»Ach, sieh nur mal, geliebter Schorsch,
Hier diese Trümmer alt und morsch!« (Wilhelm Busch, Die fromme Helene, Kap. 9)

Herr Schmöck weiß die Bildungsbeflissenheit seiner Frau Helene offensichtlich nicht allzusehr zu schätzen- und hier ist es nur das Heidelberger Schloss, das es zu bewundern gilt! Was hätte er wohl gesagt, wenn sie ihm mit verstaubten Werken der Antike gekommen wäre? Aus der Generation 60 Plus gibt es noch etliche, die auf der Schulbank Bekanntschaft mit dem Altgriechischen gemacht haben. Das Herantasten in eine überraschend „moderne“ Denkweise, die über 2000 Jahre zurückliegt, war der Lohn für das schweißtreibende Pauken von Verbformen und verzwickten Satzkonstruktionen. Doch ist die griechische Hochkultur nicht einfach so vom Himmel gefallen. Ihre Vorfahren kamen als Hirtennomaden wie die Germanen, Kelten, Italiker und Slawen aus der südrussischen Steppe auf den Balkan.
Wie so oft, wenn eine kleine, männlich geprägte Kriegerkaste die Macht an sich reißt, bildet sich eine Mischsprache heraus, und zwar mit einem umso bedeutenderen Anteil der Sprache der Alteingesessenen, je überlegener deren Kultur ist. Genau das spielte sich in Griechenland ab. Die neuen Herren vermählen sich mit Frauen aus dem Volk der Pelasger, das ihnen kulturell weit überlegen war. Die jungen Mütter vermittelten ihren Kindern Begriffe, für die ihren Vätern die Wörter fehlten. Etwa thálassa (θάλασσα), „Meer“- für ein Steppenvolk eher eine fremde Vorstellung. Von den drei Hauptsäulen der mediterranen Ernährung stammt nur die Bezeichnung für Brot, sitos, (σῖτος) aus der Sprache der Einwanderer, die zwei anderen, elaion (ἔλαιον) „Olivenöl“, und vor allem oinos (οἶνος) „Wein“ sind vorgriechischen Ursprungs.
Brot und Wein als Grundlage der mediterranen Ernährung waren anfangs mit rituellen Bräuchen verbunden. So nimmt auch das Theater eine Entwicklung von Kultgesängen während der Weinlese und beim Dreschen des Getreides hin zu einer Reflexion über schicksalhafte Verstrickungen des Menschen. Das griechische Drama stellt dem Chor, der aus frühen Götterhymnen stammt, zunächst einen Schauspieler gegenüber, so dass ein Wechselgesang entsteht, der seine Fortsetzung in der katholischen und orthodoxen Liturgie gefunden hat.

Braucht die Philosophie Götter?

Hochkulturen gab es auch und Mesopotamien und Ägypten, doch der Einfluss der viel älteren, genuin europäischen Donauzivilisation hat womöglich den entscheidenden Impuls für die Herausbildung des griechischen Denkens gegeben. Eine der wesentlichen kulturellen Leistungen der Hellenen bestand darin, die traditionelle Gottesfurcht durch die Vernunft zu ersetzen, logisches Begründen statt des Verharrens in irrationalen Ängsten, wie sie die drei Weltreligionen der mosaischen Tradition noch heute kennen. Die Existenz der Götter wird nicht bestritten, doch deren Bedeutung tritt in den Hintergrund. Sokrates, der Begründer der Philosophie des Abendlandes, erging sich mit seinen Schülern in Lehrgesprächen und überprüfte vermeintliche Wahrheiten durch ständiges Hinterfragen. In der Folge entstehen philosophische Schulen, die das europäische Denken bis heute maßgeblich beeinflusst haben, etwa die der Epikureer, die nicht dem lustvollen Lebensgenuss das Wort reden, sondern das Freisein von Schmerzen und Unruhe zum Ziel haben. Epikur predigt den Rückzug ins Private, da im hellenischen Großreich politische Entscheidungen in fernen Machtzentren getroffen werden. Láthe biósas (λάθε βιώσας), „lebe im Verborgenen“, ist daher sein Leitspruch. Da das Leiden der Seele aus Begierde und Furcht stammt, soll der Mensch sich mit dem Stillen seiner Grundbedürfnisse begnügen, um frei zu werden. Für ein angenehmes Leben ist aber noch etwas unabdingbar: die Pflege der Freundschaft. Daher richtet er seine Schulen als „Gärten der Freundschaft“ ein. Wodurch er aber bei den Christen sehr suspekt wirkt, ist seine Einstellung zum Tod: da die Seele wie der Körper zerfällt, ist ein Strafgericht im Jenseits widersinnig. Der Tod kümmert ihn nicht: „Solange wir da sind, ist der Tod nicht; und wenn der Tod da ist, sind wir nicht.“
Die Schule der Kyniker hingegen lehrt eine extreme Verachtung aller irdischen Güter, bekanntester Vertreter ist Diogenes in seiner Tonne. Stets barfuß und unbehaust wohnt er „überall“, also wie ein Hund auf der Straße. Schließlich leitet sich der Begriff Kyniker von kyon (κύων) „Hund“, ab und führt zu unserem Wort zynisch. Die Kyniker raten den Reichen, ihr Geld ins Meer zu werfen und verspotten sie, weil sie zwar Sklaven besitzen, selbst aber Sklaven ihres Geldes sind.

