Skulptur Der Geizige, geschaffen von der Bildhauerin Anette Schröder

In diesen Tagen der Unsicherheit und Angst angesichts eines Krieges in Europa, den man nicht mehr für möglich hielt, wachsen bei vielen Menschen die Befürchtungen, das tägliche Brot könne bald unerschwinglich werden. Auch wenn die Preise steigen, sind wir noch weit von den Horrorszenarien der Medien entfernt, mit denen sich so trefflich Kasse machen lässt. Tatsache ist, dass in kaum einem anderen Land Europas Lebensmittel noch immer so billig zu haben sind wie in Deutschland. Bei uns steht der Preis an erster Stelle, erst dann folgt die Qualität. In den romanischen Ländern hingegen steht das Einkaufserlebnis im Vordergrund: Produkte werden in farbenfrohen Pyramiden theatralisch arrangiert, Früchte und Gemüse sind von ausgesuchter Qualität, haben aber ihren Preis, den die Kundschaft gerne zu zahlen bereit ist, auch bei Fleisch und frischem Fisch. Auf solchen Firlefanz legt man in Deutschland keinen Wert. Hauptsache billig, wenn auch geschmacklos und auf Paletten verhökert, am besten gleich beides.

Erfahrungen aus der Geschichte
Sicherlich treiben die Gespenster unserer Geschichte hier immer noch ihren Spuk. Im ersten Weltkrieg kam es im Steckrübenwinter von 1916/17 zu einer humanitären Katastrophe, nach dem Zusammenbruch 1945 folgte der Kälte- und Hungerwinter 1946/47, dem Hunderttausende zum Opfer fielen. Einige aus den älteren Semestern können sich noch an diese Schreckenszeit der Lebensmittelkarten und des Schwarzmarkts erinnern oder wissen aus Erzählungen davon. Die traumatischen Erfahrungen gruben im sich als tiefe Rillen im kollektiven Gedächtnis ein. In den Aufbaujahren der Nachkriegszeit hieß es deshalb zuvörderst, Lebensmittel schnell und preiswert auf den Markt zu bringen. Die Menschen wollten vor allem satt werden. An dieser Haltung hat sich nicht viel geändert, wohl aber die Preise. Mit dem Anstieg des Wohlstands und der Vermögen fiel der prozentuale Anteil für die tägliche Nahrung immer weiter. Während im Jahr 1950 noch 44% des verfügbaren Einkommens für Lebensmittel ausgegeben wurden, fiel dieser Anteil auf 25 % (1970) und beträgt mittlerweile (2021) 15,4%. Anderen Quellen zufolge heißt es, dass Deutschland seit Jahren unter dem EU-weiten Durchschnitt liege, was die Ausgaben für Nahrungsmittel betrifft. Nicht einmal ein Zehntel des Haushaltsbudgets würden hierzulande für Essen ausgegeben. Erklären lässt sich diese Tatsache damit, dass die Lebensmittelpreise bei uns unter dem EU-Durchschnitt liegen, das Pro-Kopf-Einkommen hingegen deutlich höher als im EU-weiten Vergleich. Somit wäre unser Geiz-ist-geil-Lebensprinzip aus den Erfahrungen der Geschichte zu erklären.

