Uwe Timm wird 1940 im Hamburger Hafenviertel geboren. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule erlernt er den Beruf des Kürschners im Pelzgeschäft seines Vaters. 1963 holt er sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und studiert Gemanistik und Philosophie in München und Paris, anschließend auch Soziologie und Volkswirtschaftslehre. 1971 promoviert er mit einer Arbeit über Albert Camus. Bis heute lebt Timm in München. Er darf sich über 20 Literaturpreise rühmen.
Seine schriftstellerische Laufbahn beginnt das zeitweilige DKP-Mitglied Timm 1971 als linker politischer Lyriker, geprägt von den Idealen der Studentenbewegung der 60er Jahre („Widersprüche“). Während seine frühen Werke oft politische und geschichtliche Fragen aufarbeiten, etwa den deutschen Kolonialkrieg 1904-1907 in Südwestafrika („Morenga“, 1978), präsentiert er sich in „Die Entdeckung der Currywurst“ (1993) und „Johannisnacht“ (1996) nicht als politischer Aufklärer, sondern schreibt, „weil mir etwas den Atem verschlägt, (…) aus der Lust heraus, spielerisch die Wirklichkeit umzubauen, damit etwas Neues, so noch nicht Dagewesenes entsteht“ (aus: „Erzählen und kein Ende“). In derselben Lust am Fabulieren verfasst er seine Kinder- und Jugendbücher, z. B. „Die Zugmaus“ (1981), „Die Piratenamsel“ (1983) und „Rennschwein Rudi Rüssel“ (1989, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 1990), die er seinen eigenen Kindern gewidmet hat.

Eine philosophische Frage: Wie entstand die Currywurst?

„Die Entdeckung der Currywurst“ wird im Brustton einer neuen Wahrheit mit einer Ernsthaftigkeit verkündet, die keinen Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen lassen soll. Da hat einer also endlich das Rätsel gelöst, wie der deutsche Beitrag zum Schnellimbiss entstanden ist, sieht man von der Bratwurst mit Senf einmal ab. Timm konstruiert eine groteske, aber anrührende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des zerbröselnden Dritten Reiches als Präludium zur Entstehung eines kulinarischen Genusses an der Würstchenbude.
Der Ich-Erzähler, ein Mann um die Dreißig, fährt nach Hamburg, in die Stadt seiner Kindheit. An sieben Nachmittagen besucht er Frau Brücker, die ehemalige Besitzerin einer Imbissbude, im Seniorenheim, denn sie war es, die im Hafenviertel eine Im-bissbude führte, wo er schon als Kind ihre vorzügliche Currywurst aß. Ihren Stand unterhielt sie bis zur Rente. Unvermittelt fragt er sie, wer die Currywurst eigentlich erfunden hat, die ja heutzutage ein Markenzeichen der deutschen Schnellküche ist. Frau Brücker, die inzwischen fast erblindet ist, erzählt ihm in Fortsetzungen eine wichtige Episode aus ihrem Leben. Dabei strickt sie trotz ihrer Sehschwäche unablässig an einem Pullover. Die Geschichte wird immer wieder mit Einblendungen in die Gegenwart unterbrochen wird, wenn die beiden sich an Kaffee und Kuchen laben.

Eine Kinobekanntschaft
Frau Brückner holt weit aus und beginnt mit den letzten Kriegstagen im Ende April 1945, als sie 43 Jahre alt ist und schon zwei ältere Kinder hat, die aber nicht mehr bei ihr wohnen. Ihr Sohn ist als Flakhelfer ins Ruhrgebiet abkommandiert worden, ihre Tochter arbeitet als Arzthelferin in Hannover. An einem kühlen Apriltag 1945 lernt Frau Brücker den etwa 25jährigen Bootsmann Bremer, einen auf Heimaturlaub befindlichen deutschen Soldaten, bei einem Kinobesuch kennen. Da wird Bombenalarm gegeben und die beiden flüchten sich in einen nahe gelegenen Luftschutzkeller. Als Entwarnung gegeben wird, gehen die beiden wie selbstverständlich in Frau Brückers Wohnung. Bremer muss am nächsten Morgen an die nahegelegene Front bei Harburg, wo bereits die Engländer stehen und so wollen die beiden noch einen schönen Abend genießen, an dem Bremer ausgiebig aus seinem Soldatenleben plaudert. Dabei zeigt er ihr sein „Deutsches Reiterabzeichen“, das bei Vorgesetzten immer heiteres Interesse auslöste (er war ja Seemann) und ihm die Dienststelle in Norwegen bei der Kartographie eingebracht hat. Obwohl er Marinesoldat ist, soll er nun bei der Verteidigung der Festung Hamburg als Panzerjäger eingesetzt werden. Das ist der reine Wahnsinn. „Verstehen Sie, sagte er, ich bin Seemann.“

