Ramón J. Sender (Quelle: Wikipedia)

Ramón J. Sender (1901-1982) war und ist in der spanischsprachigen Welt eine Instanz. Er gehört auch heute noch zu den meistgelesenen Autoren, der ein umfangreiches erzählerisches Werk schuf und gilt als der bedeutendste Vertreter des spanischen Nachkriegszeit. Aus wohlhabender Familie stammend, sympathisierte er schon früh mit anarchistischen Ideen, die in Spanien wie in kaum einem anderen europäischen Land auf fruchtbaren Boden fielen. Obwohl er zwei Jahre militärische Erfahrung im Rifkrieg in Marokko (1921-26) gesammelt hatte, war er nur kurze Zeit als Milizionär auf Seiten der republikanischen Truppen im Einsatz. Er setzte sich danach als Korrespondent für die Volksfront ein. Nach dem Vorrücken der Franco-Truppen und der Ermordung seiner Frau durch Falangisten floh er mit seinen Kindern nach Frankreich, später dann nach Mexiko und schließlich in die USA, wo er eine Professur für Literatur erhielt. Daher ist ein zentrales Thema in seinem Schaffen der Bürgerkrieg und die Erinnerung an die verlorene Heimat.

Ein vielseitiger Autor
In El rey y la reina (1949) wird der Krieg symbolisch zwischen einer Herzogin und ihrer Dienerin behandelt. Mit La tesis de Nancy (1962) setzte Sender sich sehr humorvoll mit den kulturellen Unterschieden zwischen Andalusiern und jungen Amerikanerinnen auseinander. Auch mit einem historischen Roman La aventura equicional de Lope de Aguirre (1964), dem spanischen Eroberer, der Werner Herzogs Film Aguirre, la cólera de Dios („Aguirre, der Zorn Gottes“) inspirierte, hatte er großen Erfolg. Darin spielt Klaus Kinsky nicht nur die Hauptrolle, sondern vor allem sich selbst. Sein auch im Ausland bekanntestes Werk ist Réquiem por un campesino español (1960) „Requiem für einen spanischen Landmann“, in dem ein Priester von der Erinnerung an die Ermordung eines Gemeindemitglieds gequält wird, der zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs gewaltsam ums Leben kommt. In einem inneren Monolog lässt er dessen Leben Revue passieren. Von Senders umfangreichem literarischen Werk ist kaum die Hälfte in deutscher Übersetzung erschienen, umso bedauerlicher ist die im Falle von La tesis de Nancy, worin der Autor einen ganz anderen Ton anschlägt als im Campesino.

In der Francozeit auf dem Index
Die Rezeption von Senders Werk war in Spanien den Zeitumständen entsprechend. Während der Republik wurde es für sein Engagement und seine literarische Qualität gelobt, nach dem Bürgerkrieg während des Franco-Regimes wurde es totgeschwiegen, so dass er zu den unerwünschten Autoren zählte und im Exil leben und publizieren musste. Nach dem Tod Francos wurde es wieder anerkannt, was ihm zu neuem Ansehen verhalf. Die Einschätzung Eduardo Mendozas, einem der besten spanischen Erzähler unserer Zeit, über sein Werk ist ein Beispiel dafür: „Ich habe immer gedacht, dass Sender dazu bestimmt war, der große spanische Romancier des 20. Jahrhunderts zu werden, der Erbe von Valle-Inclán, Baroja und Galdós. Er hatte es nicht sein können: Am Ende des Bürgerkriegs ins Exil verbannt, war seine Existenz kein entscheidendes Ereignis im spanischen Literaturpanorama mehr“ (Vorbemerkung, in SENDER, R. J.: Imán, Barcelona, Círculo de Lectores, 1996).

Eine kurze Erzählung
Réquiem por un campesino español , bereits 1953 in Mexiko-Stadt unter dem Titel Mosén Millán veröffentlicht, wird gradlinig und voller Nüchternheit erzählt und ist sehr kurz. In der spanischen Ausgabe umfasst das Buch gerade einmal 100 Seiten, ganz ähnlich wie der grandiose Roman Pedro Páramo des Mexikaners Juan Rulfo, das kurze Zeit später erschien. Gleichwohl zählen beide zu den besten Werken des 20.Jahrhunderts. Senders Roman gleicht einem Bericht, worin die wichtigsten Stationen im Leben von Paco del Molino beleuchtet werden und die Umstände, die ihn zu einem Leben in der Illegalität treiben. Der Roman besteht aus nur fünf Kapiteln, die den Sakramenten entsprechen, die Paco del Molino in der katholischen Kirche empfangen hat. Diese Sakramente reichen von der Taufe bis zur Krankensalbung, bevor er hingerichtet wird.

