Elizabeth von Arnim (31. August 1866 – 9. Februar 1941), wurde als Mary Annette Beauchamp in Australien in sehr wohlhabenden Verhältnissen geboren und heiratete einen deutschen Aristokraten, und ihre frühesten Werke spielen in Deutschland. Das Paar lebte zunächst in Berlin, dann auf dem pommerschen Landsitz Nassenheide, dem alten Rittergut der Familie von Arnim. Ihre erste Ehe machte sie zur Gräfin von Arnim-Schlagenthin und ihre zweite zu Elizabeth Gräfin Russell. Sie war eine Cousine der in Neuseeland geborenen Schriftstellerin Kathleen Beauchamp, die unter dem Pseudonym Katherine Mansfield schrieb. Deren Vater war ein Vetter ihres Mannes. Obwohl sie in ihrer Jugend von allen May gerufen wurde, gab sie sich seit ihrem ersten Buch den Namen Elizabeth als nom de plume. So nannten sie schließlich Freunde und Familie. Obwohl Elizabeth um 22 Jahre älter war, korrespondierten sie und Katherine Mansfield rege miteinander, rezensierten gegenseitig ihre Werke und wurden enge Freundinnen. Später, als beide Frauen ihren Wohnsitz in der Schweiz nahmen, besuchte Elisabeth häufig die junge Katherine. Sie verstanden sich gut, obwohl Mansfield die viel wohlhabendere Arnim zuweilen als etwas übergriffig empfand. Mansfield persiflierte von Arnim als die Figur Rosemary in der Kurzgeschichte „A Cup of Tea“, die sie in der Schweiz schrieb. Elisabeth war musisch begabt und studierte am Royal College of Music, wo sie vor allem das Orgelspiel erlernte.

Ein bewegtes Lieben und Leben
Zu den Hauslehrern auf dem Familiensitz gehörte u.a. der später berühmt gewordene Schriftsteller E. M. Forster, der im Frühjahr und Sommer 1905 mehrere Monate dort arbeitete. Forster schrieb seine Erinnerungen an die Zeit dort unter dem Titel „Nassenheide“ nieder. Von April bis Juli 1907 war der nachmalige Erfolgsautor Hugh Walpole ebenfalls Hauslehrer dort. 1911 zog Elizabeth nach Randogne in der Schweiz, wo sie das Chalet Soleil bauen ließ und literarische und gesellschaftliche Freunde um sich versammelte. Nach dem Tod ihres Mannes war sie von 1910 bis 1913 die Geliebte des Schriftstellers H. G. Wells. Im Januar 1916 heiratete sie Frank Russell, den älteren Bruder des Philosophen Bertrand Russell. Die Ehe scheiterte, und das Paar trennte sich 1919. Auf der Suche nach einem wärmeren Klima ließ sich Arnim 1930 in Mougins in Südfrankreich nieder. Dort legte sie einen Rosengarten an und nannte das Haus Mas des Roses. Wie in der Schweiz unterhielt sie auch hier ihren gesellschaftlichen und literarischen Kreis. Dieses Haus behielt sie bis an ihr Lebensende, obwohl sie 1939, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, zu zweien ihrer Töchter in die Vereinigten Staaten zog. Sie starb am 9. Februar 1941 im Alter von 74 Jahren in Charleston, South Carolina, an einer Grippe. Das vielleicht beste Beispiel für Arnims bissigen Witz und ihre ungewöhnliche Lebenseinstellung findet sich in einem ihrer Briefe: („Ich bin so froh, dass ich bei den verschiedenen Gelegenheiten, die ich mir ernsthaft gewünscht habe, nicht gestorben bin, denn dann hätte ich eine Menge schönes Wetter verpasst.“ „I’m so glad I didn’t die on the various occasions I have earnestly wished I might, for I would have missed a lot of lovely weather.“ (in: Letter to Maud Ritchie, quoted by Deborah Kellaway in introduction to The Solitary Summer, Virago: 1993)

