„Wenn einer den Nobelpreis verdient, dann Silone. Er spricht zu ganz Europa. Wenn ich mich mit ihm so verbunden fühle, dann deshalb, weil er gleichzeitig in seiner nationalen und auch provinziellen Tradition tief verwurzelt ist“. (Albert Camus)

Dar Autor
Ignazio Silone (1900-1978) gehörte zu den bedeutendsten Schriftstellern Italiens im 20.Jahrhundert. Er wurde als Secondino Tranquilli in einem abgelegenen Ort in den Abruzzen geboren und nahm während seiner Zeit im Untergrund gegen die Faschisten das Pseudonym Ignazio Silone an. Bereits als Jugendlicher war er in der sozialistischen Weltanschauung verwurzelt und setzte er sich für die Belange der Landarbeiter ein. Obwohl er keinen Schulabschluss vorweisen konnte, schrieb Artikel für die Parteizeitung Avanti!, in Rom leitete er dann die sozialistische Wochenzeitung L’Avanguardia. Nach seinem Eintritt in die kommunistische Partei war er Chedakteur des Il Lavatore. 1917, nach seinem Umzug nach Rom, wurde er dort zum Sekretär der sozialistischen Jugend gewählt. Die Ernüchterung folgte im Exil in der Sowjetunion, als er Zeuge der Schauprozesse des stalinistischen Terrors wurde. Während viele Exilanten, wie etwa Bertold Brecht, den Massenmörder im Kreml stürmisch beklatschten, verwendete Silone als Erster das Wort vom „roten Faschismus“ in einem seiner Artikel. Er distanzierte sich zunehmend vom Sozialismus und sah sich nun selbst als „Christ ohne Kirche und Sozialist ohne Partei“. Die Entwicklung in diese Richtung begann allerdings bereits in den 1930er Jahren; schon in seinem zweiten Buch Pane e vino wird die Figur Pietro Spina in ähnlicher Weise beschrieben.

Ein abgelegener Ort in den Bergen
1956 erschien sein Roman Il secreto di Luca, ein Jahr später auf Deutsch als Das Geheimins des Luca. Wir befinden uns in Cisterna dei Marsi in den Abruzzen, der Heimat des Autors, in einem Sommer Anfang der 1950er Jahre. Der Ort ist fiktiv, doch die Details deuten darauf hin, dass Silone eine Beschreibung seines Heimatstädtchens Pescina und seiner Bewohner gibt. Hier ist nichts vom Wirtschaftsaufschwung im Belpaese zu spüren, sondern die Schatten der Vergangenheit liegen über den Menschen und dem Land. Ein älterer Mann, Luca Sabatini, kehrt abgerissen wie ein Bettler nach jahrelanger Abwesenheit in den Ort zurück, ohne dass viele Leute Notiz davon nehmen. Verwundert bemerkt er die Veränderungen im Ort. Immerhin scheint die Kirche noch immer wie ein Fels zu stehen. Vor einem verlassenen Haus, dessen Tür mit einem Holzbrett verriegelt ist, bleibt er stehen: Hier lebte er einst. Am nächsten Tag erzählt der Leiter der Carabinieri im Rathaus dem Bürgermeister, dass er sich Sorgen wegen der Rückkehr des Lebenslänglichen macht. Er befürchtet Unruhe unter den Einheimischen. Luca wurde nämlich für einen Mord verurteilt, den er nicht begangen hatte und nach vierzig Jahren nur deshalb aus dem Gefängnis entlassen, weil der wahre Täter kurz vor seinem Tod endlich seine Schuld gestand. Zu den wenigen, die sich noch an ihn erinnern, gehört Don Serafino, der ehemalige Pfarrer der Stadt, der, um möglichen Ärger abzuwenden, vorschlägt, Luca in das Altersheim der Provinz aufzunehmen.

Ein Blick in die Vergangenheit
In der Zwischenzeit erregt eine weitere Nachricht großes Aufsehen: Andrea Cipriani, ein Volksschullehrer, der wegen seines Widerstands gegen Mussolini inhaftiert war und sich dann im Partisanenkampf ausgezeichnet hat, kehrt nach zwölf Jahren als ruhmreicher Sohn der Stadt zurück. Ein Komitee von Honoratioren wird gebildet, um ihn würdig zu empfangen, denn man erhofft sich seine Unterstützung zum Wohle der Stadt. Früh am nächsten Tag kommt Andrea Cipriani mit dem Motorrad in Cisterna an und sucht den alten Pfarrer Don Serafino auf, den einzigen, den er wirklich schätzt. Er erkundigt sich nach den Einzelheiten der geplanten Begrüßungszeremonie zu seinen Ehren. Beiläufig erfährt er, dass Luca aus dem Gefängnis entlassen wurde. Völlig überrascht von dieser Nachricht äußert er den Wunsch, ihn sofort zu sehen. Bei dem unverhofften Treffen schwelgt Andrea bald in Erinnerungen: Er besuchte die dritte Klasse, als Teresa, Lucas Mutter, ihn bat, für sie den Briefwechsel mit ihrem unschuldig inhaftierten Sohn zu führen. Wie viele Frauen in den abgelegenen Dörfern der Abruzzen war auch sie Analphabetin. In jenen Jahren war nämlich der Unterricht im Lesen und Schreiben für Mädchen zwar kein Vergehen, aber doch unnötig. Was eine einfache Frau wissen musste, waren ein paar Gebete, und dafür reichte das Gedächtnis aus. („L’insegnamento del leggere e dello scrivere alle donne, era ancora considerato, se non un peccato, per lo meno una frivolezza. Ciò che una donna del popolo doveva sapere, erano alcune preghiere per questo bastava la memoria.”)