Vor der Totenmesse
In einer Kirche in der Region Aragón im Norden Spaniens soll eine Messe zum Gedenken an Paco del Molino abgehalten werden. Aber was ist passiert, weswegen ist noch immer niemand in die Kirche gekommen? Mosén Millán, der Priester, sitzt offenbar schon eine ganze Weile dort. Die Atmosphäre ist geprägt von müder Erwartung und Verfall. Der Priester hat den Kopf auf das Messgewand des Seelenamtes gesenkt. In der Sakristei duftet es nach Weihrauch und in der Ecke liegt ein Bündel mit Olivenzweigen, die vom Palmsonntag übrig geblieben sind. Die Blätter sind so trocken, dass sie bei Berührung zerfallen würden. (“El cura esperaba sentado en un sillón con la cabeza inclinada sobre la casulla de los oficios de réquiem. La sacristia olía a incienso. En rincon habia un fajo de ramitas de olivo de las que habian sobrado el Domingo de Ramos. Las hojas estaban muy secas. Al pasar cerca, Mosén Millán evitaba rozarlas porque se desprendían y caían al suelo.“). Mosén Millán, der Pfarrer, hegt schon immer eher Sympathien für das gehobene Bürgertum und lässt den armen Leuten des Dorfes nichts zukommen, da ihre desolate Lage eine Strafe Gottes für ihren mangelnden Glauben darstelle. Er ist an der Aufrechterhaltung der Ordnung im Dorf interessiert und verkörpert eine gewisse Autorität, was sich später mit der Einführung demokratischer Strukturen ändern soll. Als die Diktatur erneut ans Ruder kommt, gelingt es ihm, seine verlorene Machtposition wiederzuerlangen.

Erinnerungen an Paco
Während er nun auf das Eintreffen der Dorfbewohner wartet, beginnt er, seine Gedanken an Paco zu ordnen. Er erinnert sich an den Tag seiner Taufe und wie er im Laufe der Zeit immer mehr auf den begabten Jungen aufmerksam wurde und beschloss, ihn auf die Wege der Kirche und Gottes zu führen, damit er Priester werden sollte. Schon früh allerdings zeigt sich Pacos Hang zur Selbständigkeit und zum Eigensinn. Mit 6 Jahren schließt er sich anderen Jungs an, die durch Dorf und Felder streunen und geht in den Nachbarhäusern ein und aus („A los seis anos hacía fuineta, es decir, se escapaba ya de casa, y se unía con otros zagales. Entraba y salía por las cocinas de los vecinos“). Die Zeit verging und er sah, wie Paco del Molino Fortschritte machte, denn bei allem Hang zur Ungebundenheit ist Paco vom katholischen Ritus und dem Zauber der Messfeier fasziniert, vor allem in der Karwoche, wenn die Bilder an den Wänden und der Hauptaltar mit violetten Tüchern verhängt werden und alles noch feierlicher und würdevoller ist als sonst. Er geht auch sonst bereitwillig in die Kirche, hilft aber nur dann am Altar, wenn zwei Messdiener gebraucht werden („Iba Paco a menudo a la iglesia, aunque sólo ayudaba a misa cuando hacían falta dos monaguillos. En la época de Semana Santa descubrió grandes cosas. Durante aquellos dias todo cambiaba en el templo. Las imágenes las tapaban con paños color violeta, el altar mayor quedaba oculto también detrás de un lienzo malva”).

Paco geht auf Distanz zu Millán
Am Ende der Karwoche begleitet Paco den Priester zu einem Schwerkranken, der bereits im Sterben liegt und in einer primitiven Höhlenwohnung in den Bergen des Dorfes dahinvegetiert. Paco ist erschüttert über das Elend, in dem diese Menschen leben, und versteht nicht, warum der Priester den Ort so schnell wie möglich wieder verlassen will. Mosén Millán erklärt ihm, dass diese Menschen in dieser Situation seien, weil sie nicht auf Gott vertrauten und fern der Kirche lebten. Nach diesem Erlebnis distanziert Paco sich zusehends von dem Pfarrer, zumal auch seine Eltern dessen Verhalten missbilligen. Eines Tages findet Mosén Millán er bei Paco einen versteckten Revolver, den seine anderen Freunde erbeutet hatten, und fragt ihn, warum er ihn aufbewahrt habe, woraufhin Paco ihm sagt, damit er nicht in die falschen Hände falle. In diesem Moment eröffnet Paco dem Priester, dass er wie sein Vater Bauer werden möchte und nicht mehr an eine kirchliche Laufbahn denkt.

