Und emsig setzt er sich zu Tische,
Denn heute gibt’s Salat und Fische.

(aus: Wilhelm Busch, Die fromme Helene. (www.projekt-gutenberg.org ))

„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.)
Klagen über mangelndes Benehmen der nachwachsenden Generation sind uralt und in allen Kulturen verbreitet. Das ist nichts Neues. Die Jugend ist radikal in ihren Positionen und stellt ererbte Werte in Frage, und das ist auch gut so. Gleichwohl sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen, allzu leicht ist man versucht, in das Gejaule vom Verfall der Werte einzustimmen und sich am allgemeinen Händeringen über den Untergang des Abendlandes zu beteiligen. Doch eins ist richtig: Früher war zwar nicht alles besser, aber zumindest herrschte eine gewisse Nonchalance und Souveränität bei den Honoratioren. Nur gibt es heute keine Älteren mehr, denn alle wollen jung sein und gebärden sich auch im gereiften Alter mit Lederjacke über den Schwimmreifen und verwegenem Zöpfchen am hinteren Ende der Glatze bzw. mit dem obligatorischen Arschgeweih, das kess zwischen Jeans und Bauchfrei-Shirt hervorlugt. Glücklich, wer es nicht sehen muss. Schlechte Manieren sind nicht nur in allen Altersgruppen verbreitet, sie sind geradezu schick. Wer Respekt und Zurückhaltung walten lässt, fällt auf und wird mitleidig belächelt.

Tischrituale im Laufe der Zeiten
„Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer“ (Sokrates, 470-399 v.Chr.) Schon dem Vater der abendländischen Philosophie fiel auf, dass die Jungen bei Tisch ihre liebe Not hatten, sich einigermaßen zu benehmen. Dabei sind Regeln bei den Mahlzeiten beileibe kein Zwangskorsett, dass alle Natürlichkeit unterdrücken soll, sondern Ausdruck von Höflichkeit und Zurückhaltung, also das, was man gemeinhin unter Kultiviertheit versteht. Zu allen Zeiten versuchte man daher, die Barbarei bei Festgelagen und im Familienkreis mit Anleitungen zu manierlichem Benehmen zu zähmen. Die gemeinsame Mahlzeit war schon immer viel mehr als nur Nahrungsaufnahme, sie war und ist eine soziale Erscheinung, die das Gefühl der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit fördert. Im alten Hellas nahm man nach dem »Akratismos, dem ersten Frühstück, um die Mittagszeit einen Imbiss im Stehen ein, das » Ariston. Die Hauptmahlzeit des Tages aber, die wirklich wichtige und einzige, zu der man Freunde um sich scharte, war das Abendessen, das Deipnon. Es fand sehr spät am Tage statt, oft in der Nacht, so wie heute noch in den Mittelmeerländern. Aber anders als heute war das antike Abendmahl allein den Männern vorbehalten, die zu ihrer Unterhaltung zuweilen Hetären kommen ließen. Das Gastmahl der Antike zeigt noch starke kultische Anklänge, etwa mit einem Speiseopfer an die Götter. In der europäischen Volkskultur sind solche rituellen Mahlzeiten in vielfältiger Form dokumentiert.

Brauchtum bis in unsere Tage
Teilwiese hielten sich Traditionen wie die der klassischen Antike bis weit ins 20. Jahrhundert, vor allem im bäuerlichen Kulturkreis. So pflegte man in Österreich einen Pfingstbrauch, in dessen Verlauf ein schwarzes Schaf am Spieß gebraten und gemeinsam verzehrt wurde. Die Knochen wurden später mit der Saat wieder aufs Feld ausgebracht in der Hoffnung auf eine reiche Ernte. Das erinnert frappierend an das sogenannte Ferkelopfer, die Thesmophoria im alten Griechenland, das fast genauso ablief. Gemeinsame Mahlzeiten begleiteten sehr oft Verhandlungen der Clanchefs und sind heute noch als „Arbeitsessen“ von eminenter politischer Bedeutung. Auch die Mägde und Knechte kamen nicht zu kurz, stets gab es Belohnungen in Form von Festessen etwa für die Arbeiter im Weinberg, die Schnitter oder Drescher der letzten Garben oder Erntemahle für alle, wobei die Schranken zwischen Herr und Gesinde während einer rituellen Tischgemeinschaft für kurze Zeit fielen.

