„La vache qui rit- die Kuh, die lacht“ (Plakat von 1926, Quelle Wikipedia)

Suomi – das Land der tausend Seen, der Wälder und Moorlandschaften, der Sauna, Trolle und Wichtel und Kalsarikänni – „Vom großen Spaß, sich allein zu Hause in Unterwäsche zu betrinken“ (kalsarikänni. suomalainen opas hyvään elemään, der finnische Ratgeber für ein gutes Leben). Dabei geht es nicht darum, sich sinnlos zu betrinken, gemeint ist vielmehr sich in den eigenen vier Wänden zu entspannen, unabhängig von Freunden oder anderen Verpflichtungen. Finnen sind also ein eigentümliches Völkchen mit einer Sprache, die mit den germanischen, slawischen und romanischen Idiomen nicht die geringste Ähnlichkeit hat. Die Sprache der Finnen ist von melodischem Wohlklang mit seinen vielen Vokalen, kennt l5 Kasus, die überaus logisch und regelmäßig sind, und die Aussprache von Wörtern wie „hääyöaie“ (Ideen für die Hochzeitsnacht) stellt eine gewisse Herausforderung für die ungeübte Zunge dar. Den Finnen wird aber auch nachgesagt, dass sie eigensinnig und wortkarg seien. Nun, eines stimmt mit Sicherheit: sie haben Sinn für schrägen Humor.

Leidvolle Erfahrungen mit dem großen Nachbarn
Um diese lange Vorrede weiter auszudehnen: die Finnen lieben ihre Heimat und besonders ihre Unabhängigkeit, seit sie nach dem 1. Weltkrieg das Joch des Zarenreiches endlich abschütteln konnten. Leider sehr aktuell ist ihre stete Furcht vor dem großen Bruder im Osten, nachdem bereits Stalin Gebietsforderungen gestellt hatte, die die Finnen ablehnten, weil das Ganze auf eine neuerliche Annexion des ganzen Landes hinauslief. In dem 4 Monate dauernden Winterkrieg bis März 1940 wehrten sich die Finnen verbissen und äußerst geschickt mit einer Taktik namens motti (Einkreisung), waren aber der Sowjetarmee mit ihrer Masse an Material auf Dauer nicht gewachsen. Immerhin behielt das Land seine staatliche Unabhängigkeit und schloss sich dann aus Vergeltung dem deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion an. Die Erinnerungen an diese Zeiten sind in Finnland noch immer sehr lebendig und bilden auch den geschichtlichen Hintergrund in diesem Roman.

Der Autor Arto Paasilinna
Der aus dem kleinen Ort Kittilä in Lappland stammende Arto Paasilinna (1942-2018) war einer der erfolgreichsten finnischen Schriftsteller, dessen Bücher in 35 Sprachen übersetzt wurden, für die er zahlreiche Literaturpreise erhielt. Besonders beliebt war er in Frankreich, und erst nachdem er im Ausland „entdeckt“ worden war, stellte sich auch in Finnland großer Erfolg ein. Jahr für Jahr veröffentlichte er einen neuen Roman, so dass man in Finnland sagte: „Der jährliche Paasilinna gehört zum finnischen Herbst wie die fallenden Birkenblätter.“ Die Schrullen seiner Landsleute nimmt er besonders gern aufs Korn. Dabei greift er auch ernste Themen wie Demenz mit viel hintergründigem Humor auf, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen. Vielmehr verweist er auf die Fähigkeiten, mit denen sich auch Menschen mit Einschränkungen durchs Leben schlagen können.

Eine Zufallsbegegnung
Der Taxifahrer Seppo (=Josef) Sorjonen ist gerade in Helsinki unterwegs, als er den ehemaligen Panzer-Sergeanten und pensionierten Landvermessungsrat Tavetti (=David) Rytkönen mitten auf der Straße stehen sieht. Es handelt sich um einen auffallend großen, älteren Mann, der verzweifelt versucht, seine Krawatte zu binden. Als er keinerlei Anstalten macht, seinen gefährlichen Standort aufzugeben, bietet ihm der Taxifahrer seine Hilfe an. Doch hinter der misslungenen Krawatte verbergen sich ganz andere Probleme. Offenbar ist der alte Knabe ziemlich durch den Wind. Rytkönen ist zwar erst achtundsechzig Jahre alt, weiß aber im Moment gerade noch seinen Namen. Das Einzige, was er bei sich trägt, ist ein Bündel mit Tausendmarkscheinen, die er kurz zuvor in der Nationalbank abgehoben hat. Zu welchem Zweck, ist ihm nicht mehr recht geläufig. Wie für viele, die mit Demenzerscheinungen zu kämpfen haben, ist Gegenwärtiges ganz schnell wieder vergessen.

