Wenn du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn es dir fast sinnlos erscheint, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinem wilden Ritt.
(Sir Arthur Conan Doyle)

Ob der literarische Vater von Sherlock Holmes wohl schon mit Weitsicht an die gedankenlosen Fahrradrambos unserer Tage gedacht hat, als er diesen klugen Spruch ersann? Sie kennen das auch: kraftstrotzende Kampffahrer auf ihren aufgemotzten Geländerädern, die mit einem Affenzahn über die Wanderwege brettern und sich nicht viel darum scheren, dass diese nur für Fußgänger ausgewiesen sind. Nummernschilder für Fahrräder werden von der Zweiradlobby seit Jahren erfolgreich verhindert, und somit ist eine Identifizierung der Zweiradhooligans aussichtslos.
Aber ganz abgesehen davon ist das Fahrrad das optimale Verkehrsmittel, ohne Abgase und geräuscharm und der Gesundheit mit Sicherheit in hohem Maße zuträglich. Radfahren hat überdies einen meditativen Charakter, wenn man tagträumend über die Pisten schwebt und sich so manche zündende Idee einstellt. So antwortete Albert Einstein auf die Frage, wie man um Himmels Willen nur auf so etwas Abgedrehtes wie die Relativitätstheorie kommen könne: „Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr“ https://www.fahrradmonteur.de/Einstein

Für die Gesundheit läuft es rund
Wer sein 500 PS SUV-Monster mal in der Garage stehen lässt und kurzentschlossen mit dem Fahrrad zum Briefkasten fährt, dem ist der Beifall aller Ärzte sicher. Studien legen nahe: 5 Jahre lang jede Woche mindestens eine Stunde Fahrrad fahren kann das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes um bis zu 24 % senken. Regelmäßiges Radfahren von mehr als 3 Stunden pro Woche mindert ganz allgemein das Risiko eines vorzeitigen Todes um 35 %, sowohl was den Herztod als auch die Gesamtmortalität betrifft. Andere sportliche Aktivitäten oder die Lebensführung insgesamt haben keinen Einfluss auf diesen Effekt, d.h. Radfahren ist eine äußerst wirkungsvolle Methode, sich fitzuhalten. Diese Daten gehen zurück auf die EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Study) mit fast 7 500 Probanden, die seit 1992 durchgeführt wird.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/222822/Senkung-der-Mortalitaet-Radfahren-effektiv
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34279548/
Bei allen Vorteilen für die Gesundheit stellt das Radfahren gleichwohl zuweilen auch ein Risiko dar. Verglichen mit dem Rundumschutz, den ein Autofahrer dank technischer Sicherungen heutzutage genießt, ist man auf dem Fahrrad bei Unfällen schnell auf der Verliererseite. Vor allem im Stadtverkehr wird die Fahrt manchmal zum unkalkulierbaren Risiko, da helfen auch Sturzhelm und Schutzkleidung wenig. Jedes Jahr kommen Hunderte Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben. Doch das sollte im Freizeitradeln eigentlich zweitrangig sein, spielt sich dieses doch auf weitgehend sicheren Trassen ab, auf denen man sich abseits des motorisierten Verkehrs gefahrlos bewegen kann. Immerhin verfügt Deutschland über knapp 7000 km Radwege, etwa die Entfernung vom norwegischen Trondheim bis zum Äquator.
An Unfälle und Radwege dachte man Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht. Automobile waren noch selten im Straßenbild, als die Velos ihren Siegeszug begannen. Junge Burschen in Knickerbockern und mit Schirmmütze sausten über die Pisten, der Postbote war schneller als je zuvor und vor allem hatten bissige Hunde von nun an das Nachsehen. Meisterhaft hat Jacques Tati den Temporausch der Moderne in seinem Kurzfilm „Schule für die Briefträger“ karikiert. https://www.filmdienst.de/film/details/16050/die-schule-der-brieftrager