Volksglauben rund um die Tafel
Da den Mahlzeiten eine so große Bedeutung zukam, waren sie entsprechend von Tabus und Regeln begleitet. Es musste etwa eine gerade Zahl von Tischgästen versammelt sein, worauf manche Menschen auch jetzt noch großen Wert legen. Gerade während der Fastnacht wurde unter strenger Einhaltung vielfältiger Vorschriften gezecht und geschlemmt, denn je mehr gegessen wurde, desto besser fiel das Erntejahr aus. An der Mosel muss noch heute am fetten Donnerstag (der Weiberfastnacht am Rhein) alles im Fett schwimmen oder ausgebacken werden, und an Gründonnerstag vor Ostern herrscht in Hessen noch immer der Brauch, die Frankfurter „grie Soß“ zu essen- isst man etwas Grünes, geht einem das Geld nicht aus. Allerdings hat auch ihr eine Volksdeutung ihre Hand im Spiel, denn Gründonnerstag hat nichts mit der Farbe zu tun, sondern mit der Trauer über die kommende Passion Jesu: nicht grün, sondern greinen steckt darin. Später verlor das religiöse Moment zwar an Bedeutung, doch das gemeinsame Mahl war weiter rituell geregelt.

Tischzuchten im Mittelalter
Nicht zuletzt durch die Tischsitten verfeinerte sich der Umgangston sich in vielen Ländern Europas bereits sehr früh. Die Tannhäuser-Tischzucht aus der Mitte des 13. Jahrhunderts legt dem Zecher nahe, den Löffel nicht mit einem anderen Tischgast teilen, nicht aus Schüsseln trinken oder maßlos Wein und Suppe in sich gießen, nicht über dem Teller hängen und schlabbern wie ein Schwein oder den abgenagten Knochen in die Schüssel zurückzulegen. (Quelle: Tour de kultur)
Im England des 14.Jahrhunderts gab Geoffrey Chaucer in seinen „Canterbury Tales“ in wohlgesetzten Versen zum Besten, dass man von einem Brot nicht einfach ein Stück abbeißen soll, nicht mit vollem Munde zu reden und zu trinken, nicht laut schmatzend zu kauen, das Messer nicht am Tischtuch abzuwischen oder von der blanken Klinge zu essen. Wenn man sich beim Mahl schon schneuzt, dann diskret und möglichst nicht ins Tischtuch. Im Übrigen scheinen gute Tischmanieren in England sehr viel mehr und schon sehr früher beachtet worden zu sein als in den romanischen Ländern.
Zu den Reimen des Meistersingers und Schuhmachers Hans Sachs aus dem 16.Jahrhundert sind sogar Melodien zu den Tischsitten überliefert: „Schlag nit die Zung aus gleich eim Hund, Zu ekeln! Tu nit geizig schlinken! Und wisch den Mund, eh du wilt trinken, Dass du nit schmalzig machst den Wein!“ Um 16oo setzt sich die Sitte durch, jedem Teilnehmer einen eigenen Teller zu geben- im Mittelalter hatten sich nach mönchischer Sitte je zwei Gäste einen Teller geteilt. Besteck bürgert sich ein und im Testament eigens erwähnt. Immer häufiger wird Suppe gelöffelt als mit Brot geschöpft getrunken, wenn auch das Wort Löffel auf laffen (schlürfen) zurückgeht. In wohlhabenden Häusern liegt ein Messer für den Gast bereit; früher hatte jeder wie heute noch auf Jagdpartien sein eigenes ausgepackt. Reiche Gastgeber leisten sich sogar den holländischen Luxus des Besteckwechsels. (Quelle: Leselaube)

