Taschen und einer Zigarette zwischen den schwatzenden Lippen. („ik will ook begraven worden, ik ook!… Achter de wagen, waarop vier hoge glazen petroleumlampen branden, lopen de rouwen. Het verdriet is hierarchisch verdeeld. Zarte geknakte levenden in de eerste vier rijen, hun harde eilandgezichten doorvoed met rouw. Daarachter verloopt het geleidelijk tot aan de achterste rijen: jonge kerels met de handen in de zakken en een sigaret tussen de pratende lippen“).

Stierkampf und Eros
In einem Roman über den Tod und das Sterben darf die Corrida nicht fehlen- hier zeigt sich Notebooms Lust an der Reiseschriftstellerei. Ein Höhepunkt ist daher die Sequenz, in der Stierkampfszenen im Wechselspiel mit einer Begegnung in einem Hotelbett aufleuchten. Die Schreibstile wechseln im selben Maße, wie sich die Wahrnehmung mit Einbildung vermischt. Allerdings packt er schon einiges in dieses Zelebrieren von Tod und Eros, wie es sich die Apologeten der Tauromachie das blutrünstige Spektakel gerne schönreden. Es bedient vielmehr den mordgierigen Voyeurismus einer schaulustigen Menge, die kaum tieferes Verständnis für die vermeintliche Allegorie der Vergänglichkeit und des Todes aufbringt. Das Volk will unterhalten werden, man kaut, trinkt, gafft. Der Stier greift an und drückt und forkelt mit seinen Hörnern gegen das verängstigte Pferd, das starr wie eine Statue verharrt. Der Reiter sticht die Garocha [Lanze des berittenen Picadors] in das schwarze Fell im Nacken. Dann sieht man Blut. In der Menge hört man nach dem ersten lustvollen Raunen unzufriedenes Pfeifen, dazwischen vereinzelte Schimpfwörter. („De menigte kauwt, drinkt, kijkt. De stier heeft aangevallen en staat duwend en wrikkend met zijn horens tegen het angstige standbeeld van het paard. De man op het paard steekt de garocha in zwarte bont, in de nek. Dan is er bloed. Na dat eerste wellustige hijgen begint het fluiten, afzonderlijke scheldwoorden daar tussen“). In diese Szenen in der Arena werden Augenblicke einer verklemmten Bettszene eingeblendet. Nooteboom hat den Roman später als „einerseits absolut notwendig, andererseits als nicht gelungen“ beschrieben. Gerade wegen seiner holprigen Unzulänglichkeiten ist der Roman in seiner Suche nach Identität und als Zeitdokument der frühen 1960er eindeutig lesenswert.

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit.The Invention of Solitude

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

Buchtipp: Helga Schubert, Vom Aufstehen

Buchtipp: Eduardo Mendoza, Pomponius Flatus

Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

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Buchtipp: Markus Werner, Am Hang

Buchtipp: Jeannette Walls, Schloss aus Glas. Glass Castle

Buchtipp: Gavino Ledda, Mein Vater, mein Herr. Padre Padrone

Buchtipp: Margaret Mazzantini,Geh nicht fort

Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Summer without Men

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. Wise Children

Buchtipp: Alfred Andersch, Der Vater eines Mörders

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Buchtipp: Elena Ferrante, Die geniale Freundin. L’amica geniale

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. La Première gorgée de bière

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand. On Chesil Beach

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía


https://begeistert60plus.de/der-gaulschreck-im-rosennetz/

Buchtipp; Friedrich Nietzsche, Gesammelte Schriften

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room


Über den Autor ANAKREON

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