Gehorsam oder Fahnenflucht?
Lena kredenzt ihm ihre „falsche“ Krebssuppe, die äußerst schmackhaft ist und bei Wein und schwarzgebranntem Birnenschnaps kommen sie sich schnell näher. Die Nacht verbringen sie im einzigen Bett der Wohnung. Als Bremer sich am nächsten Morgen um 4 Uhr auf den Weg machen will, bittet Frau Brücker ihn doch noch zu bleiben. Bremer lässt sich darauf ein, obwohl er dadurch fahnenflüchtig wird und bei Festnahme vor ein Kriegsgericht käme. Als ihm bewusst ist, dass er nun diese Grenze überschritten hat, bekommt er Gewissensbisse, da er die Kameraden im Stich lässt- doch ist dieser Krieg nicht längst verloren? Er hat selbst erlebt, wie ein junger Deserteur, eigentlich noch ein Kind, von einem Erschießungskommando hingerichtet wurde. Und sich von den Engländern gefangennehmen zu lassen, ist auch nicht ungefährlich. Die einzige Möglichkeit, dem zu entkommen, ist sich nun wochenlang in der Wohnung versteckt zu halten. Jedenfalls solange, bis Hamburg von den Engländern eingenommen worden ist.
Lena Brücker und Hermann Bremer müssen von nun an sehr vorsichtig sein, da trotz des zu Ende gehenden Krieges noch immer Gefahren von eingefleischten Nazis ausgeht, etwa Blockwart Lammers, der wie Hunderttausende anderer Spitzel seine Landsleute auf Schritt und Tritt überwacht und Auffälligkeiten an die Gestapo weitergibt. Er hat als Luftschutzwart auch die Schlüssel zu allen Wohnungen im Haus, so dass Bremer in ständiger Angst vor Entdeckung lebt. Lammers ist kein Mitläufer, sondern ein überzeugter Nazi, der nach der Übergabe Hamburgs Selbstmord begeht. Was aber, so sagt sich Bremer argwöhnisch, wenn die Sache ganz anders läuft und Lena selbst zur Polizei geht und ihn verpfeift? Wer Deserteure versteckt, wird gleich mit an die Wand gestellt.

Leben im Versteck
Da niemand etwas von der Anwesenheit Bremers mitbekommen hat, verlaufen die folgenden Tage sehr ruhig: Frau Brücker arbeitet in der Kantine im Hamburger Bezirk Eimsbüttel, beschafft sich dort immer ein paar Lebensmittel, während Bremer in der Wohnung bleibt und sich die Zeit mit Kreuzworträtseln vertreibt. Die Kantine leitet ein hervorragender Koch, dessen Leitspruch lautet: „Gewürze, das sind auf der Zunge die Erinnerungen an das Paradies.“ Bremer indes glaubt nicht an eine Kapitulation Deutschlands, sondern ist überzeugt davon, dass sich die Deutschen mit den westlichen Alliierten verbünden und den verlorenen Osten zurückerobern werden. Nachrichten sind nicht leicht zu bekommen. Lena besitzt zwar ein Radio, doch das funktioniert nicht. Da er in der Wohnung also vollkommen isoliert ist, ist Hermann auf Lena Brückers Informationen über den Kriegsverlauf angewiesen und zeichnet anhand dieser den Frontverlauf in einem Atlas, den er in der Wohnung gefunden hat, nach.