Tischmanieren in der Neuzeit
Im Laufe des 17.Jahrhunderts wurden die Italiener die Erzieher Europas, aber nicht durch sittliche Belehrung- dies nahmen die Deutschen 100 Jahre später mit Schillers Schaubühne als moralischer Anstalt in die Hand– und erweisen sich noch heute gerne und ungefragt als die Schulmeister der Welt. Die Italiener hingegen waren pragmatisch und brachten neben den Tischsitten auch die die Kuchen- und Zuckerbäckerei nach Europa. Die Manieren, die von Italien nach Norden drangen, bewirkten vor allem eine größere Sauberkeit, weil man sich nun vor dem Essen die Hände wusch. Auch der Gebrauch der Gabel setzte sich endlich durch. Man kannte sie zwar schon lange, benutzte dieses „Werkzeug des Teufels“ nur dazu, um große Bratenstücke auf die Platten zu bugsieren. Auch legte man beim Essen mehr Eleganz und größere Zurückhaltung an den Tag. Schließlich waren die Italiener für ihre hervorragenden Haushofmeister bekannt, die in der Lage waren, eine eigene Speisefolge zu erstellen. Bis gegen Ende des 17.Jahrhunderts wurden immer wieder die bekannten Ratschläge für gutes Benehmen und guten Ton in stets ähnlicher Form erteilt. So gab es zum Beispiel in der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts das Lehrbuch der guten Manieren eines gewissen Nolfi, das für hochwohlgeborene Damen bestimmt war und in dem erneut empfohlen wurde, sich vor der Mahlzeit die Hände in einem eigens dargebotenen Becken zu waschen, allerdings nicht ohne zuvor eine höfliche Geste der Ablehnung gemimt zu haben!

Mit Messer und Gabel essen
Uns Heutigen kommt es äußerst amüsant und ungezwungen vor, wie man im Mittelalter an der langen Tafel angeblich die Knochen abnagte und dann rückwärts über die Schulter warf. Kein Wunder, dass diese Grobiane samt ihrer Frauen und dem Gesinde verfeinernder Regeln bedurften. Wer glaubt, das seien kurzweilige Anekdoten aus ferner Vergangenheit, irrt ganz gewaltig. Man fasst es nicht, wie viele der heutigen Zeitgenossen nicht wissen, wie man ein Tischbesteck in den Händen hält, geschweige denn, wie man es benutzt. Wie eine Mistforke wird die Gabel mit der Pranke umklammert und schaufelt die Bissen hastig in den Schlund. Hält man Messer und Gabel indes leicht in der Hand, führt dies zu langsamerem Essen und verhindert auch, dass auf dem Teller laut herumgekratzt wird, um den nächsten Bissen zu verschlingen. Die Serviette dient nicht als Taschentuch und wird schon gar nicht als Lätzchen umgebunden, sondern dezent benutzt- etwa dafür, den Mund abzutupfen, bevor man das Glas ansetzt. Hat man das Essen beendet, legt man Messer und Gabel nebeneinander in den Teller, die Serviette keinesfalls zusammengeknüllt darauf, sondern gefaltet neben den Teller. Das erleichtert Kellnerinnen und Küchenpersonal die Arbeit und zeugt von Respekt für sie.