Frauen auf dem Fahrrad
Doch schlagen wir noch einmal den Bogen zurück zu den Anfängen. Gab es da schon die Wahl zwischen Damen- und Herrenrädern? Kaum, denn eine Frau auf dem Fahrrad war etwas Unerhörtes. Nicht nur, weil ihr Platz im Haus war, sondern weil sich auch kleidungstechnische Probleme einstellten. Die langen Gewänder, die bis zu den Knöcheln reichten, verfingen sich nur allzu leicht in den Speichen und konnten die Fahrerin zu Fall bringen. Da halfen nur sportliche, leichtere Röcke, die allerdings als Verstoß gegen die guten Kleidersitten angesehen wurden, zumal wenn der Fahrtwind gar einen Blick auf wohlgeformte Waden freigab. Kurz vor der Jahrhundertwende gestattete man ihnen immerhin das Fahren mit einem geteilten Rock- das Urbild des Hosenanzugs unserer Altkanzlerin war geboren! Noch mehr Beweglichkeit erlaubte das Radfahrerkostüm, bestehend aus einer weiten Pumphose und dem passenden, sportlichem Oberteil, sozusagen der Burkini auf dem Trockenen. Wer allerdings moralisch saubere Werte hochhielt, witterte auch hier Gefahr. War das nicht schon der erste Schritt dazu, dass Frauen schließlich auch anderenorts die Hosen anhatten? Ganz abenteuerlich mutet heute ein Einwand an, der von Tugendwächtern und beunruhigten Ärzten vorgebracht wurde: die rhythmische Bewegung auf dem harten Fahrradsattel könne zu ungewollten (oder gar angestrebten!) Lustempfindungen führen. Der Höhepunkt auf der Fahrradtour hätte sich also nicht unbedingt nur bei der Betrachtung der Blumen am Wegesrand eingestellt. Sogar die weibliche Fruchtbarkeit sah man dadurch bedroht. Das sagt uns sicherlich mehr über die schwülen Phantasien der Sittenprediger als über die Wirklichkeit auf dem Zweirad.

Im Sattel öffnen sich neue Horizonte
Tritt man kräftig in die Pedalen, werden Körper und Geist unabhängig vom Geschlecht immens anregt und die Gesundheit gestärkt. Das war so manchem besorgten Arzt damals nicht recht bewusst. Aufhalten ließen sich überzeugte, freiheitsliebende Radfahrerinnen deswegen aber nicht. Erst recht nicht kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert, als die Drahtesel dank der Serienfertigung und zunehmender Konkurrenz unter den Herstellern allmählich günstiger und damit auch von Frauen aus der Arbeiterschicht zumindest aus zweiter Hand erworben werden konnte.
https://www.radfahren.de/story/frauen-fahrrad-emanzipation/
Aber auch heutzutage kann man mit Fahrrädern jungen Frauen große Hilfe zuteilwerden lassen, etwa durch die Unterstützung von Projekten wie dem World Bicycle Relief. Diese gemeinnützige Organisation kümmert sich darum, Fahrräder vor allem in Afrika nach einem Auswahlverfahren an Mädchen zu verteilen, denen somit der Schulbesuch ermöglicht wird. Die Räder sind äußerst robust und einfach gebaut (keine Gangschaltung). Dazu erhält ein Mechaniker die entsprechende Ausbildung, damit er in seiner Werkstatt vor Ort Ersatzteile vorhalten und Reparaturen ausführen kann. Alles wird von regionalen Helfern dokumentiert und überwacht. Mit Sicherheit ist dies einmal eine sinnvolle Alternative zur Spende an andere Träger.
https://worldbicyclerelief.org/

