Sesshu, Winterlandschaft, ca. 1470. Nationalmuseum Tōkyō

Winterzeit, und Weihnachten steht vor der Tür. Viele stellen sich die bange Frage, welches Geschenk noch auf die Schnelle besorgt werden könnte. Bücher sind an langen Winterabenden vielleicht nicht die schlechteste Wahl. Womöglich ein echter Klassiker der Weltliteratur, der erste Roman schlechthin: Genji Monogatari, „Die Geschichte vom Prinzen Genji“. Zugegeben, ein Roman von knapp 1200 Seiten stellt schon gewisse Ansprüche an den Leser – oder viel eher an die Leserin, denn Männer werden dankend abwinken, wenn ihnen jemand mit einem Roman und noch dazu mit einem so umfangreichen kommt. Schließlich haben sie rechtzeitig gelernt, ihr Innenleben zu verdrängen und sich vornehmlich der materiellen Welt zuzuwenden, sofern sie mathematisch-naturwissenschaftlich erfassbar und beherrschbar ist. Wenn Männern eines Angst macht, dann sind es die eigenen Gefühle, und die findet man zuhauf in literarischen Werken…

Die Welt des alten Japan
Für die Herausbildung der japanischen Kultur war China von einer vergleichbaren Bedeutung wie Hellas und Rom für Europa. Im 7. nachchristlichen Jahrhundert schickte Prinz Shōtoku Taishi (聖徳太子) junge Männer nach China, damit sie von der großartigen Bildungswelt des Reichs der Mitte lernen sollten. Neben dem Buddhismus, den sie mit zurückbrachten, gehörte selbstverständlich die chinesische Bildungssprache und die Übernahme der Schriftzeichen für das bislang schriftlose Inselreich dazu. Während aber Griechisch und Latein mit den germanischen, keltischen und slawischen Sprachen eng verwandt sind, gehören das Japanische und Chinesische zwei völlig verschiedenen Sprachfamilien an. Chinesisch ist eine isolierende Sprache, d.h. normalerweise besteht ein Wort aus nur einer Silbe. Die Folge ist eine Unzahl gleichlautender Wörter, für deren Unterscheidung die Schriftzeichen sinnvoll sind. Japanisch hingegen ist eine agglutinierende Sprache wie Finnisch, die an den Wortstamm einen ganzen Rattenschwanz von Endungen klebt. Diese grammatischen Signale kann man mit chinesischen Zeichen nicht ausdrücken. Die Lösung liegt in Silbenzeichen, die man an das chinesische Grundwort anhängt. So hat die japanische Silbenschrift die Herausbildung einer eigenständigen, vom chinesischen Vorbild gelösten Literatur maßgeblich vorangetrieben. Sie lag, was die Prosa angeht, in den Händen aristokratischer Hofdamen, die mit ihren Schöpfungen gleichzeitig zur Weiterentwicklung der japanischen Schriftsprache beitrugen. Dass es gerade Frauen aus der Oberschicht waren, hatte unterschiedliche Gründe. Zum einen genossen sie eine umfassende Bildung, zu der auch profunde Kenntnisse der chinesischen Literatur gehörte. Allerdings traute man den Damen die aktive Beherrschung der Kanji (漢字), der chinesischen Schriftzeichen der Han-Zeit, nicht zu. Schon früh entwickelten sie daher aus verkürzten Zeichen eine eigene Silbenschrift, Hiragana, auch Frauenschrift genannt. So wird etwa das chinesische Zeichen für Frieden, AN 安 (oben Dach, unten Frau- eine Frau im Haus bedeutet Frieden…!) zur Silbe [a] あ gekürzt. Auf dem gleichen Prinzip beruht die eckige Männerschrift, Katakana, die von buddhistischen Mönchen entwickelt wurde. Mit beiden Silbenschriften kann man neben den komplizierten grammatischen Endungen auch jedes chinesische Schriftzeichen und jedes japanische Wort treffend wiedergeben. So schreibt man Kanji 漢字 in Hiragana so: かんじ, bestehend aus den Silben ka-n-ji. Die Silbenschriften haben den großen Vorteil, dass man sie in kürzester Zeit erlernen kann und sich nicht jahrelang herumplagen muss wie mit den chinesischen Schriftzeichen. Die gehören freilich zum Japanischen Schriftbild dazu.