Auch andere Ländern haben Kriegstraumata
Aber auch Spanien leidet bis heute unter dem Trauma des Bürgerkriegs 1936-39 und den Hungerjahren, die infolge der internationalen Ächtung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzten, Portugal unter den bleiernen Jahrzehnten der Salazar-Diktatur und der Kolonialkriege. In beiden Ländern versucht der deutsche Discounterriese ALDI seit längerem Fuß zu fassen, indes der Erfolg ist mäßig. Unglücklicherweise haben die Gebrüder Albrecht bei der Aufteilung ihres Imperiums nämlich nicht die Folgen einer Geschäftspolitik bedacht, die Spanien und Portugal auf Kopfschütteln stößt. Die Ware mag zwar von guter Qualität sein, doch die lieblose Präsentation auf Paletten und in Kisten lockt fast ausschließlich die Unterschicht, und diese auch nur aufgrund der unschlagbaren Preise. Während es uns egal ist, ob wir den Wagen durch enge Ladengänge schieben, die schlecht belüftet und beleuchtet sind, solange wir nur schnell, effizient – und vor allem billig! – unseren Einkauf „hinter uns bringen“, fehlt im Süden ein ganz wesentliches Element: neben der Qualität der Ware auch das Sich-Wohlfühlen, Zeit haben, das soziale Miteinander, das Erlebnis, als Kunde umworben zu werden, zu kosten und auszuwählen. Dafür ist man auch bereit, mehr Geld an der Kasse zu lassen. Könnte unsere Hang zu „schnell und billig“ noch anders erklärt werden? Besonders augenfällig zeigt sich diese Mentalität nicht nur in unserem Einkaufs- sondern auch in unserem Essverhalten. Zeit ist Geld, daher ist die Hauptmahlzeit des Tages längst den Forderungen der Effizienz und Schnelligkeit geopfert worden. Mittags würgt man ein belegtes Brötchen hinunter, viele einsam im Büro, während man mit einem Auge schon wieder auf den Bildschirm starrt. Andere verlassen zwar das Gebäude, aber nur, um am Imbiss einen Hamburger mit Fritten zu verschlingen. Selbst wenn Kollegen dabei sind, ist in dem Getöse ringsumher kaum ein Gespräch möglich. Ähnlich verhält es sich in den Kantinen: laut, heiß &fettig.

Schlagen konfessionelle Unterschiede immer noch durch?
Vor etwas mehr als 20 Jahren machte der italienische Forscher Massimo Salani mit der Behauptung von sich Reden, McDonald’s und Fastfood ganz allgemein entstammten dem Geist des Protestantismus, der unsere neuzeitliche Weltordnung entscheidend mit seinen Maximen „Pflicht und Verzicht“ geprägt hat. Immerhin muss man dem Übervater Luther zugutehalten, dass er die häusliche Tischgemeinschaft als Ort des Gebetes und der Mahlzeiten aufgewertet und zum Mittelpunkt des familiären Zusammenlebens bestimmt hat. Sprichwörtlich sind viele Zitate aus Luthers Tischreden. Doch dadurch entwickelten sich unsere Mahlzeiten, anders als im katholischen Südeuropa, zu einer rein privaten Handlung, die ins traute Heim gehört. Während Spanier wenig Sinn darin sehen, ihr Geld unter der Matratze zu horten und stattdessen lieber mit der Familie draußen in der Bar essengehen, findet man in protestantischen Gegenden immer noch die Einstellung, der Gang ins Gasthaus sei eine Verschwendung und nur etwas für reiche Müßiggänger, die den Wirtsleuten das Geld bereitwillig in den Rachen würfen. Wie der katholische Dozent Salani weiter ausführt, werde in der westlichen Fast-Food-Kultur der Akt einer egoistischen, schnellen Sättigung zelebriert, bei dem es nicht mehr um ein soziales Miteinander an der gemeinsamen Tafel gehe, sondern um die Maximierung der individuellen Leistungskurve. Gegen diese Auswüchse der global einheitlichen Schnellabfütterung gründete sich die Slow-Food-Bewegung, die sich das langsame Genießen handwerklich erzeugter, regionaler Produkte auf ihre Fahnen geschrieben hat. Etwas pathetisch behaupten dessen Vertreter, dies sei eine katholische Reaktion auf die protestantische Verzichtkultur der Schnelle. Verzichtet werde ja nicht nur auf die ortsnahe Herkunft der Lebensmittel und somit auf ihre Frische, sondern auf die Kultur des gemeinsamen Mahls, Gespräche und vor allem Zeit.