Jeder i(s)st für sich allein
Bei alle dem muss man allerdings einschränkend hinzufügen: in Gesellschaft zu essen kommt zunehmend aus der Mode. Früher versammelte sich die Familie (mit Ausnahme des mittags abwesenden Vaters) regelmäßig zu den Mahlzeiten um den Tisch. Mit der Abschaffung festgelegter Essenszeiten lösten sich jahrhundertealte Tischrituale in Luft auf. Tischgebete, die einst der inneren Sammlung dienten und Ausdruck von Demut waren, sind heute nur noch etwas für Frömmler. Dafür daddeln wir am Tisch auf dem Smartphone herum und verlieren jede emotionale Beziehung zur Nahrung- und auch zu den Tischgenossen. In manchen Familien beschränken sich gemeinsame Mahlzeiten auf die Wochenenden. In den Tagen dazwischen wirft jeder für sich eine Tiefkühlpizza in die Mikrowelle und verschlingt sie hastig wie ein Hund. Hand in Hand mit dem Verlust der Gemeinschaft geht die Verrohung der Tischsitten bzw. sie bleiben auf der Stufe stehen, wie sie schon im Mittelalter in den Tischzuchten bemängelt wurden: Mit vollem Mund reden, Ellbogen auf dem Tisch aufstützen, schmatzen oder das Messer ablecken. Die Liste der Fettnäpfchen ist lang. Wer maßlos und hastig isst, merkt überdies nicht, wie ungesund sein Essverhalten ist. In Zeiten des Schlankheitskults sind das schlechte Voraussetzungen um abzunehmen. Den Teller am Büffet vollzupacken ist nicht nur unanständig und egoistisch, sondern fördert das schnelle Essen, das dick macht. Das gemeinsame Mahl zeichnet dadurch aus, dass man Zeit zum Essen und füreinander hat. Mit dem Essen anzufangen, sobald der eigene Teller beladen ist oder sofort zur Schüssel greifen, wenn diese auf den Tisch gestellt wird, zeugt gleichfalls nicht von bester Kinderstube. Auch hier verleitet übergroße Hast dazu, zu viel zu essen und ist wenig respektvoll den anderen Tischgästen gegenüber. Es ist der Gastgeber, der das Zeichen dazu gibt.

Fehlende Manieren nicht nur bei Tisch
Offenbar haben die über Jahrhunderte andauernden Erziehungsmaßnahmen für unser Benehmen nicht sonderlich viel gefruchtet, nicht nur bei den Mahlzeiten. Letzte Zweifel werden ausgeräumt, wenn man Menschen im Urlaub beobachtet. Nicht nur, dass Touristen an den Strän¬den dieser Welt jegliche Scheu und viel zu viele Kleidungsstücke¬ ablegen (wehe, wenn die Hülle fällt, die die letzte Fülle hält) – auch bei Tisch lässt man die wenigen, bescheidenen Manieren gern daheim in Wanne-Eickel oder Marzahn zurück. „Das Benehmen macht Ferien“ titelte die F.A.Z. 2019 über das Urlaubsverhalten der Deutschen. Saufgelage und Exhibitionismus an den Stränden, Ellbogen am Frühstücksbüfett und Kleidung zum Fremdschämen– den deutschen Touristen eilt rund ums Mittelmeer nicht gerade der Ruf voraus, Höflichkeit und elegantes Leben zu verkörpern. Und spätestens abends im Hotel zeigt sich erst richtig, zu welchem Mangel an Anstand deutsche Touristen im Ausland fähig sind. Der Gang zum Büfett gleicht einem Beutezug, bei dem die besten Stücke auf die Teller getürmt werden, als gäbe es keinen Nachschub- nur nichts dem Feind überlassen! Der billige Tischwein wird hinuntergestürzt, als ob das Schädelweh am nächsten Morgen wie eine Auszeichnung für besondere Tapferkeit zu gelten habe. Schließlich ist ja alles bezahlt! Wenn allerdings die Senioren von heute, die mit dem dicken Portemonnaie auf allen Weltmeeren zu Hause sind, voller Abscheu auf die jungen Urlauber blicken, sollten sie in ihren alten Urlaubsfo¬tos im Album blättern, das überm Sofa steht. Da könnte auch bei ihnen Scham aufkommen angesichts des Feinripp-Unterhemds und der Socken in Sandalen. Stil ist halt immer noch Glückssache.(Quelle: faz.net)

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