Markus Werner (Quelle: https://www.srf.ch)

Lebensdaten
Kurz zum Lebenslauf eines Autors, den diesseits der Alpen nur wenige kennen: 1944 geboren und aufgewachsen im Kanton Schaffhausen, dort Deutschlehrer, dann freier Schriftsteller. Genauso spartanisch wie diese Zeilen ist das, was wir über sein privates Leben wissen, hielt er sich doch immer bedeckt und im Hintergrund. Nur so, als stiller Beobachter, könne man seine Zeit(genossen) beschreiben. Die nötige Ruhe und Abgeschiedenheit fand er in dem abgelegenen Dorf Opertshofen im selben Kanton („Ich bin seinerzeit nach Opertshofen gezogen, weil mir das Stille und Grüne mehr zusagt als das Laute und Graue“), wo er immerhin 20 Jahre verbrachte. Dann erfolgte die Rückkehr nach Schaffhausen („Ich bin vom Land aufs Land gezogen“), wo er 2016 im Alter von 71 Jahren verstarb. Äußerlich führte er das Leben eines Eremiten, das ihm aber erst die notwendige Distanz ermöglicht: „Literatur wird selten von beflissen agierenden Weltteilnehmern erzeugt. Es klingt paradox, aber eine gewisse Weltfremdheit, verstanden als mentale Distanz vom Getümmel, macht produktiv.“ Bei all seiner genialen Erzählkunst und beneidenswerten Sprachbeherrschung bleibt er ein Melancholiker, ein weiser Narr mit loser Zunge, doch auch hinter seinen humorvollen Aphorismen und geistreichen Aperçus lauert stets eine verzweifelte Schwermut. An Arthur Schopenhauer erinnern einige seiner Gedanken, wie er sie in einem der wenigen Gesprächen preisgibt: „Ich meine durchaus, die Gesellschaft ist veränderbar, aber sie verändert sich kaum. Wir erleben doch Tag für Tag weltweit die Wiederkehr des Gleichen: Dummheit, Niedertracht, Brutalität und Irrsinn.“

Sein Werk
Mit 46 Jahren hängte er den Lehrerberuf an den Nagel, um freier Schriftsteller zu werden. Insgesamt hat sieben Romane veröffentlicht und erhielt vielerlei Ehrungen und Literaturpreise. Seine erste Erzählung „Zündels Abgang“ war gleich ein Bestseller: Ein tragikomischer Held einer grotesken Geschichte auf einer Irrfahrt durch die Schweiz. Doch seine Reise gleicht eher einem Stolpern, einem der Lieblingswörter des Autors, der gerne vom „Lebensgestolper“ seiner Zeitgenossen spricht. In seinem Sonett Abend fasst Andreas Gryphius schon 350 Jahre zuvor Markus Werners Lebensgefühl zusammen: „Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.“ In diesem Sinne äußert er in einem anderen Gespräch: „Das barocke Lebensgefühl ist mir tief vertraut. Die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit alles Irdischen- also auch der Liebe- dürfte wirklich ein Zentralthema meiner Bücher sein.“ Typisch für seine Figuren ist auch das Zögern, Scheitern, aber mit Galgenhumor, die in eine Sprache gepackt wird, die sich zuweilen wie eine Sammlung von Aphorismen liest. Zum barocken Weltbild passen nicht nur die altertümliche Sprache, die oft wuchtig daherkommt wie die Tischreden Martin Luthers, sondern auch die durchweg ernsten Themen: Ehe und Treue, Eltern und Kinder, Kunst und Kommerz, Glaube und Zweifel, Verlust des Partners, Krankheit, Tod: ein wahres Memento mori. Doch die Verzweiflung über das Dasein reißt den Leser nicht mit in den Untergang, sondern bietet den Humor als Antwort auf unsere eigenen Tollheiten als Lösung an.