Im Süden is(s)t man anders
In den romanischen Ländern war die mindestens zweistündige Mittagspause der Knotenpunkt des Tages, der den Morgen vom Nachmittag trennte. Vielerorts ist das noch immer so, vor allem im ländlichen Bereich. Manch einer legt sich dort im Nachthemd ins Bett und hält Siesta. Im Zuge der globalisierten Wirtschaft beginnt man aber auch im Süden, den Leistungsvorgaben der Time-is-Money-Kultur hinterherzuhecheln. Gleichwohl bleiben markante Unterschiede. Immer wieder äußern amerikanische Touristen ihre Verwunderung darüber, dass die Franzosen viel essen (4-5 gängige Menüs), täglich Wein trinken und dennoch bewundernswert schlank bleiben. Ihr Essen und ihre Gewohnheiten sind vielleicht einfach nur gesünder. Sie nehmen höchstens drei Mahlzeiten am Tag ein, ohne dazwischen zu Cola, Chips und Schokoriegeln zu greifen. Sie tafeln mit Hingabe und Genuss und nehmen sich Zeit dafür. Vor allem tun sie das gemeinsam. Viele Studenten aus anderen Teilen der Welt sind entsetzt über die Gewohnheiten in ihren britischen Gastfamilien, wo sich jeder nach Lust und Laune seine Tiefkühlpizza in die Mikrowelle schiebt und alleine in einer Ecke hinunterschlingt.
https://www.traditioninaction.org/Cultural/C007cp.htm
Ins gleiche Horn stößt auch der Kabarettist Gerhard Polt, der dem Wein zugetan ist und sich im Übrigen auch freimütig zur Bratwurst- und Schnitzelfraktion bekennt: „Das katholische Element ist mediterraner. Im Grunde genommen haben sie dort die bessere Küche und die bessere Unterhaltung. Also, die Protestanten müssen sich diesbezüglich anstrengen!“
https://www.derstandard.at/story/3233610/gerhard-polt-ein-pranger-der-ist-immer-gut

Entsagung als Lebensprinzip
Hinter den konfessionellen Unterschieden in der Esskultur standen oft genug die Lebensverhältnisse. In den kinderreichen evangelischen Pfarrhäusern ging es karg zu. Zu den sprichwörtlichen drei K (Kinder, Karnickel, Küche) gesellte sich noch die Kirche, genauso nüchtern und lustfeindlich wie der Prediger auf der Kanzel. Dagegen steht das Klischee vom katholischen Pfarrherrn, der, wenn er schon den Verlockungen der sinnlichen Fleischeslust entsagen musste, wenigstens von seinen Schäflein mit Speckseiten und Würsten verwöhnt wurde, die seine Köchin so meisterhaft zuzubereiten wusste… Gleichzeitig trug die Kirchenspaltung maßgeblich dazu bei, auch den Transfer der raffinierten italienischen Renaissanceküche, kurz jeden kulinarischen Fortschritt im Norden zu verhindern. Maßvoll und bescheiden soll sich der Christenmensch in diesem Lande seither ernähren, und das möglichst billig. Was nicht nur in der deutschen, sondern in der nördlichen Esskultur allgemein fehlt, ist der Sinn für den Genuss. Essen ist Nahrungsaufnahme, sozusagen Nachtanken an der billigsten Zapfsäule. Wir rechnen es uns als ein moralisches Verdienst an, dass wir billig und schlecht essen. Eine Ausnahme ist das Frühstück.