Frauen schreiben anders als Männer
Die Niederungen des Alltags und seiner Haushaltspflichten überlassen die Hofdamen dem Dienstpersonal und können ihre Interessen und Fähigkeiten ganz in den Dienst der Kunst und Literatur stellen. Je umfassender ihre Bildung, desto größer ist auch die Aussicht, eine der begehrten Positionen am Hof zu erlangen. Selbst die höfischen Zofen und Kammerfrauen mussten bei geistreichen Gesprächen mithalten können, denn jede der kaiserlichen Gemahlinnen (es herrschte Polygamie) hatte den Ehrgeiz, dem eigenen Zirkel besonderen Glanz zu verleihen. Obwohl die Damen in das höfische Zeremoniell miteinbezogen waren, standen sie dieser männlich dominierten Welt mit einer gewissen Distanz gegenüber, die sich in ihrem literarischen Schaffen deutlich niederschlägt. So sehen sie das Hofleben deutlich kritischer als die Männer am Hof, die in ihrem Denken konservativer sind und stets die eigene Karriere im Blick haben.

Eine Klasse für sich
Die Hofgesellschaft ist eine vom gewöhnlichen Leben völlig abgehobene Kaste, die sich der Schönheit und der Feinheit der Empfindungen verschrieben hat. Besonders der Umzug des Kaisersitzes von Nara nach Kyōto Ende des achten Jahrhunderts fördert diese abgehobene Welt. Der Roman spielt daher hauptsächlich im Ryōan-ji-Tempel (龍安寺 ”Tempel des friedlichen Drachens“) in Kyōto, den man heute noch als grandioses Monument des nationalen Kulturerbes pflegt. Hier hatte man die nötigen Mittel und die Muße, sich den Idealen japanischen Ästhetik, der Pflege von Musik und Dichtung, von Zeremonien und Intrigen hinzugeben. Je größer Abstand der Hofgesellschaft zur Außenwelt, desto raffinierter und feiner wird der höfische Stil. Jede einzelne Lebensregung wird aufs höchste ritualisiert. Die Zeit ist erfüllt mit gastlichen Zusammenkünften, bei denen man über den Anblick der ersten Kirschblüten oder der silbrigen Mondsichel zwischen den Wolken in Verzückung gerät. Es werden Dichterwettbewerbe abgehalten, an denen sich die Hofdamen gleichermaßen beteiligen. Man erfreut sich beim Spiel der koto 箏 und anderer höfischer Instrumente und frönt natürlich dem Liebesreigen und mischt bei den Hofintrigen mit.

