Arno Geiger

Wenn man über das Leben des eigenen Vaters schreibt, läuft man leicht Gefahr, entweder ins Rührselige abzugleiten oder sich zum Richter aufzuschwingen, der traumatische Erfahrungen aus der eigenen Kindheit aufarbeitet. Besonders dünn ist das Eis, wenn das Thema Demenz den Rahmen der Ereignisse bildet. An diese nicht eben leichte Aufgabe hat sich der österreichische Schriftsteller Arno Geiger, Jahrgang 1968, gemacht. Geiger ist Träger zahlreicher Auszeichnungen für Literatur, unter anderem des deutschen Buchpreises 2005 für seinen Roman „Es geht uns gut“. Das Ergebnis seiner intensiven Beschäftigung mit den letzten Lebensjahren seines Vater erschien unter dem Titel „Der alte König in seinem Exil“ im Jahr 2011. Kritiker wenden ein, das Buch gleiche einer Kuriositätensammlung, es sei eine Aneinanderreihung von losen Erinnerungen. Doch wie will man sich ein solch ein Thema herantasten? Ebenso sprunghaft und unerwartet wie das Verhalten eines Dementen entwickelt sich die Geschichte, die Arno Geiger über seinen Vater erzählt.

Die Trennung der Eltern
Dem Autor wird durch die Krankheit des Vaters bewusst, wie wenig er über ihn weiß. Dafür beschäftigt er sich nun umso intensiver mit ihm und stellt jedem Kapitel als Vorrede kleine Gespräche mit dem Vater voran. Wer selbst Erfahrungen mit dementen Eltern gemacht hat, dem kommen viele der Episoden seltsam bekannt vor: die Welt, in der wie ein an Demenzkranker lebt und wie seine Angehörigen ihre Einstellung langsam ändern (müssen). In Gesprächen und Erinnerungen nimmt das Leben des Vaters Konturen an und verblasst wieder, je stärker das Vergessen Macht über ihn gewinnt. Anfangs fällt dem Autor und seinen Geschwistern die Veränderung in seinem Wesen kaum auf, sie führen sie auf die Trennung zurück, die seine Frau, ihre Mutter, nach 30 Ehejahren vollzogen hat. Die beiden haben vier Kinder miteinander, doch sie blieben einander zeitlebens fremd, so dass die 15 Jahre jüngere Ehefrau kurz nach seiner Pensionierung ihre Sachen packte. „Das Weggehen der Mutter leitete beim Vater eine Zeit des Brütens und der Tatenlosigkeit ein. Es war, als sei die letzte Feder in ihm gesprungen.“

Eine schleichende Erkrankung
Aber es ist nicht ein Hadern mit dem Schicksal, das ihn umtreibt, dahinter steht eine Erkrankung, die umso stärker wahrgenommen wird, je älter wir selbst werden. In früheren Zeiten starben die meisten Leute, bevor Anzeichen von Demenz sichtbar wurden. „Die Krankheit des Vaters fing auf so verwirrende Weise langsam an, dass es schwierig war, den Veränderungen die richtige Bedeutung beizumessen. Die Dinge schlichen sich ein wie in der Bauersage der Tod, wen er draußen auf dem Gang mit seinen Knochen klappert, ohne sich zu zeigen.“ Erste Anzeichen der Krankheit zeigen sich wenige Jahre nach der Pensionierung. Der Sohn Arno, dem als Künstler wohl selbst innerhalb der Familie etwas wie die Rolle des Außenseiters zukommt, wohnt als freier Schriftsteller mehrere Monate pro Jahr beim Vater und nimmt deutlicher als seine Geschwister die Veränderungen in dessen Wesen wahr. Einerseits ist die Wahrheit erschreckend: „Was da alles verlorengeht, das berührt mich. Es ist, als würde ich dem Vater in Zeitlupe beim Verbluten zusehen. Das Leben sickert Tropfen für Tropen aus ihm heraus…Denn wenn es dunkel wird, kommt die Angst. Da irrt der Vater rat- und rastlos umher wie ein alter König in seinem Exil.“

Die Welt von Dementen folgt eigenen Gesetzen
Auf der anderen Seite lebt der alte August in einer Realität, die durchaus logische Strukturen aufweist, so wie sie bei exzentrischen Künstlern vorkommt. Demenz hat eben sehr viele Facetten, und uns sind gemeinhin nur die Dissonanzen des Schussakkords bewusst. Über einen sehr langen Zeitraum ist die Krankheit wenig auffällig, die Menschen sind eben alt und wunderlich und leben eingesponnen im Kokon ihrer eigenen Welt. Wie Demente mit ihrem Alltag umgehen, folgt zuweilen einer bizarren Logik, die wir für „verrückt“ halten: „Sein Rasierapparat, den wir verzweifelt gesucht hatten, tauchte in der Mikrowelle wieder auf. Bei seinem Haustürschlüssel, den er in regelmäßigen Abständen verlor, endete es damit, dass meine Mutter ihm den Schlüssel nicht mehr nur an die Hose band, sondern dort annähte. Das war ihm dann auch nicht geheuer, er zerrte daran herum.“ Ein Mensch wehrt sich gegen unsere Ordnung der Welt, die ihm nicht mehr einsichtig ist. Doch er bewahrt sich eine überraschende Ordnung in seiner eigenen, kleinen Welt: „Der Vater verbrachte jetzt viel Zeit im Keller in der Werkstatt. Dort konnte er seine Gedanken spinnen oder gedankenlos seinen Spinnereien nachgehen. Dort konnte er sein Leben von äußeren Ereignissen freihalten. Die Werkstatt war sein Refugium und seine natürliche Heimat. Heute staune ich über die Organisation dort unten.“ In früheren Zeiten wäre so ein verwirrter Großvater einfach weiter mitgelaufen in einer Welt, in der eine Generation so lebte die die vorherige.