Eine Spritztour durch Finnland
Dafür vermag er äußerst spannende Geschichten aus alten Zeiten zum Besten zu geben, vor allem aus dem Krieg, als er als Panzerschütze gegen die russischen Truppen im Einsatz war. Da Sorjonen im Augenblick keinen Auftrag hat, lässt er den Mann einsteigen und braust davon- doch wohin? Auf die Farge des Taxifahrers antwortet Rytkönen vage, aber bestimmt: „Egal, einfach vorwärts.“ Richtung Norden. So beginnt hier ein Roadtrip durch Finnland, der in seinen grotesken Situationen nur allzu deutlich an die Abenteuer des Don Quijote erinnert: wie der spanische Hidalgo, der ziemlich weltfremd durch die Gegend irrt, wird Rytkönen von seinem Sancho Panza, Seppo Sorjonen, immer wieder aus heiklen Lagen gerettet und auf seiner turbulenten Reise begleitet. Unterwegs schwelgt der sonderbare Alte in seinen Erinnerungen, die glasklar vor ihm stehen. Auch wenn es mit der Gegenwart etwas hapert: unvergessen ist, was gestern war. Er heißt also Taavetti Rytkönen, seines Zeichen ehrenwerter Landvermessungsrat a.D. und hat im 2. Weltkrieg in der Panzertruppe gedient. Wenn er wieder einmal einen Anfall von Gedächtnisschwund hat, muss er etwas unternehmen- einfach weg, egal wohin. Bloß nicht innehalten, sonst packt ihn das blanke Entsetzen vor sich selbst. Getreu dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ geht die Fahrt über Land und der alte Haudegen wird redselig.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
„Beflügelt vom Kognak, begann Taavetti Rytkönen von seinen Kriegserlebnissen zu erzählen. Er war mit 18 Jahren freiwillig zur Armee gegangen, das war im Jahr 1941 gewesen…Der alte Mann geriet beim Bericht über seine Kriegserfahrungen, die ungewöhnlich hart gewesen waren, so richtig in Fahrt“. Man muss vorausschicken: für Pazifisten, Abstinenzler und Vegetarier ist dieser Roman nur bedingt geeignet. Der trinkfreudige Rytkönen ist dem jungen Seppo auf Anhieb so sympathisch, dass er sich kurzerhand auf dem kleinen Dienstweg Urlaub nimmt, um mit ihm auf die Suche nach einem alten Kriegskameraden zu gehen. „So einfach lassen sich in Finnland die Dinge regeln, wenn man sie nur richtig anpackt.“ Die skurrile Tour des ungleichen Duos führt kreuz und quer durch die finnische Seenplatte. Bei all den teils tragikomischen, teils drolligen Ereignissen taucht Taavetti immer wieder aus der Umnachtung auf und alles steht deutlich vor ihm: sein Geschichte, seine Familie, seine Hobbys und seine Demenz: “Alles war ihm nun vertraut, sein ganzes Leben. Gleichzeitig beschlich ihn die Angst, dass diese Klarheit und Hellsichtigkeit nicht lange andauern würden.“

Im Panzermuseum von Parola,
das real existiert und dem Publikum eine bedeutende Sammlung von Wehrtechnik aus dem Zweiten Weltkrieg anbietet, gibt sich Rytkönen im Gedenken an die alten Zeiten dem Kalsarikänni hin: Es braucht dazu nur ein altes deutsches „Sturmgeschütz 40 Ausf. G“, einen Zentnersack mit Zwiebeln und eine Flasche Schnaps. In dieser eher schwermütig stimmenden Szene erlebt der in Nostalgie schwelgende Rytkönen in angetrunkenem Zustand eine sonderbare Begegnung mit einem Wildschwein, das sich mit seinem verlorenen Gebiss davonmacht. Zwar erweist er sich bei einer Gruppe japanischer Touristen als kompetenter Fachmann für alle Panzerfahrzeuge des Zweiten Weltkriegs, doch allzu sehr darf er sich nicht der Faszination der eigenen Vergangenheit und seines vermeintlichen Heldentums hingeben. Auch wenn hier alles klar und deutlich vor ihm steht: ein Museum kann das Leben nicht ersetzen.