Die Grundlagen der stoischen Philosophie

Um 300 v.Chr. lehnt Zenon von Kition die Radikalität der Kyniker ab und begründet eine andere Schule von großer Bedeutung: die Stoa. Wir kennen noch heute den Begriff der „stoischen Ruhe“. Eines der großen Ziele dieser Lehre ist die Gelassenheit in jeder Lebenssituation. Besonders im römischen Reich genießt diese Lehre größtes Ansehen in allen Schichten, spiegelt sie doch die altrömischen Tugenden der Pflichterfüllung und der Besonnenheit bestens wider. Wir sind Schauspieler, denen Gott eine Rolle zuweist, die wir bestmöglich zu erfüllen haben, sei es als Tagelöhner oder als Kaiser. Nicht klagen, sondern tätig sein! Jeder hat in der göttlichen Weltordnung eine andere Rolle inne, aber jeder die gleiche Würde. Klares Denken, einsichtiges Wollen, vernunftgemäßes Tun- so etwa lassen sich die drei Hauptgedanken der stoischen Philosophie formulieren. Für den Griechen Epiktet, der im ersten Jh. n. Chr. in Rom und später in Epirus lebte, ist der Tod eine Zerstreuung, ein Erlöschen, eine Verwandlung, ein Aufgehen im All, jedenfalls das Aufhören des individuellen Daseins. Daher gilt es, das Leben umso bewusster zu führen und zu gestalten. Das höchste Ziel der Stoa ist die innere Harmonie des Menschen- eine Formel, wie man sie bis in die Moderne wiederfindet.
Daher sehen die Stoiker das Ideal im Weisen, der sich selbst genug ist, der nichts Fremdes begehrt und nichts Äußeres mehr fürchtet. Er flieht vor lauten Gesellschaften, vor vordergründigen Vergnügungen, hütet sich aber davor, andere leichtfertig zu verurteilen. Einfachheit und Bescheidenheit- das sind die beiden Pfeiler, auf denen der Tempel der Stoa ruht.

Epiktet und seine Lehre

Vom Leben des Epiktet (Ἐπίκτητος „Epíktetos“) ist nicht viel überliefert, außer dass er um das Jahr 50 n.Chr. geboren wurde, als griechischer Sklave zeitweise in Rom lebte und Italien wie alle Philosophen auf Geheiß des Kaisers Domitian im Jahr 94 wieder verlassen musste. Er soll gehbehindert und unverheiratet gewesen sein und hat nur wenige Schriften hinterlassen- doch das, was aus seiner Feder erhalten geblieben sind, genügt, um es als Höhepunkt der griechischen Philosophie erkennen zu lassen. Die Forderungen der stoischen Schule, klares Denken, einsichtiges Wollen und vernunftgemäßes Handeln erfüllt Epiktet in vorbildlicher Weise, denn vernünftig, naturgemäß und vollkommen sind für ihn ein und derselbe Begriff und unerlässlich für ein erfülltes Leben. Uns allen kommt im Leben eine Aufgabe zu, die wir so gut wie eben möglich zu erfüllen haben:

Nimm das Leben wie ein Schauspiel
Erinnere dich, dass du ein Schauspieler in einem Drama bist; deine Rolle verdankst du dem Schauspieldirektor. Spiele sie, ob sie nun kurz oder lang ist. Wenn er verlangt, dass du einen Bettler darstellst, so spiele auch diesen angemessen; ein Gleiches gilt für einen Krüppel, einen Herrscher oder einen Philister. Denn das allein ist deine Aufgabe: Die dir zugeteilte Rolle gut zu spielen; sie auszuwählen, ist Sache eines anderen.