Auf der Suche nach dem Grund des Schweigens
Das Gespräch mit Luca zieht sich lange hin und Andrea weigert sich schließlich, zu der für ihn anberaumten Zeremonie ins Rathaus zu gehen, wo die Behörden und die eigens herbeigerufenen Einwohner nun vergeblich auf ihn warten. Der Einzige, der sich über diesen Affront freut, ist Don Severino, der sogar beschließt, die beiden Freunde bei sich zu Hause aufzunehmen, obwohl er weiß, dass er damit den allgemeinen Unmut auf sich ziehen wird. Andrea möchte nur eines verstehen: Warum wollte sich Luca während des Prozesses nicht verteidigen? Warum ging er jahrzehntelang für einen anderen ins Gefängnis? Aber Luca schweigt: Es hätte keinen Sinn, jetzt zu sagen, was er dem Richter nicht offenbaren wollte. Fest entschlossen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, fährt Andrea tags darauf nach L’Aquila, um die Prozessunterlagen einzusehen, die sich im Besitz des alten Richters befinden, der damals die Staatsanwaltschaft vertrat. Andrea bittet ihn um Aufklärung, doch der Richter bleibt trotz des Geständnisses des Mannes aus Perticara bei seiner Überzeugung: Luca sei schuldig und ein gewalttätiger Mann, der ihm beim ersten Verhör das Gesetzbuch aus den Händen gerissen und in den Papierkorb geworfen habe. Aufgrund schwerwiegender Beweise sei er zu Recht verurteilt worden. Andrea erhebt zwar einige Einwände zu Lucas Verteidigung, aber der Richter beharrt auf seiner Meinung und spricht sich gegen einen möglichen Rehabilitationsprozess aus. Das Ganze sei ein Kapitel seiner eigenen Lebensgeschichte, ein Kapitel, das er mit Zähnen und Klauen zu verteidigen bereit sei. („’Egli è un capitolo della mia autobiografia‘ rispose senza scomporsi il vecchio giudice. ‚Un capitolo, vi assicuro, che disposto a difendere con le unghie e i morsi’”).

Ein Zeuge aus der Tatnacht
Bei den Aussagen des alten Richters gibt es etwas, die Andrea aufhorchen lässt. Don Severino trug offenbar an Lucas Schicksal eine gewisse Mitschuld. Er war schließlich jener Pfarrer, der im Gefängnis Zeuge eines Gesprächs zwischen Luca und seiner Mutter wurde und dabei erfuhr, dass es in Cisterna jemanden gab, der zugunsten des Angeklagten hätte aussagen können. Gleichwohl unternahm er nichts, um die arme Frau zum Reden zu bringen. Als Andrea aus L’Aquila zurückkehrte, konfrontiert er Don Severino mit dieser Tatsache. Sichtbar aufgewühlt gibt der alte Pfarrer zu, dass Ludovico, der Müller, damals etwas über die Sache wusste. Und tatsächlich, in der Nacht des Verbrechens – ein Kaufmann war auf der Nationalstraße, einige Kilometer vom Dorf entfernt, ausgeraubt und ermordet worden – machte Ludovico, nachdem seine Frau von einem schrecklichen Alptraum aus dem Schlaf aufgeschreckt wurde, einen Rundgang um die Mühle, um sie zu beruhigen. Da fand er Luca wie berauscht auf das Wasser starrend. Er ließ sich nicht dazu bewegen, nach Hause zu gehen und vom Fenster aus konnte der Müller sehen, dass er bis zum Morgengrauen dort blieb. Kurz darauf wurde Luca auf dem Rückweg ins Dorf zitternd und benommen von den Carabinieri aufgegriffen. Da er nicht sagen wollte, wie und wo er die Nacht verbracht hatte, und wurde er in Gewahrsam genommen. Ludovico hätte sich nicht geweigert, wenn er als Zeuge vorgeladen worden wäre; aber der Pfarrer riet ihm, mit niemandem über die Angelegenheit zu sprechen.