Eine Farm geht in die Luft
Daher geht die Reise weiter bis zum Anwesen seines ehemaligen Kameraden Heikki (=Heinz) Mäkitalo. Der betreibt seit vielen Jahren einen Einödhof zusammen mit seiner Frau Anna. Als Seppo und Taavetti eintreffen, bereiten die beiden gerade ein gigantisches Zerstörungswerk vor. Da Anna und Heikki von der Plackerei auf dem Hof genug haben und sich überdies ständig neuen EU-Richtlinien nicht weiter unterwerfen wollen, haben sie vor, ihren Besitz völlig unbrauchbar zu machen. Alles, was man dafür benötigt, ist hat Heikki über Beziehungen organisiert bzw. ganz legal gekauft: Dynamit, jede Menge Benzin und paar Streichhölzer. Minuziös wird nun geschildert, was passiert, wenn ein altes Bauernehepaar die Landwirtschaft und die Bürokratie, die sie behindert, satt hat und mit tätiger Mithilfe eines alten Freundes seinen ganzen Hof platt macht. Auf mehr als 20 Seiten beleuchtet Paasilinna jedes Detail ihres Treibens. Selten dürfte in der Weltliteratur ein Zerstörungswerk so überlegt und zielgerichtet angegangen worden sein.

Die lachenden Kühe im Wald
Damit sie aus der Schusslinie sind, treibt Mäkitalo seine paar Rinder in die Auenwälder. Konnte er denn ahnen, dass sich genau dort zur selben Zeit zwölf Französinnen zum Überlebenstraining aufhalten? Die beobachten das bunte Treiben in den nächsten Tagen erst einmal versteckt aus der Ferne. Nachdem sie sich von ihrem zudringlichen Touristenführer getrennt haben, werden sie immer stärker vom Hunger gepeinigt. Da wird die erste Kuh durch einen Blattschuss erlegt und kommt auf den Grill. Als Vegetarierinnen können sie natürlich gar nicht gutheißen, dass die Männer ihre Rinder offenbar zum Abschuss freigegeben haben. „Sie fanden es ungebührlich, dass Gott solch blutigen Barbaren irdische Freuden schenkte, während sie selbst, die sich einem naturgemäßen Leben verschrieben hatten, hungern und frieren mussten.“ Doch die beiden alten Kameraden schießen die Rinder nicht zum Vergnügen. Um den Tieren den Hungertod in der strengen Kälte des kommenden finnischen Winters zu ersparen, werden sie eines nach dem anderen zur Strecke gebracht. Übrigens kommt der Titel im Original ganz ohne Rindviecher aus: „Elämä lyhyt, Rytkönen pitkä“- das Leben ist kurz, Rytkönen lang.

Zwei Köche vom Balkan drehen den Grill
Als Helfer gesellen sich den beiden alten Kämpen der albanische Architekt Georg Skutarin und der bosnische Taxifahrer Cirill Jugrazar zu, die eigentlich zu einem nahegelegenen Bauprojekt gehören. Rytkönen läuft zu höchster Form auf, als er ihnen die Prinzipien der finnischen Landvermessung erläutert- auf Deutsch, einer Sprache, die alle leidlich beherrschen. Doch die beiden Herren vom Balkan können mit noch ganz andere Fähigkeiten aufwarten: sie sind begnadete Köche. „Sie verarbeiteten ein Rind nach dem anderen zu Wurst und Trockenfleisch, sie salzten Fleisch in den Behältern ein, aßen selbst davon und verpflegten ihre finnischen Freunde.“ So verwandeln sie die Rinder nach Rezepten vom Balkan hingebungsvoll und mit vielen Gewürzen in wahre Delikatessen: „So schmackhafte Würste hatten Rytkönen, Sorjonen und Mäkitalo noch nie in ihrem Leben gegessen.“ Die Französinnen, ausgehungert und abgemagert nach ihrer Diät aus Rohrkolbenwurzeln und Birkenrinde, werden bei diesem Anblick ihren vegetarischen Prinzipien nach langem, innerem Ringen untreu. „Der vegetarische Kampf war verloren, der Glaube an Seerosenwurzeln gebrochen.“ Schnell haben sie ausbaldowert, dass die Burschen ihre Fleischvorräte auf finnische Art in eiskaltem Moorwasser konservieren. „Als die Männer am nächsten Tag kamen, um eine neue Partie Würste in der Quelle kalt zu stellen, mussten sie feststellen, dass ein Behälter entwendet worden war. Ein dreister Diebstahl war geschehen.“ Schließlich finden die entkräfteten Frauen Aufnahme im Lager der Meisterköche und werden sofort mit einem balkanischen Güwetsch („Tontopf“, eine Art Eintopf) willkommen geheißen. Das Rezept dazu liefert der Autor auf der folgenden Seite gleich mit. Dazu gibt es Brot und Schnaps aus Pappbechern. Völkerverständigung auf Finnisch!