Der Tod hat keine Macht über uns

Uns allen ist die Kraft des richtigen Denkens und Urteilens angeboren, aber die meisten wachsen in einer Umgebung auf, in der ihnen verkehrte und unvernünftige Anschauungen beigebracht werden. Alles ist aus einem göttlichen Urfeuer, dem „Äther“ entstanden, das gleichbedeutend mit der Weltseele und Zeus als ihrem ordnenden Prinzip. Da die ganze Natur aus dem Göttlichen hervorgegangen und von ihr durchdrungen ist, kann der Stoiker den Gottesbegriff auf die gesamte Natur übertragen. Damit sind die Stoiker die vollkommensten Pantheisten des Altertums. Wie andere Stoiker spricht auch Epiktet zuweilen von den „Göttern“, denen zu gehorchen ist, meint aber abstrakte Prinzipien. Die Vorstellungen von Tod und Vergänglichkeit teilt die Stoa zum Teil mit den Epikureern. Epiktet sieht darin – ähnlich wie Marc Aurel und Seneca- ein Verlöschen, eine Verwandlung und vergleicht das Ende mit dem Aufgehen im All. Ganz im Gegensatz zu jüdisch-christlichen Vorstellungen bedeutet der Tod das Aufhören des individuellen Daseins. Dabei hat der Tod an sich keinerlei Schrecken an sich:

Verwechsle nicht die Dinge mit deinen Vorstellungen
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. Also ist der Tod nichts Furchtbares, sondern die Vorstellung, er sei furchtbar, macht ihn zum Schrecknis.

Frei ist, wer seine Begierden überwindet

Was an Epiktets Gedanken so fesselnd ist, ist dass sie Kraft und Trost spenden ohne jede Aussicht auf Belohnung in einem jenseitigen Leben. Interessant ist, dass sich auch Goethes und Shakespeares Vorstellungen von der Übereinstimmung mit sich selbst nach 2000 Jahren genauso wiederfinden. Fast könnte man meinen, auch der große Philosoph Arthur Schopenhauer habe bei Epiktet abgeschrieben, wenn er lehrt, man müsse das Alleinsein als besondere Gnade ansehen, denn erstens könne man so mit sich selbst sein und zweitens brauche man nicht mit anderen zu sein. Bei Epiktet heißt es in den Unterredungen:
So wie schlechte Theatersänger nicht allein singen können, sondern nur mit vielen zusammen, so können manche nicht allein sein. Mensch, wenn du einer sein willst, geh auch allein und sprich mit dir und verkrieche dich nicht im großen Haufen. Denke nach, schau um dich, geh in dich, damit du erkennst, wer du bist.
Epiktet malt das höchste Ideal in dem Weisen, der sich selbst genug ist, nichts Fremdes mehr begehrt und nichts Äußeres fürchtet.

Was vernünftig ist
Weise ist der Mensch, der nicht nach den Dingen giert, die er nicht besitzt, sondern sich der Dinge erfreut, die er hat.
Das heißt auch, man soll die Dinge so annehmen, wie sie sind und sich nicht dagegen auflehnen:
Murre nicht wider das Schicksal
Begehre nicht, daß alles so geschieht, wie du es willst, sondern wünsche vielmehr, daß alles so geschieht, wie es geschieht, dann wirst du in Ruhe leben.