Bis heute als nationale Dichterin Japans unerreicht
In diesem Umfeld entstand der erste Roman der Weltliteratur “Die Geschichte vom Prinzen Genji”, japanisch Genji Monogatari 源氏物語. Während in Deutschland religiöse Erbauungs- und Belehrungsschriften von Mönchen und Klerikern verfasst wurden, schrieb die Hofdame Murasaki Shikibu 紫式部 um 1010 einen Roman mit einer feinen Nuancierung und einem psychologischen Einfühlungsvermögen, das erst in der Moderne wieder erreicht werden sollte. Ihr Name ist wahrscheinlich ein Pseudonym; Murasaki 紫 bedeutet „Violett“ und Shikibu式部 „Zeremonie“. Offensichtlich gehörte ihre Familie zum bedeutsamen Clan der Fujiwara 藤原. Murasaki ist gleichfalls der Name der Hauptperson des Romans neben dem Prinzen Genji selbst. Die Autorin kam vermutlich um das Jahr 975 in Kyōto zur Welt und wurde von ihrem Vater, der selbst ein begabter Dichter war, in den „chinesischen Studien“ unterrichtet und beherrschte somit auch die chinesische Schrift. Für ein Mädchen war dies eine ungewöhnliche Bildung, denn Frauen bedienten sich fast ausschließlich der bereits erwähnten Silbenschrift Hiragana. Über Murasakis Leben ist nicht allzu viel bekannt. Stilistische Variationen im Roman gaben Anlass zu Spekulationen, ihre literarisch ebenfalls begabte Tochter habe den Roman zu Ende geschrieben. Bekannt ist, dass sie in den Stand einer Hofdame berufen wurde, was eine große Ehre war. Allerdings ist sie bald enttäuscht von den Intrigen und Mauscheleien und beginnt um das Jahr 1000 mit dem Roman. Dessen Lektüre ist im Original nicht zu empfehlen. Obwohl sich die japanische Sprache im letzten Jahrtausend nicht so radikal verändert hat wie das Deutsche, brauchen auch Japaner eine moderne Übersetzung. Um das Jahr 1330 wurde Murasaki in die Liste der „36 unsterblichen Frauen der Dichtkunst“ aufgenommen und wird noch heute als größte Dichterin Japans hochverehrt. Selbst auf dem 2000-Yen-Schein prangen Motive aus dem Genji Monogatari. In Japan ist es selbstverständlich, ganze Passagen aus dem Genji auswendig zitieren zu können.

Zur Geschichte des Prinzen Genji
Es wäre aberwitzig, wollte man versuchen, einen so filigran durchwirkten Roman in wenigen Worten zusammenzufassen. Der Verlauf der sehr komplexen Handlung erlaubt zumindest eine Dreigliederung. Die ersten Kapitel spielen in Kyōto und zeigen den Prinzen Genji in seinen besten Jahren. Genji ist der Sohn des Tennō, stammt aber von einer Zweitfrau und hat daher keine Aussichten auf die Thronfolge. Gleichwohl nimmt er eine hohe Position am Hof ein und hat verschiedene Liebschaften und Frauen. Im Unterschied zu anderen Höflingen verlässt oder verstößt er aber keine von ihnen. Nach dem Tod seiner ungeliebten ersten Ehefrau, mit der er schon im Alter von 12 Jahren verheiratet wurde, wird er auf die junge Murasaki no Ue (紫 の上, übrigens heute der Name eines Parfüms und einer Clematisblume) aufmerksam, die durch Schönheit, Tugend und Klugheit herausragende Nichte seiner Stiefmutter. Er nimmt sie zu sich und unterrichtet sie in Poesie und Musik, dann wird sie seine Geliebte. Auch die Kapitel 34-41, immer noch in Kyōto, stellen Genji weiterhin in den Mittelpunkt, aber nicht mehr als treibende Kraft, sondern schon von Melancholie überschattet. Die letzten Kapitel sind von der Geschichte seines angeblichen Sohns Kaoru und dessen Gegenspieler, Genjis Enkel Niou, geprägt.

Von der Vergänglichkeit des Daseins
Die Autorin entwickelt in ihren Schilderungen eine außerordentliche Sensibilität für menschliche Gefühle und die Schönheiten der Natur. Je weiter die Erzählung fortschreitet, desto stärker werden Anklänge an die buddhistische Vorstellung von der Vergänglichkeit des Seins und das rein hedonistische Vergnügen am Liebesreigen tritt zurück. So ereilt auch Murasaki ihr Schicksal, was in dem berühmten Kapitel 41 萩の露 Hagi no tsuyu „Tau auf dem Kleeblatt“ beschrieben wird. Gemeint ist der japanische Klee, Hagi 萩, der weiße Blüten trägt. In Japan ist wie auch in China Weiß die Farbe der Trauer.