Ein Roman mit literarischen Vorbildern
Sallys Glück gehört sicherlich nicht zu den meistbeachteten Romanen Elisabeths von Arnim. Gleichwohl ist er aus mehreren Gründen außergewöhnlich: vordergründig eine Sittengeschichte des frühen 20.Jahrhunderts, hintergründig eine Fabel, ein Märchen gar. Was würde passieren, wenn eine überirdisch schöne Frau in einem Arbeitermilieu geboren würde, was man erkennt, sobald sie den Mund aufmacht? Zugegeben, ganz neu ist diese Idee nicht. Bereits vor Elisabeths Sally kam 1913 George Bernard Shaws Pygmalion heraus, der als Vorlage für das Musical My Fair Lady diente. Auch hier der Versuch, einer Frau aus dem Volk ihren „schrecklichen“ Londoner Cockney-Akzent abzugewöhnen. Im Musical ist Schönheit allerdings kein Kriterium. Das findet man wiederum sehr ausgeprägt in Max Beerbohms Roman Zuleika Dobson aus dem Jahr 1910 über eine Frau, die so attraktiv ist, dass sich alle Studenten der Universität Oxford in sie verlieben. Elisabeth von Arnim dreht diese beiden Erzählmuster in einen Strang zusammen Was wäre, wenn Aphrodite in der Moderne erwachen würde – eine Göttin, aber nur ihrem Aussehen nach, nicht aber ausgestattet mit besonderen Kräften oder der überragender Klugheit, sondern eine naive Frau aus der Unterschicht?

Auf der Flucht
Der Unterschied ist, dass Zuleika den Rummel, der um ihre Schönheit entsteht, geradezu erwartet. Sally indes möchte einfach nur ihr bescheidenes Leben weiterführen, und ihr Vater, der kleine Ladenbesitzer Mr. Pinner, ist vor allem daran interessiert, dass sie schnell heiratet, damit sie nicht von den Studenten der nahe gelegenen Universität Cambridge um ihre Jungfräulichkeit gebracht wird. Wie es in der ersten Zeile mit typischem von Arnim-Schwung heißt: „Mr. Pinner war ein gottesfürchtiger Mann, der sich vor allem fürchtete, außer vor der Ehrbarkeit. (‘Mr Pinner was God-fearing man, who was afraid of everything except respectability.’). Um der Familienehre willen ist er bereits mit Sally aus dem Sündenbabel London in das abgelegene Woodles gezogen; ein Kaff, das, wie Mr Pinner frohlockend feststellt, hauptsächlich von älteren Damen bewohnt wird. Dort, so glaubt er, ist seine überirdisch schöne Tochter von schmachtenden Männerblicken endlich sicher, zumal er sie in seinem Laden stets fern von der Verkaufstheke beschäftigt.

Schönheit als Fluch
Sally ist die Abkürzung für Salvatia, die Erlösung, das sehnlichst erhoffte Kind, das erst nach langen Ehejahren das Licht der Welt erblickt. Ihre ebenso bildschöne Mutter stirbt auf tragisch frühe Weise, als Sally erst 16 Jahre alt ist. Mr. Pinner, ängstlich und angespannt, fürchtet nun, dass alles so kommt wie 20 Jahre zuvor, nur viel schlimmer, denn Sallys makellose Schönheit übertrifft die ihrer Mutter noch bei weitem. Nicht nur das, es liegt in ihrer Natur, zu allen freundlich zu sein und zu lächeln, sobald sie selbst angelächelt wird, daher strahlt sie ständig, dass man meint, der Laden sei erfüllt von Licht („Sally couldn’t help smiling back when anybody smiled at her[…] she was in a continual condition of radiance, and the shop seemed full of light”). Sally ist sanftmütig und naiv, ohne zu überblicken, welche Auswirkungen ihre Schönheit hat. Schon als Jugendliche macht sie die Erfahrung, dass Ihr Aussehen ein Fluch ist, denn ehemalige Freundinnen wenden sich von ihr ab, weil sie sich in ihrem Schatten unansehnlich und hässlich vorkommen. Ihre Naivität wird zum Markenzeichen des Romans; sie ist so übertrieben einfach und gut, wie sie schön ist, was das Ganze eher zu einem Märchen macht und sie zur Prinzessin in den Schlingen und Fallstricken der realen Welt.