Überraschende Erkenntnisse
Ein Dauerbrenner ist etwa seine Überzeugung, nicht mehr in seinem altgewohnten Haus zu wohnen, sondern „woanders“. Nach einer neuerlichen Diskussion darüber geht Tochter Helga mit ihm hinaus auf die Straße und ruft: „‚Das ist dein Haus!“ „Nein, das ist nicht mein Haus“, erwiderte er. „Dann sag mir, wo du wohnst.“ Er nannte die korrekte Straße mit Hausnummer. Triumphierend zeigte Helga auf das Hausnummernschild neben der Eingangstür und fragte: „Und, was steht hier?“ Er las ihr die zuvor genannte Adresse vor. Helga fragte: „Was schließen wir daraus?“ „Dass jemand das Schild gestohlen und hier angeschraubt hat“, erwiderte der Vater trocken – was eine etwas phantastisch anmutende Deutung war, die aber keineswegs jede Schlüssigkeit vermissen ließ.“ Zuweilen sind seine Äußerungen absurd, dann aber wieder drollig, aber logisch und manchmal eben von einer Tiefe der Empfindung, wie wir sie in der sogenannten großen Literatur wiederfinden: „Mir geht es meiner Beurteilung nach gut“, sagte er. „lch bin jetzt ein älterer Mann, jetzt muss ich machen, was mir gefällt, und schauen, was dabei herauskommt.“ „Und was willst du machen, Papa?“ „Nichts eben. Das ist das Schönste, weißt du. Das muss man können.“ Diese Sätze könnten von einem antiken Philosophen stammen…

Die Familie schließt sich wieder zusammen
So ist diese Lebensschilderung des alten August Geiger auch symptomatisch für unsere Zeit der enorm gestiegenen Lebenserwartung, die nicht unbedingt mit Lebensqualität einhergeht. Die kleinen, teils schon wieder zerfallenden Familien sehen sich oft außerstande, das zu leisten, was früher selbstverständlich war: die verschrobenen Käuze auf den Höfen zu belassen und ihnen Arbeiten zuzuteilen, die sie nicht überforderten und bei denen sich unter Aufsicht standen und keinen Unfug anstellen konnten: in der Küche helfen, Geräte flicken, gärtnern, putzen und nähen… August Geigers Familie tut sich lange Zeit sehr schwer damit, die Erkrankung ihres Vaters zu akzeptieren. „Immerhin verstärkte sich das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Familie. Die Krankheit des Vaters hielt den Familienzerfall auf. Wir Geschwister saßen jetzt wie der alle im selben Boot, wenn auch naturgemäß jeder an anderen Stelle.“ Alle Kinder, die getrennt lebende Ehefrau und andere Verwandte teilen sich Betreuung, Versorgung und Pflege des alten Herrn. So ist es möglich, dass er bis zum Alter von gut 82 Jahren in seinem Haus leben kann, zuletzt rund um die Uhr betreut von Pflegerinnen. Als nur noch eine Wohneinrichtung bleibt, hat er auch hier Glück: er findet Aufnahme Pflegeheim seines Dorfes, wo er den Pflegekräften und Mitbewohnern seit langem bekannt ist. Dort wird er seiner Tage auch beschließen, und er hat Glück, dass es nicht in der Einsamkeit eines Altersheims in der Großstadt sein muss. „In der Welt, aus der mein Vater kam, gab es eine solche Verlassenheit nicht, dort starben die Menschen zu Hause Kreis der Familie und im Beisein des Pfarrers. Und die Totengräber kannten die Namen der Gestorbenen.“