Im Blaumann auf dem Stahlross
Nicht nur für die Emanzipation der Frauen war das Fahrrad Symbol der neuen Zeit und Freiheit. Auch die Arbeiter lernten bald die Errungenschaft des energetisch besten Fortbewegungsmittels schätzen. Die Wege zum Arbeitsplatz schrumpften zusammen, und auch in der Freizeit trat man in die Pedalen, gerne mit Gleichgesinnten, wie beim deutschen Hang zur Vereinsmeierei schließlich nicht weiter verwunderlich. Über 300.000 Mitglieder zählte der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund „Solidarität“ zwischen den Weltkriegen und war somit der größte Radsportverband der Welt. Die „Solidarität“ stand nicht nur für sportliches Vergnügen, sondern auch für das neue Selbstbewusstsein von Arbeitern, die sich mittlerweile zwar Fahrräder leisten konnten, dennoch in den bürgerlichen Radsportclubs nicht gelitten waren. Für viele Arbeiter war die neue Unabhängigkeit im Sattel nicht nur ein netter Freizeitspaß, sondern ein Mittel zum Überleben. Die älteren Semester kennen mit Sicherheit noch den grandiosen Film „Fahrraddiebe“ von Vittorio De Sica aus dem Jahre 1948 (Ladri di biciclette im italienischen Original), der nach wie vor zu den besten Filmen aller Zeiten gehört. Zur selben Zeit spielen die Don Camillo-Geschichten von Giovanni Guareschi, worin die alten Stahlrösser gleichfalls das Fortbewegungsmittel schlechthin für die einfachen Leute sind. Unvergessen etwa ist die Szene, wo Don Camillo sich ein Rennen mit Peppone liefert: https://www.youtube.com/watch?v=9pyAzpB1AME

Radfahren in den Sechzigern
Von ganz so existenzieller Bedeutung war das Fahrrad 20 Jahre später schon nicht mehr. Die meisten aus der Generation 60 Plus kannten den Drahtesel bereits von Kindesbeinen an. Damit fuhr man zur Schule und zu Freunden, und zwar ohne Gangschaltung bergauf und grundsätzlich herrschte Gegenwind. Aber solange man keinen Platten hatte, kam man an. War die Luft raus, dann musste man den Mantel von den Felgen würgen und das Leck im Wasserbad suchen, bevor der Flicken aufgetragen („vulkanisiert“) wurde. Alles sehr mühsam, aber man lernte fürs Leben. Wir fuhren langsamer, aber viel entspannter als heute. Keinem wäre es eingefallen, sich in gefühlsechte Gummis zu zwängen, die den Fahrer in eine überdimensionale, grellbunte aber aerodynamisch schnittige Weißwurst verwandeln. Die Leute radelten damals einfach in ihrer Alltagskleidung ein bisschen der Gegend herum. Gesetzte Herren im feinen Zwirn schoben sich würdig durch die Felder und schnullten genüsslich ihre Zigarre Deutsche Jagd, Hausfrauen schaukelten mit Einkaufstaschen am Lenker und Körben auf dem Gepäckträger gemächlich nach Hause, Arbeiter im Blaumann flitzten nach Feierabend schnell noch auf ein Bier zum Kiosk, junge Frauen im Faltenrock oder im geblümten Sommerkleid genossen die Tour durch die weiche Maienluft und ließen sich die bloßen Beine vom lauen Fahrtwind zärtlich streicheln. Selbst mit der neuen Dreigangschaltung ging die Fahrt sehr gemächlich vonstatten, wir hatten Zeit, den Frühlingszauber ringsumher auf uns einwirken zu lassen und beschwingt den Wind zu der Freiheit zu genießen, der uns umflatterte. Der französische Autor Philippe Delerm erzählt in seiner kleinen Sammlung alltäglicher Freuden von Fahrradtouren in früheren Zeiten. Können Sie sich noch an das Surren des Dynamos erinnern, so wie er an die alte Fahrräder montiert war? Nichts von den Geräten, wie wir sie heute haben in ihrer stummen Perfektion. Der alte Dynamo erzählt uns eine Geschichte während der Fahrt. Man hört dieses leise Schleifen, das bremst und schnurrend gegen das Rad reibt. Es ist schon so lange her, dass man im letzten Licht der Abenddämmerung Fahrrad gefahren ist („ce petit frôlement qui freine et frotte en ronronant contre la roue. Il y avait si longtemps que l’on n’avait fait de biciclette entre chien et loup“) https://begeistert60plus.de/buchtipp-pilippe-delerm-ein-croissant-am-morgen-das-kleine-grosse-buch-der-lebenskunst/