Eine gute Partie mit Hindernissen
Eines Tages betritt Jocelyn Luke den Laden. Er ist ein arroganter junger Schnösel, aber als er Sally sieht, ist es um ihn geschehen. Als Mr Pinner hört, dass er über ein arbeitsloses Jahreseinkommen von 500 Pfund verfügen kann, stimmt der dem Heiratsantrag freudig zu- ein kleines Vermögen ist das, mit dem er Frau und Familie nicht nur komfortabel, sondern auch stilvoll unterhalten kann („He had £ 500 a year certain, whatever he did or didn’t do, and to Mr Pinner, used to counting his pennies, this not only seemed enough to keep a wife and family in comfort, but also in style“). Auch Sally willigt ein – obwohl sie kaum versteht, was Luke sagt, wenn er Gedichte zitiert oder seine unsterbliche Liebe bekundet. Von Arnim schreibt diese Szenen brillant, sie sind witzig und haben gleichzeitig einen ironischen Unterton. Als der Lichtschein der Öllampe auf Sallys Kopf fällt, murmelt Luke, und seine Augen brennen: „Und die Schönheit wurde Fleisch und wohnte unter uns“. (“And Beauty was made flesh, and dwelt among us,” he murmured, his eyes burning “). Die fleischgewordene Schönheit (in Anspielung auf das Neue Testament- Joh.1,14) ist schüchtern und unsicher, wenn sie mit Angehörigen der oberen Kaste redet. Jocelyn versucht vergeblich, ihr fehlerhaftes oder vielmehr anderes Englisch, das der Unterschicht, zu verbessern. Er übt mit ihr Sätze wie „Hefty Harry hurries after his hat“, um ihr das H am Wortanfang beizubringen und verzweifelt angesichts ihrer grammatischen Fehler in Sätzen wie „I ain’t lookin‘ at them…They looks at me“- „Ich schau‘ die doch net an…die gucke‘ zu mir her!“ – So könnte man ihre Antwort wiedergeben, als Jocelyn ihr vorwirft, sei starre fremde Männer an. Einer der größten Stolpersteine in dieser Beziehung ist Jocelyn Lukes monströse Eifersucht. Er kann es nicht ertragen, wenn ein Mann mit Sally spricht, weil er – oft sogar zu Recht – glaubt, dass er es auf sie abgesehen hat.

Klassenschranken sind kaum zu überwinden
Wenn sie jemanden trifft, mit dem sie ein normales Gespräch führen kann, stellt er sich ihr in den Weg und versucht, sie zu isolieren. Das Märchen wird düster – auch wenn Lukes eiserne Hand eher mit hysterischer Eifersucht als mit Bosheit zu erklären ist. Eine amüsante Stelle ist Sallys Aufenthalt in der Werkstatt in Truro, in der Jocelyn sie versteckt hat, um sich in Ruhe um den Wagen zu kümmern. Einer der Mechaniker trifft sie dort an und glaubt, eine himmlische Offenbarung sei ihm zuteil geworden. Für Sally ist hier endlich jemand, mit dem sie in ihrer vertrauten Sprache reden kann, denn er ist einer der ihren und sie fühlt sich wohl und angenommen in seiner Gegenwart, als sie gemeinsam sein Mittagessen löffeln- Sally ist nämlich gar nicht ladylike, sondern verspürt stets den ordentlichen Hunger der einfachen Leute („…his language was her language, and he didn’t make her feel nervous, and she knew instinctively she could do nothing wrong in his sight“). Nicht nur die Eifersucht steht zwischen ihnen, bald verliert Jocelyn auch die Geduld, weil Sally nicht aufhört, ihn ständig als „Mr. Luke“ anzusprechen- obwohl sie damit einem Standesunterschied Rechnung trägt, der auch durch eine Heirat nicht einfach so mit einem Federstrich weggewischt werden kann. Wenn es eine Botschaft in diesem Roman gibt, dann die, dass eine Ehe zwischen „Ungleichen“ kaum funktionieren kann, vor allem in einer Kastengesellschaft wie der britischen. Die reiche, weltgewandte Elisabeth wusste sicherlich, wovon sie redete.