Das deutsche Frühstück
Traditionell nimmt man in Frankreich am Morgen, wenn überhaupt, nur einen kleinen Imbiss zu sich, gerne in der nächsten Bar. Ähnlich wie Spanien besteht es aus einem großen Milchkaffee und einem Croissant bzw. Churro. In Italien nennt man einen Kaffee und eine Zigarette scherzhaft la piccola colazione, das kleine Frühstück. In Deutschland indes gilt noch immer der Grundsatz „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König, Abendessen wie ein Bettelmann“. Der deutsche Hang zum ausgedehnten Frühstück ist, wie auch in Großbritannien, tief in protestantischer Wolle gefärbt. Diese familiärste aller Mahlzeiten wird fast ausschließlich zu Hause eingenommen. Dabei sind Tee und Kaffee die Getränke, die Körper und Geist für die Pflicht des Tages aufmuntern und stärken. Noch der Alte Fritz murrte gegen den neumodischen Morgenkaffee und rief nach seiner althergebrachten Biersuppe. Beeindruckend sind die Mengen, die zum deutschen Frühstück vertilgt werden; geradezu zum Fremdschämen die Auftritte von Landsleuten im Ausland, die sich beim Frühstücksbuffet den Teller nicht nur einmal mehrstöckig vollpacken. Hier scheinen sich so manche innerlich zuzurufen, für sein Geld müsse man sich vollnudeln, bis die Bäuche spannen. Das weinselige Abendessen des Südens indes wird zu einem frugalen Abendbrot zusammengestrichen, zu dem der Pfefferminztee eher passt als ein Spätburgunder. Sind es also wirklich die bedrückenden Geschichten von verlorenen Kriegen und der dürre Geist eines verzichtenden Protestantismus, die zusammen unsere geizig-geile Esskultur geformt haben? Schließlich ist im katholischen Süden und Westen des Landes auch nicht so viel mehr los.

Die Welt der Pfennigfuchser
Womöglich ist es einfach unsere kollektive Krämerseele, die uns vor allzu viel und allzu teurem Raffinement zurückreißt. Das würde ja auch erklären, warum Niederländer und Briten mit uns auf im selben Boot auf harten Ruderbänken sitzen und Butterbrote mümmeln. In der Ferne die Franzosen, Spanier und Italiener, die zum Gesang von O sole mio zum getrüffeltem Truthahn einen vollmundigen Condrieu genießen…Die Krämerseele würde auch eine andere deutsche Eigenart erklären, nämlich im Gasthaus die Rechnung nach dem jeweiligen Verzehr zu sezieren. Einer könnte ja etwas Teureres verspeist haben. Wer so etwas im Süden versucht, wird nie wieder in einer geselligen Runde gemeinsam ausgehen. In Spanien und Italien ist pagar(e) a la romana unter Freunden gang und gäbe: die Rechnung wird unter allen aufgeteilt, egal, was man konsumiert hat. Das peinliche Ausdividieren mit spitzem Bleistift indes schieben die Briten den Holländern in die Schuhe: to go dutch. Geizknochen unter sich.
Zum Krämergeist passt, dass das Essen standardisiert und rationalisiert wird. Fix- Produkte sucht man in den romanischen Ländern oft vergebens. Wenn, dann findet man nur eine Handvoll solch trister Fertigpampen in der Tüte, doch kaum ganze Regalwände gefüllt mit Trockensuppen und Schnellmenüs aus der Packung. Es ist daher kein Zufall, dass es deutsche Pioniere der Lebensmittelindustrie waren, die schon im vorletzten Jahrhundert unsere Esskultur entscheidend mit- und verformten. Im Sinne einer medizinischen Rechtfertigungslehre wurden die neuen Fertigprodukte zur gesunden und nahrhaften Kost erklärt– das Kriterium der Frische war dabei zweitrangig. Das Aroma wird heutzutage zu einer Intensität hochgezüchtet, die die Geschmacksknospen bei Kindern für alle Zeit wegätzt. Tütchensuppen und Bratensoßen protzen mit einem Fleischgeschmack, der sich auf natürlichem Wege niemals erzielen lässt und Fruchtjoghurt verströmt Aromen, die jedes Obst fade schmecken lässt, hat man sich erst einmal daran gewöhnt. Viele Kinder bekommen erntefrisches Gemüse kaum zu Gesicht und kennen Käse nur in Form von eingeschweißten Scheibchen. Aber der Preis für all dies ist unschlagbar. Geiz ist eben geil. Es fragt sich nur, welchen Preis wir am Ende wirklich zahlen.

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Buch
Peter Peter, Kulturgeschichte

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