Vorsicht Kampfräder!
Heute gibt es zwar immer noch gemütliche Radfahrer auf ihren Velos, aber auch Biker auf Bikes. Riesige Käfer krümmen sich verbissen keuchend auf ihren Rennrobotern, denn jede Millisekunde zählt im Kampf gegen die Uhr. Höher, schneller, weiter heißt auch hier die Devise und deshalb radelt man auch nicht mehr, sondern schießt durch die Landschaft, getrieben und überwacht von Instrumenten wie ein Kampfjet: Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch, Blutdruck, Puls, Sauerstoff, Atemfrequenz- was man eben so braucht. Bei dieser Hatz zeigt der hastige Blick in die Landschaft einen vorbeirauschenden Film. Was zählt, ist das Tempo.
Jung und sportlich muss man also sein. Zum Glück gibt es für die Gemächlicheren unter uns mittlerweile das Pedelec, mit dem man sich den Aufstieg in steilere Lagen spürbar erleichtern kann. Damit ist man allerdings ein Aussätziger für die Biker, die sich verbissen kasteien und das Fleisch abtöten. Der Triathlet Chris McCormack bringt es so auf den Punkt: „Wenn deine Beine dich anflehen, aufzuhören und deine Lunge zu explodieren droht, dann geht es erst richtig los. Das ist der Ozean der Schmerzen. Gewinner gehen richtig in ihm auf.“ Genuss im Stil der neuen Zeit, aber altbekannt.Im Sinne der mystischen Tradition, durch Schmerz zur Reinigung der Seele und Erkenntnis zu gelangen, schafft dieser reine Körperkult allerdings kaum den nötigen Raum.
https://roadcycling.de/hobby-radsport/30-sprueche-fahrrad-inspiration-motivation

Auch die Ruheständler rasen mit
Selbst aus den älteren Semestern haben sich einige solcherlei Selbstgeißelung verschrieben. Daher enthalten sich die Rennrentner auch aller kulinarischen Genüsse und bleiben stattdessen mit einem Dorn im Fleische wach wie einst der heilige Paulus (2. Kor. 12,7). So legen sie mit reiner Muskelkraft und ohne Hilfsantrieb mörderische Strecken zurück, um ihre Fitness zu beweisen und treten dabei entschieden sportlich und junggeblieben auf. Die stählerne Männlichkeit, die sie dabei zur Schau stellen, scheint indes außer ihnen selbst niemand mehr von ihnen zu erwarten. In Scharen kann man an Wochenenden solche neonbunten Fitnessrentner auf Hightechrädern der Gesundheit hinterjapsen sehen. Mit zitternden Beinen und daumendicken Halsvenen lassen sie bergauf das Schaltgetriebe und die Gelenke knacken, und hinterher sitzen sie atemlos hechelnd im Biergarten und trinken ihr isotonisches Heilwasser. Zugegeben, faulradelnde Leute mit E-Antrieb so wie ich kriegen da zuweilen Komplexe und Neidgefühle auf ihrem geruhsamen Pedelec. Aber tauschen möchte keiner mit ihnen. Die Maximen des amerikanischen Autors Louis J. Halle gelten eben nicht für unsereinen: „Keine Gnade für die Wade“ und „Wer später bremst, ist länger schnell“

https://www.careelite.de/fahrrad-zitate-sprueche-radfahren/
http://monnem-bike.de/event/das-fahrrad-in-der-literatur-lesung/

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Über den Autor ANAKREON

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