Das Thema Demenz erfordert Fingerspitzengefühl
Welcher Autor, wenn nicht Arto Paasilinna, könnte es schaffen, ein tabubesetztes Thema wie Demenz vergnüglich und trotzdem respektvoll zu behandeln? Ihm gelingt das Kunststück, dieser tragischen Krankheit komische Züge abzugewinnen, ohne den älteren Herrn dadurch lächerlich zu machen. Die ernste Botschaft wird unterhaltsam, witzig und traurig zugleich präsentiert. Denn wenn sich Rytkönen auch nicht mehr an alles erinnern kann – seine Lebensfreude bleibt ungetrübt, und immer wieder hat er seine lichten Momente, in denen er zu großartiger Form aufläuft. In einem Pflegeheim dahinzuvegetieren, wäre für einen originellen Kopf wie Taavetti Rytkönen das sichere Ende. Mit ein wenig Hilfestellung kann er trotz seiner Einschränkung viel für die Gemeinschaft tun, zu deren Entstehung er ganz wesentlich beigetragen hat: von der Einsamkeit in Helsinki zu einem quirligen, internationalen Ferienlager. Ganz nebenbei erfährt der Leser so einiges über finnische Landschaften und ihre Menschen und kann möglicherweise ein paar Vorurteile auf amüsante Art bestätigt finden. Sicherlich mag einem an der Handlung manches allzu konstruiert vorkommen, wenn in den Weiten der finnischen Wälder ausgerechnet französische Vegetarierinnen auf die alten Kameraden am Grill und deren Freunde vom Balkan stoßen. Doch das gehört zur Slapsticktechnik dieses Romans, ebenso wie die skurrile Situationskomik um ein ungleiches Paar, das herzerfrischend natürlich wirkt und immer wieder mit unvorhersehbaren Entwicklungen klarkommen muss. Und für eines ist Aarto Paasilinna immer gut: sich abseits einer politischen Korrektheit zu stellen, zu der mittlerweile Abstinenz, Vegetarismus und Pazifismus als neue Glaubensbekenntnisse gehören. Allerdings sind zumindest die alten Naiven der „Friedensbewegung“ durch die bestürzenden Ereignisse in Osteuropa ziemlich unsanft aus ihren Träumen geschüttelt worden. Si vis pacem para bellum.

Weitere Buchtipps:

Buchtipp: Cees Noteboom, Der Ritter ist gestorben (De ridder is gestorven)

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca.

Buchtipp: Helga Schubert, Vom Aufstehen

Buchtipp: Eduardo Mendoza, Pomponius Flatus

Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Markus Werner, Am Hang

Buchtipp: Jeannette Walls, Schloss aus Glas

Buchtipp: Gavino Ledda, Mein Vater, mein Herr

Buchtipp: Margaret Mazzantini,Geh nicht fort

Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Epikur, Die Philosophie der Freude

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. (Wise Children)

Buchtipp: Alfred Andersch, Der Vater eines Mörders

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

Buchtipp: Dimitri Verhulst, Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau

Buchtipp: Elena Ferrante, Die geniale Freundin. L’amica geniale

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. Das kleine große Buch der Lebenskunst

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand.

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen

Buchtipp: Der Gaulschreck im Rosennetz

Buchtipp; Friedrich Nietzsche, Gesammelte Schriften

Buchtipp: Jan Koneffke, Die Tsantsa-Memoiren

Buchtipp: Grazia Deledda, Cosima.

Buchtipp: P.D. James, Im Saal der Mörder. The Murder Room


Über den Autor ANAKREON

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