Hamburg kapituliert
Am 1. Mai 1945 kommen von draußen zwei wichtige Meldungen: Adolf Hitler hat tags zuvor in seinem Berliner Führerbunker Selbstmord begangen und Hamburg wird kampflos an die Engländer übergeben. Die Nachricht über Hitlers Tod teilt sie Bremer mit, die andere Meldung verschweigt Lena aber zunächst, da sie ihn nicht verlieren möchte. Sie ist nun also gezwungen, den Verlauf des tatsächlichen Geschehens zu verschleiern und Ausreden zu erfinden, um keine Zeitung mitbringen zu müssen. Sie schiebt den Zeitpunkt, an dem sie die Wahrheit erzählen möchte, immer weiter hinaus. Eines Abends fällt Frau Brücker ein Foto aus Bremers Sachen in die Hände, auf dem er mit Frau und einem Kleinkind zu sehen ist, was er ihr aber bis dato verschwiegen hat und auch bis zuletzt nicht offenbaren wird. So konstruiert sie eine Entschuldigung für ihr Verhalten vor ihrem Gewissen: wenn er ihr nicht erzählt, dass er verheiratet ist und Familie hat, braucht sie es auch nicht mit der Wahrheit über den Kriegsverlauf ganz so genau zu nehmen. Wie die Nymphe Kalypso den umherirrenden Odysseus an sich bindet, als er bei ihr gestrandet ist, versucht auch Lena den jungen Hermann so lange wie möglich zu halten: Homer in Hamburg.

Die Entdeckung der Leidenschaft

In den Nächten erzählen sich Lena und Bremer aus ihrem Leben, Lena Brücker auch von ihrem Mann Gary. Er sei ein Alleinunterhalter, sagt sie, einer, der auf allen Hochzeiten tanzt und durch Schmuggel zu Geld kam. Die Freude währte nicht lange und er wanderte ein Jahr ins Gefängnis. Sein richtiger Name ist Willi, aber da er Gary Cooper so ähnlich sieht, wird er von allen Gary genannt. Er ist ein Frauenschwarm, und sie hat ihn vor fast sechs Jahren das letzte Mal gesehen. „Hat ne andere Frau kennengelernt, in Tilsit. Er war in der Etappe. Hin und wieder schreibt er mal.“ Daher hat Lena keine Skrupel, nun ihrerseits die Liebschaft mit Hermann einzugehen. Durch Hermann Bremer findet sie ihr Selbstvertrauen wieder, welches sie in den Jahren des Krieges scheinbar verloren hat. Es schmeichelt ihrem Ego, dass sie mit ihren über vierzig Jahren noch einen jungen Mann bezirzen kann: „Sie zog sich aus, ohne Scham, nackt, wie sie das früher nie getan hatte, und das, obwohl sie inzwischen nicht mehr zwanzig war legte sie sich zu ihm auf das Matratzenfloß“. Mit Hermann gibt sie sich fast täglich einer sinnlichen Leidenschaft hin, die sie nie für möglich gehalten hätte. Ihre Lustschreie hallen nachts durchs Haus, weshalb die Nachbarn schon misstrauisch werden. Lena möchte diese „Beute“ daher nur ungern ziehen lassen.

Es kommt zum Eklat
Bremer indes wird zusehends unglücklicher mit seiner Situation, da er sich wie in einem Gefängnis fühlt. Das Leben in der engen Wohnung löst Aggressionen aus und es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden, bei der Bremer handgreiflich und sich selbst eine Verletzung zuzieht. Auch der vorübergehende Verlust seines Geschmacksinns trägt nicht zu einer Verbesserung seiner Stimmung bei. Womöglich war der Eichelkaffee schuld daran, wie der Ich-Erzähler selbst einflicht: „Der Kaffee war etwas herb im Geschmack. Wer den Kaffee über einen längeren Zeitraum trank, verlor, behauptete meine Mutter, langsam den Geschmack.“ Als Lena in der Zeitung Fotos von KZ-Häftlingen sieht und mit Entsetzen Berichte über den millionenfachen Massenmord an den Juden liest, versucht sie mit Bremer darüber ins Gespräch zu kommen. Da er aber unzugänglich für die Verbrechen des Dritten Reiches bleibt und sie als Feindpropaganda abtut, gibt sie ihre Lügengeschichten schlagartig auf und schreit ihn an, dass der Krieg längst vorbei sei. Nachdem sie ihm die Wahrheit offenbart hat, verlässt sie die Wohnung. Als sie wiederkehrt, ist Bremer ohne eine Nachricht zu hinterlassen spurlos verschwunden. Damit endet der erste Teil von Lena Brückers Erzählungen.