Vordergründige Dinge haben keine Bedeutung

Gleichwohl ist der Weise den Freuden des Lebens zugetan, solange er sich nicht von ihnen beherrschen lässt und da er seiner Natur gemäß lebt, ist er frei. Anderen und sich selbst gegenüber übt er nicht Nachsicht, sondern Gerechtigkeit und weiß, wann die Zeit gekommen ist, die Bühne dieser Welt zu verlassen. Wer die Stufe der heiteren Gelassenheit erklommen hat, der kann nur den Kopf schütteln über das irre Rennen im Hamsterrad, dem sich die meisten von uns hingeben; getrieben von Ruhmsucht und Raffgier und von der Angst besessen, alles wieder zu verlieren. Und dieser Tag wird unweigerlich kommen. Es kommt aber bei allem auf die Perspektive an:

Was heißt ein Verlust?
Sage nie von einem Ding: ich habe es verloren, sondern: ich habe es zurückgegeben. Dein Weib ist dir gestorben: du hast es zurückgegeben. Dein Landgut wurde dir genommen: du hast es zurückgegeben. „Aber der, der mir‘s nahm, ist ein schlechter Mensch!“ -Was geht es dich an, durch wen der Geber es zurückfordert?

Auch soll der Stoiker sich weder dazu hinreißen lassen, den Stab über andere zu brechen noch andere mit vermeintlichem Wissen zu blenden. Nicht durch neunmalkluge Sprüche, sondern durch beispielhaftes Verhalten und vor allem durch Bescheidenheit zeichnet sich der Weise aus:

Sei zurückhaltend im Urteil
Es wäscht sich jemand eilig. Sage nicht: er wäscht sich schlecht, sondern: er wäscht sich eilig. Es trinkt jemand viel Wein. Sage nicht: er tut übel daran, sondern nur: er trinkt viel. Denn woher weißt du, ob etwas schlecht ist, bevor du dem auf den Grund gegangen bist?

Woran ein Philosoph zu erkennen ist
Nenne dich niemals einen Philosophen und sprich unter Ungebildeten nicht viel von philosophischen Lehren, sondern handle diesen Lehren gemäß. Also blende die Laien nicht mit philosophischen Sätzen, sondern beweise ihre Wahrheit durch Taten.

Besondere Lebensregeln
Schweige zumeist: sprich nur das Notwendige und kurz. Sprich, wenn es die Umstände erfordern; aber nicht über die gewöhnlichen Dinge, über Zirkusspiele, Wettrennen, Ringkämpfer, über Essen und Trinken. Vor allem sprich nicht über deine Mitmenschen.
Bist du aber unter Andersgesinnten, so schweige. Lache nicht viel, nicht über alles und nicht überlaut.
Die Bedürfnisse des Leibes- Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung, Gesinde- befriedige in der einfachsten Weise. Äußeren Glanz und Luxus lasse beiseite.
Wenn dir jemand mitteilt, dir sage jemand Böses nach, dann rechtfertige dich nicht, sondern antworte: Er kannte wohl meine anderen Fehler nicht; denn sonst hätte er noch viel mehr gesagt.

Lesenswert:

Weitere Buchtipps:

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Buchtipp: Sappho, Strophen und Verse

Buchtipp; Friedrich Nietzsche, Gesammelte Schriften

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Buchtipp: Julian Fellowes, Snobs.

Buchtipp: Andrea Camilleri, Der Dieb der süßen Dinge. Il ladro di merendine

Buchtipp: Cees Noteboom, Der Ritter ist gestorben.De ridder is gestorven

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit.The Invention of Solitude

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

Buchtipp: Aarto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

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Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

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Buchtipp: Jeannette Walls, Schloss aus Glas. Glass Castle

Buchtipp: Gavino Ledda, Mein Vater, mein Herr. Padre Padrone


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Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Summer without Men

Buchtipp: Anna Wimschneider, Herbstmilch.

Buchtipp: Theodor Fontane, Unterm Birnbaum

Buchtipp: Arno Schmidt, Aus dem Leben eines Fauns

Buchtipp: Eine blassblaue Frauenschrift

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Buchtipp: Alfred Andersch, Der Vater eines Mörders

Buchtipp: Julian Barnes, Metroland

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Buchtipp: Elena Ferrante, Die geniale Freundin. L’amica geniale

Buchtipp: Pilippe Delerm, Ein Croissant am Morgen. La Première gorgée de bière

Buchtipp: Ian McEwan, Am Strand. On Chesil Beach

Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía


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