Die Heirat mit Águeda
Paco wächst heran und schlägt sich gewieft durch. Sein Vater schickt ihn auf eine Militärakademie, wo er den Umgang mit Waffen erlernen soll, damit er den armen Landarbeitern aus den Dörfern in der Umgebung helfen könne. Als er zurückkehrt, wo der Schutzpatron des Dorfes gerade gefeiert wird, sieht er ein Mädchen aus gutem Hause namens Águeda, und beginnt heftig mit ihr zu flirten. Aber auch andere junge Männer interessieren sich für sie und wollen mit ihr tanzen. Paco ist kurz davor, sich mit ihnen zu prügeln, so dass er auf der Polizeiwache landet. Doch er lässt sich nicht beirren, die beiden heiraten nach einigen Wochen, wobei Pater Mosén Millán die Hochzeitsmesse hält. Anschließend machen die beiden eine kurze Hochzeitsreise. Nach seiner Rückkehr geht er ins Dorf, um den Ärmsten Spenden zukommen zu lassen und lehnt sich mehr und mehr gegen die Obrigkeit und die ungerechte Verteilung des Landes auf, obwohl er selbst aus einer vergleichsweise wohlhabenden Familie stammt. Als der Priester davon erfährt, ist er sehr ungehalten über Pacos „sozialistische“ Einstellung.

Neue politische Verhältnisse führen gewalttätigen Reaktionen
Mittlerweile beginnen sich die politischen Verhältnisse selbst in Spanien, einem der rückständigsten Länder Europas, langsam zu ändern. Drei Wochen nach der Hochzeit finden Regionalwahlen statt, und die neuen Ratsmitglieder sind nicht mehr die alten Seilschaften, sondern bis auf wenige Ausnahmen junge Leute aus dem Volk („Tres semanas después de la boda volvieron Paco y su mujer, y el domingo siguiente celebraron elecciones. Los nuevos concejales eran jóvenes, y con excepión de algunos, según don Valeriano, gente baja”). Doch die Reaktion der rechtsgerichteten Landbesitzer lässt nicht lange auf sich warten. Plötzlich kommen bewaffnete Fremde ins Dorf mit dem Befehl, jeden zu töten, der gegen die Pläne der alten Obrigkeiten ist. Sie erschießen ein halbes Dutzend Menschen, unter ihnen den Schuster, obwohl er überhaupt nicht zur progressiven Fraktion gehörte. Als Rädelsführer wird Paco del Molino von den Rechten gesucht. Er entkommt und niemand weiß, wo er sich aufhält.

Auch der Priester wird betrogen
Schließlich bekommt Millán sein Versteck heraus und beschließt, ihn zu überreden, sich zu stellen. Er verspricht ihm, dass er einen fairen Prozess bekommen werde. „Paco“, so ruft er ihm angstvoll zu, „ich bin’s, siehst du das nicht? Sei nicht dumm, es ist besser, wenn du dich stellst. Ich bin unter der Bedingung hierhergekommen, dass sie dir nichts tun. Das heißt, sie stellen dich vor Gericht und falls du schuldig bist, gehst du ins Gefängnis, aber nichts mehr. (“-Paco -gritó con cierto temor–. Soy yo. ¿No ves que soy yo? …Paco, no seas loco. Es mejor que te entregues. …-Yo he venido aquí con la condición de que no te harán nada. Es decir, te juzgarán delante de un tribunal, y si tienes culpa, irás a la cárcel. Pero nada más-“) Sie stecken ihn ins Gefängnis, aber er bekommt nicht den Prozess, der ihm versprochen wurde. Stattdessen bringen sie ihn und die beiden anderen Gefangenen in der Nacht auf den Friedhof und lassen sie dort Gräber ausheben, ihre eigenen Gräber. Die Wachen holen auch den Priester dorthin, damit er den Männern die letzte Beichte abnehmen soll.

Ein heimtückischer Fememord
Obwohl sie allesamt unschuldig sind, werden sie ermordet. Paco del Molino stirbt durch ein Erschießungskommando, ein unschuldiger Mann, der sich auf das Wort des Pfarrers verlassen hatte. Doch auch dieser ist Opfer einer verlogenen Soldateska, die ihn lediglich als Lockvogel missbraucht hat. Gleichwohl ist der Pfarrer eine zwielichtige Gestalt, ein unfreiwilliger Erfüllungsgehilfe. Den verzweifelten Einwand Pacos, er habe sich auf sein Wort verlassen, dass er vor Gericht gestellt werde und einen Prozess bekomme, kommentiert er mit den Worten, auch ihn habe man getäuscht. Paco solle nun vielmehr an sein Seelenheil denken und alles andere vergessen. Schließlich lasse Gott selbst es hin und wieder zu, dass ein Unschuldiger sterben müsse, das habe er sogar bei seinem eigenen Sohn geschehen lassen. Und der sei schließlich der unschuldigste unter den dreien, die nun hingerichtet würden. (“Me prometió que me llevarían un tribunal y me juzgarían. – Me han engañado a mi también. ¿Qué hacer? Piensa, hijo, en tu alma, Y olvida, si puedes, todo lo demás…A veces, hijo mio, Dios permite que muere un inocente. Lo permitio de su propio Hijo, que era más inocente que vosotros tres”). So versucht Millán seine Hände in Unschuld zu waschen- sein Gewissen wird ihn verfolgen.

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