Die Ereignisse überschlagen sich
Was die Lage noch schlimmer macht, ist, dass Sally auch noch mit Jocelyns übergriffiger Mutter zurechtkommen muss. Leider ist Mr. Lukes Mutter ihrem Sohn erschreckend ähnlich. Sally hat nicht damit gerechnet, dass es auf einmal zwei von der Sorte gibt. Die Ereignisse überschlagen sich, als Jocelyn zurück nach Cambridge geht, um eine Arbeit abzuschließen und Sally nun von seiner Mutter zu einer Lady „erzogen“ werden soll- mit den besten Absichten, versteht sich. Der stürmische Nachbar Edgar Thorpe, der sie als angehender Stief-Schwiegervater bereits herzlich küsste, verhilft ihr großmütig zur Flucht: er lässt sie von seinem Chauffeur nach London bringen, wo sie sich bei ihrem Vater ausweinen möchte. Doch der kennt keine Gnade: eine verheiratete Frau hat nicht alleine durch die Gegend zu fahren. Postwendend muss sie zurück, und wird unterwegs von einer Lady Laura aufgelesen, die sie mit auf ihren Landsitz nimmt, wo sich ihr Bruder sofort hoffnungslos in sie verliebt. Am Ende wird die Komödie der Irrungen und Wirrungen aufgelöst und Sally findet den ihr angemessenen Platz, aber nicht ohne ihren eigenen Willen durchgesetzt zu haben, was die Wohnverhältnisse betrifft: Es geht auch ohne Lady Luke.

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters
Zeile für Zeile beweist Elisabeth von Arnim ihren augenzwinkernden Wortwitz und ihre Fähigkeit, Situationskomik zu erzeugen. Dieses Buch besitzt vielleicht nicht den Charme ihres Erfolgsromans „Verzauberter April“ (Enchanted April), ist aber eine faszinierende Fabel über eine verkehrte Welt, die viel Realistisches enthält. Die Männer werden zu albern balzenden Hanswürsten, wenn sie dieser atemberaubend schönen Frau begegnen. Sally hat nicht die „gute“ Erziehung, die in der britischen Gesellschaft verlangt wird, spricht mit dem Zungenschlag der Arbeiterklasse, ist ungebildet und naiv, aber ihre Schönheit macht das alles vergessen. Dabei verzichtet die Autorin bewusst auf jegliche genaue Beschreibung ihres Aussehens. Sie ist „erstaunlich hübsch“, ihr „Liebreiz ist unbeschreiblich“, sie ist „die Schönheit selbst“, „perfekt“. Bei Erscheinen des Buches wurde die hinreißende kanadische Schauspielerin Mary Pickford als Vorbild gehandelt. Sallys Glück ist auch heute noch ein außergewöhnliches Buch, in dem gezeigt wird, dass Schönheit nicht nur Segen, sondern auch ein Fluch sein kann, aber vor allem eines ist: blendend.
Mary Pickford in den Zwanziger Jahren

Weitere Buchtipps:

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Buchtipp: Isolde Kurz, Erzählungen und Erinnerungen

Buchtipp: Wilhelm Genazino, Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze

Buchtipp: Ignazio Silone, Das Geheimnis des Luca. Il segreto di Luca

Buchtipp: Epiktet, Das Handbüchlein der Moral

Buchtipp: Arno Geiger, Der alte König in seinem Exil

Buchtipp: Sappho, Strophen und Verse

Buchtipp: Graham Swift, Wasserland. Waterland

Buchtipp: Murasaki, Die Geschichte vom Prinzen Genji. Genji Monogatari

Buchtipp: Julian Fellowes, Snobs.

Buchtipp: Andrea Camilleri, Der Dieb der süßen Dinge. Il ladro di merendine

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Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit.The Invention of Solitude

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

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Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

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Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

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Über den Autor ANAKREON

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