Murasakis tragisches Ende
Als die Kaiserin Akashi an den kaiserlichen Hof zurückkehren muss, geht sie in das Zimmer, in dem die kranke Murasaki ruht, um sich von ihr zu verabschieden. Während sie sich unterhalten, weht eine Brise des Herbstwindes und der Klee flattert strahlend weiß in der Dämmerung. Prinz Genji sieht diese Szene und ist überrascht, dass Murasaki aufgestanden ist und auf den Garten hinausblickt. Er fragt sie, ob es ihr gut gehe und ob sie sich besser und glücklicher fühle, weil sie einige Zeit mit der Kaiserin verbracht habe. Murasaki, von Genjis zärtlicher Fürsorge tief bewegt, verfasst ein Gedicht, in dem sie ihr flüchtiges Leben mit dem bald verschwindenden Tau auf dem Kleeblatt vergleicht. Im Sinne des Mono no aware (物の哀) (s.u.) mischt sich die Freude über Schönheit mit der Trauer über die Vergänglichkeit. Als Genji dies hört und dabei den Klee im Garten beobachtet, der in der zarten Brise zittert und tatsächlich seinen Tau zu verlieren scheint, vergießt er reichlich Tränen und schreibt ein Gedicht, in dem er beklagt, dass in dieser Welt das Leben der Menschen mit dem Tau geradezu wetteifert, was die Vergänglichkeit des Daseins betrifft. Die einen welken früher dahin als die anderen, die trauernd zurückbleiben. Kurz darauf beendet Murasaki, die Hand der Kaiserin haltend, ihr kurzes, taufrisches Leben und verscheidet bei Tagesanbruch. Als Murasaki stirbt, ist Genji am Boden zerstört. Nach Murasakis frühem Tod lebt Genji bis zu seinem Ende in kontemplativer Zurückgezogenheit.

Die tiefere Bedeutung dieses Romans
In großartiger Konzeption und in elegantem Ausdruck schildert dieses Werk die Einzelheiten der Pracht und Herrlichkeit., die die Liebesaffären aus der Welt der Aristokratie umgeben. Im Hintergrund der dargestellten Ereignisse verbirgt sich gleichwohl die tief religiöse Lebensphilosophie der Autorin, die sich auf das Bewusstsein der Vergänglichkeit des Lebens stützt. Das Lebensgefühl, das mit diesem Konzept einhergeht, wird als Mono no aware 物の哀れ (Empfinden für den Wandel der Natur) bezeichnet. Der zauberhafte Anblick von Kirschblüten an warmen Frühlingstagen, der nur für wenige Tage andauert, bevor die ganze Pracht anfängt, wieder zu verblühen und vom Winde verweht wird, steht beispielhaft für das japanische Denken. Ein japanischer Studienfreund antwortete einst auf meine Frage, ob ihn in Deutschland etwas fehle: „Japanität!“
Das Genji Monogatari ist keine Schilderung historischer Fakten und gesellschaftlicher Zustände des alten Japan. Es wird weder die politische Ausrichtung des Adels noch die ärmliche wirtschaftliche Lage des einfachen Volkes erwähnt. Murasaki Shikibu zeichnet vielmehr ein Idealbild des Kaiserhofes in Heiankyö, wie die Bezeichnung der Kaiserresidenz Kyōto in jener Zeit lautete, die der ganzen Epoche ihren Namen gab: Heian-Zeit, japanisch Heian-Jidai (平安時代). Der ganze erzählerische Duktus lässt das Genji Monogatari in hohem Maße fiktiv und somit als Produkt eines idealisierenden Realismus erscheinen.
Das Neue am Genji Monogatari ist das Fehlen überirdischer Wesen, die in die Handlung eingreifen und die mit feinem psychologischen Einfühlungsvermögen gezeichneten Charaktere der mehr als 370 Personen. Dazu kommen die besonders kunstvoll erzielten Effekte des yūgen ( 幽 玄) eines unübersetzbaren Wortes, welches das überwältigende Gefühl beschreibt, das die Schönheit der Natur als Ausdruck der Tiefe der Existenz in uns hervorruft. Nicht zuletzt die Prägnanz der Wortkunst sowie der hervorragende, flüssige Stil verhalfen dem Roman schon früh zu einer Bewunderung, die bis heute ungebrochen ist.

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Über den Autor ANAKREON

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