Ein Blick zurück
Doch wer ist der alten Mann eigentlich? „Sein Leben begann in einer Zeit, in der es zahlreiche feste Pfeiler gab (Familie, Religion, Machtstrukturen, Ideologien, Geschlechterrollen, Vaterland), und mündete in die Krankheit, als sich die westliche Gesellschaft bereits in einem Trümmerfeld solcher Stützen befand.“ August Geiger wuchs in der Nähe von Bregenz in äußerst bescheidenen Verhältnissen auf. „Geboren wurde er am 4. Juli 1926 als drittes von zehn Kindern. Seine Eltern waren Kleinbauern in Wolfurt, einer Vorarlberger Rheintalgemeinde, in der es aufgrund des Erbrechts keine Großbauern gibt. Die Eltern meines Vaters besaßen drei Kühe, einen Obstgarten, einen Acker, eine Streuwiese, ein Stück Wald, ein Schnapsbrennrecht für dreihundert Liter und ein Bienenhaus. Davon hätte eine Familie mit so vielen Kindern nicht leben können. Adolf Geiger, der Dätt, verdiente als Angestellter in der noch jungen Stromindustrie dazu.“ Die Kinder litten keine Not, führten aber ein karges Leben. Was man nicht kennt, vermisst man auch nicht. „Nach heutigen Maßstäben waren die Kinder schlecht ernährt. Sie bekamen fast kein Gemüse, wenig Fleisch, viel Milch und Brot und Schmalz.“ Wie allgemein üblich, wurden die Kinder nicht streng erzogen, sondern „streng gehalten“. August lebte in einer Welt, die Überfluss und Wegwerfen nicht kannte. Gegenstände, die man besaß, waren irgendwann wieder zu etwas zu gebrauchen. „Die Fähigkeit zu reparieren und weiterzuverwerten, und die von den Eltern übernommene Einstellung, die Befriedigung von Bedürfnissen aufzuschieben oder gewisse Bedürfnisse gar nicht erst zu haben, gehören zu einer Kultur, die hierzulande untergeht.“

Aus dem Leben des August Geiger
Sein einfaches, zurückgezogenes Leben ist aber nicht nur auf Herkunft und Erziehung zurückzuführen, sondern auf traumatische Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, als er als Achtzehnjähriger im Februar 1945 an die Ostfront, oder was davon noch übrig war, geschickt wurde. Kurz darauf geriet er in sowjetische Gefangenschaft und wurde er zum Verladen von Kriegsbeute eingeteilt. In seiner mageren Suppe fand er einen Knochen, den er heißhungrig abnagte. „Am Tag darauf hatte er die Ruhr und magerte innerhalb kurzer Zeit bis auf vierzig Kilo ab. Gemeinsam mit einigen anderen Österreichern wurde er einem Rotarmisten an die March zur slowakisch-österreichischen Grenze bei Hainburg gebracht. „Der Vater kam in der zweiten Septemberwoche heim, am September, als das Licht schon wieder gelblich wurde und das dritte Heu eingebracht werden musste, ehe die Birnen- und Apfelernte begann. Was damals niemand wusste: Dieser Neunzehnjährige würde sich der Welt nicht mehr öffnen, damit wars ein für allemal vorbei. Er muss sich im Lazarett geschworen haben, ein Leben lang zu Hause zu bleiben, sollte er jemals wieder dorthin gelangen, eine langsame und lange Heimkehr.“ Fortan blieb er im Dorf, wurde Gemeindeschreiber, baute ein Haus und heiratete mit 37 Jahren. In seinem Dorf war er beliebt und geachtet. In seinem Inneren blieb er einsam und traumatisiert vom Krieg, sicher fühlte er sich nur in den Gemarkungen seines Heimatdorfes. „Ich weiß noch, wie oft es in meiner Kindheit Ärger gab, das Thema Urlaub zur Sprache kam und der Vater zum hundertsten Mal sagte, Wolfurt sei ihm schön genug.“ Dort blieb er bis zum Ende.

Das Haus als Rückzugsort
Seine ganze Kraft legt er in jungen Jahren in das Haus, das er für seine Familie baut. Vier Kinder wuchsen darin auf. Sohn Arno geht nun oft im Haus herum und ist sich bewusst, dass hier jemand große Mühe auf seine Heimstatt verwendet hatte, damit man sich sicher und behaglich fühlen konnte. Diese Zeit ist nun vorbei: „Das Haus hatte seinen Zweck erfüllt. Die Kinder waren darin groß und erwachsen geworden, und dann hatte der alte Kasten noch gehalten, bis der Vater ins Pflegeheim übersiedelt war. Jetzt war alles abgewohnt und der Mode gekommen, und mehr als nur eine Stelle bereitete uns Sorgen. Der Vater hatte das Haus auf eigene Faust gebaut, nach dem eigenen Kopf. Seit den siebziger Jahren hatte er immer wieder an- und umgebaut. Was soll ich sagen? Solche Häuser sind immer auch indirekte Selbstporträts. Hinzu kam, dass der Vater nach und nach eine geradezu pathologische Abneigung gegen jegliches Wegwerfen entwickelt hatte. Das Wegwerfen blieb jetzt den Kindern überlassen.“
In diesem Sinne ist Geigers Buch nicht nur ein Bericht über den kranken Vater bis zu seinem Tod, sondern auch über das Ende einer Epoche der Bescheidenheit und des bedächtigen Lebens, wo das Gefühl, ständig etwas zu verpassen, unbekannt ist. Die Zeit nimmt hier eine besondere Dimension an: „Je weiter man sich von seiner Herkunft entfernt, desto länger, kommt es einem vor, hat man gelebt. Legt man diesen Maßstab bei meinem Vater an, ist sein Leben bis zum Krieg kurz gewesen, dann für kurze Zeit lang, dann sehr lange Zeit kurz und erst in der Demenz wieder lang.“

Hörbuch

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Über den Autor ANAKREON

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