Lena schlägt sich allein durchs Leben
Da der Erzähler in Kürze zu seiner Familie nach München zurückkehren muss, erzählt die alte Frau Brücker die Ereignisse nach der Rückkehr ihres Mannes Gary in einer gerafften Form. Nachdem er aus russischer Gefangenschaft entlassen ist, entdeckt er Lenas Affäre, unternimmt aber nichts weiter, da er während seiner Militärzeit ja selbst diverse Liebschaften hatte. Die beiden finden ohnehin zu keinem wirklich innigen Verhältnis zueinander zurück, und als eine erneute Affäre Garys ruchbar wird, setzt Lena Brücker, welche inzwischen ihre Arbeitsstelle verloren hat, ihren Mann kurzerhand an die Luft. Da sie nun gezwungen ist, sich selbst zu versorgen, mietet sie eine Bude auf dem Großneumarkt, wo sich ein florierender Schwarzmarkt etabliert hat, und bietet dort in ihrer Bude Würste und Eichelkaffee an. An die Ware kommt sie durch diverse Tauschgeschäfte. So erhält sie für Bremers Reiterabzeichen, das offenbar bei Sammlern gesucht ist, Tomatenketchup. Gleichfalls auf dem Schwarzmarkt erwirbt sie eine Dose Currypulver, denn Bremer hat ihr seinerzeit von dieser exotischen Gewürzmischung erzählt, die er auf einer Schiffsreise nach Indien kennengelernt hat. Als sie den Curry und die Flaschen mit Tomatenketchup die Treppe hoch trägt, stolpert sie und aus Ketchup und Currypulver entsteht eine äußerst schmackhafte Soße, die sie ab sofort zu ihren Würsten als Würze reicht. Auf diese Weise hat sie zufällig die Currywurst erfunden, welche bald großen Ruhm in Hamburg und über die Stadtgrenzen hinaus erlangt. An einem Nachmittag taucht Bremer überraschenderweise noch einmal auf. Wie sie erfährt, arbeitet er jetzt als Vertreter für Fensterkitt. An ihrem Stand isst er eine Currywurst, spricht Lena Brücker allerdings nicht an. Hier endet ihre Geschichte.

Eine geschickt gestrickte Geschichte
Ein halbes Jahr nach den interessanten Treffen mit Frau Brücker kehrt der Erzähler noch einmal nach Hamburg zurück und erkundigt sich nach ihr. Zu seinem Bedauern erfährt er, dass sie in der Zwischenzeit verstorben ist. Gleichwohl hat sie ihn nicht vergessen: er erhält den Pullover, an dem sie während ihrer Erzählung unablässig strickte und dazu das Originalrezept für die Currywurst.
Uwe Timms Erzählweise ist raffiniert und geschickt. Man kann sie mit der Stricktechnik Lena Brückers vergleichen: Es werden immer wieder neue Fäden aufgenommen, dann wieder fallengelassen und andere weitergesponnen, so dass ein kunstvolles, buntes Gewebe entsteht. Dabei ist die Geschichte der Currywurst nur eine skurril-witzige Rahmenhandlung, die Binnenhandlung rankt sich um den Untergang des Dritten Reiches und die Nachkriegszeit, wobei Lena Brücker und Hermann Bremer die Protagonisten in einer Liebesgeschichte eines ungleichen Paares sind. Ein großes Lesevergnügen mit Tiefgang!

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