Eine geplatzte Verlobung
Um endlich zu klären, warum Luca sich damals so merkwürdig verhielt, fährt Andrea ins nahegelegene Perticara, um etwas über die Beziehung zwischen Luca und Lauretta, seiner kurz nach dem Prozess verstorbenen Verlobten, in Erfahrung zu bringen. Von ihrer Schwester Gelsomina hört er, dass sich die Beziehung zwischen Lauretta und Luca war eher zufällig ergab, als sie beide bei reichen Don Silvio arbeiteten. Endlich schien der Tag der Hochzeit näher zu rücken, und noch am Abend vor dem Verbrechen versammelten sich die Verwandten im Haus der Verlobten, um die Einzelheiten des großen Fests abzusprechen. Doch Luca kam sehr spät und nur, um unter Tränen zu verkünden, dass er ein Unwürdiger sei, der Lauretta nicht glücklich machen könne. Nach diesem Paukenschlag verließ er die Anwesenden. Am nächsten Tag kam die Nachricht von der Ermordung und Verhaftung. Lauretta indes glaubte immer an seine Unschuld und beteuerte dies auch vor Gericht.

Lucas wahre Leidenschaft
Bei einem weiteren Gespräch mit Ludovicos Frau Agnese wird das Bild um einen weiteres Puzzleteil ergänzt. Obwohl eine gewisse Ortensia bereits mit Don Silvio verlobt war, entwickelte sich zwischen Luca und ihr eine tiefe, gegenseitige Sympathie. Das war eigentlich ein Verstoß gegen die guten Sitten, denn es war ganz unerhört, dass eine junge Frau auf der Straße mit einem Mann sprach, wie es in späteren Zeiten gang und gäbe wurde. Ein junger Kerl musste dem Mädchen einen offiziellen Besuch abstatten, wobei die Mutter streng darüber wachte, dass die Tochter nicht einen Moment mit ihm allein war („Il buon costume vietava che una ragazza parlasse con un uomo per strada, come ora anche qui si usa. II giovane doveva andare in casa, dove la madre vigilava perché la figlia non rimanesse sola con lui neppure un momento”). Die Zuneigung zu Ortensia verwandelte sich bei Luca in eine rasende Eifersucht, als Ortensia den reichen Don Silvio heiratete. Die Verlobung mit Lauretta war von Don Silvio und Ortensia hinter den Kulissen eingefädelt worden, um Luca von diesem Wahn zu heilen. Dieser Plan ging aber nicht auf, weil Ortensia die Naivität besaß, Luca weiter in ihrem Haus verkehren zu lassen, anstatt ihn als endgültig zurückzuweisen.

Die Beziehung zwischen Luca und Ortensia
Wie Andrea weiter erfährt, verließ Luca am Abend, als die Verlobung mit Lauretta platzte, den Ort Perticara gegen zehn Uhr. Etwa eine Stunde hätte er bis Cisterna gebraucht; aber erst um drei Uhr morgens wurde er von Ludovico und Agnese in der Nähe ihrer Mühle gesehen: Wo war er also in den Stunden dazwischen? Don Serafino weist den Gedanken des Ehebruchs entschieden zurück, denn seiner Meinung nach war Ortensia zutiefst ehrlich, auch wenn sie zuweilen kokett und eitel erschien, sowohl bei Luca als auch bei anderen jungen Männern, die ihr zuvor schon den Hof gemacht hatten („…civettuola e vanitosa, sia con Luca sia con altri giovani che già l’avevano corteggiata“). Aber auch er muss zugeben, dass nach ihrer Heirat das hartnäckige Werben von Luca dazu geführt haben könnte, dass Ortensia sich nach und nach „am selben Feuer“ gewärmt“ haben könnte. Der Gemeindesekretär von Cisterna schließlich teilt Andrea mit, dass Ortensia ein Jahr zuvor im Benediktinerkloster von Santa Clara oberhalb von San Rufino verstarb („la signora è morta l’anno scorso al monastero benedettino di Santa Chiara, sul colle di San Rufino“).

Wahrheitssuche im Kloster
Andrea ist wie besessen von dieser Geschichte und wendet sich an die Äbtissin dieses Kloster, um mehr zu erfahren, aber zuvor möchte er klären, was Don Serafino sonst noch vor ihm verbirgt. Der alte Priester gibt schließlich zu, dass Ortensia immer bei klarem Verstand war und dass das Gerücht über winw bwginnende geistige Umnachtung absichtlich gestreut wurde, um ihre Entfremdung von ihrem Ehemann zu rechtfertigen, damit es vor Ort zu keinem Skandal käme („Giustificare, senza scandalo per la tribù locale, il suo allontanamento dal marito“). Ortensia selbst war es, die diese Lösung vorschlug, um das Haus, das sie freiwillig verlassen hatte, nicht zu entehren. Nach der Lukas Verurteilung hatte sie sich nämlich plötzlich entschlossen, sich in ein Kloster zurückzuziehen. Alle, auch die Verwandten, glaubten an ein mysteriöses Verschwinden. So mussten diejenigen, die die Verurteilung Lukas für einen nicht begangenen Mord akzeptiert hatten, gleichzeitig Ortensías vermeintlichen Wahnsinn und seine Folgen ertragen. Was hat sich vor 40 Jahren wirklich abgespielt? Hat sich Luca etwa absichtlich verurteilen lassen? Erst das Ende des Romans mit Bildern beklemmender Armut und dunkler Verstrickungen bringt Licht ins Dunkel.

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Über den Autor ANAKREON

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