Humor als Lebenseinstellung
Man kann diese Welt also nur lachend ertragen: Ridentem dicere verum, lachend die Wahrheit sagen, ein Zitat, das aus den Sermones des Horaz stammt. Eleganter drückt Werner es so aus: „Humor ist warm und dunkelgrün und blüht beherzt und rätselhaft inmitten des Vergeblichen“. Auch wenn es nichts zu lachen gibt, ruft Markus Werner: „Lächle trotzdem! Kein anderer deutschsprachiger Autor balanciert so virtuos wie er auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Verzweiflung. So sind seine männlichen Protagonisten unsichere Geschöpfe, denen wie Kindern vor dem sich rasch drehenden Karussell schon vom bloßen Zuschauen schlecht wird. Und je wichtiger die Miene, mit der ein Mann daherkommt, je wertvoller die die Orden, die man schon von weitem an der Brust klimpern hört, je höher die Sprosse auf der Karriereleiter, desto erbärmlicher das Würstchen, das sich hinter all dem Firlefanz zu verstecken trachtet und bei jeder neuen Geliebten insgeheim nach seiner Mama sucht. In seinen Ansichten ist Werner alles andere als politisch korrekt. So spottete er schon vor Jahren über das, was sich gegenwärtig in großem Stil hierzulande an Bevormundung und Umerziehung der Mehrheit durch eine selbsternannte Gesinnungs- und Sprachpolizei abspielt: „…ein wildes Sammelsurium von lautstarken Mini-Gruppen, von Besserwissern, Wichtigtuern, Wirrköpfen, Schwätzern, Schwärmern und Schaumschlägern blökt und poltert und zetert herum und posaunt immer die gleichen abgestandenen Parolen und Proteste in eine Welt hinaus, die ohne sie so viel stiller, gesünder, positiver und feierabendlicher wäre.“

Das Buch: Am Hang
Zwei Männer begegnen sich durch Zufall (war es wirklich ein Zufall, so fragt man sich am Ende): Thomas Clarin, 35, Lebemann, Scheidungsanwalt, will keine Beziehungen, sondern nur wilde Affären. Er sucht Ruhe in den Bergen, um sich der Abfassung eines neuen Traktats zum Scheidungsrecht zu widmen. Der andere: Thomas Loos, um die 50, Altphilologe, singt das Loblied der Ehe, trauert um seine verstorbene Frau. Kurz vor Pfingsten sind die Hotels im Tessin voll und die Tische auf der Sonnenterrasse vergeben. Ein wenig scheu, doch schließlich überwältigt von der schönen Landschaft und der Abendstimmung, fragt Clarin, ob er sich zu Loos an den Tisch setzen dürfe. Dieser nippt schon genüsslich an seinem Wein und bietet ihm bereitwillig einen Platz an. Nach dem ersten Schoppen werden beide gesprächig. Der anfänglich wortkarge Loos entpuppt sich dabei als gewandter und geistreicher Redner, der unseren Genuss im Stil der neuen Zeit und seine schrille Oberflächlichkeit schonungslos zerpflückt. Zwei Tage und halbe Nächte, immer redseliger nicht nur vom Wein, vertiefen sich die beiden Männer in intensive Gespräche über das Leben und den Sinn, den man darin vermuten könnte.

Zwei völlig gegensätzliche Typen
Trotz der plötzlichen Nähe könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein. Clarin ist ein Rechtsverdreher und Wortkünstler; geschickt, gerissen, aber gewissenlos. Sein einziges Prinzip liegt im barocken carpe diem, dem Genuss des Augenblicks. Loos hingegen entpuppt sich als klassischer Humanist, geprägt von der antiken Philosophie. Als glasklarer Analytiker zerpflückt er die Gegenwart und das kindische Verhalten seiner Zeitgenossen. Clarin erliegt immer mehr der Faszination, die von diesem Loos ausgeht, der eigentlich genau das Gegenteil von seinem eigenen Leben und seinen Werten verkörpert. Verwurzelt im klassischen Bildungskanon, verunsichert und fasziniert er Clarin mit seinen Aussagen über die Moderne, den Materialismus, die Oberflächlichkeit. Mit bewundernswerter Eloquenz rekurriert er als Altphilologe, womöglich Lateinlehrer, immer wieder auf Erkenntnisse der antiken Denker: „Wer gut verborgen war, hat gut gelebt, sagte Loos, aber von solcherlei Wahrheit ahnt das Rudeltier nichts.“ Gut hat derjenige sein Leben geführt, der sich gut verborgen hat, heißt es in einer Stelle bei Ovid, wobei Loos „das Rudeltier“ frei ergänzt.

Der digitale Irrsinn
Sein Mitleid mit den modernen, über das Smartphone gebeugten und vor dem Bildschirm festgenagelten Menschen lässt er in vielen Sinnsprüchen freien Lauf: „Die Welt nach dem planetarischen Stromausfall! Und alle Aggregate am Ende, die Akkus leer, die Batterien ausgelaufen, das globale Gerassel verstummt. Belämmerte Menschen, getrennt von den Geräten, mit denen sie verwachsen waren, herausgerissen aus ihrer viereckigen Schattenwelt.“ Technische Störungen seien ja die eine Seite, viel gravierender jedoch sei, dass uns das moderne Leben an ich überfordere, „weil mehr und mehr Menschen das Gefühl hätten, der rasenden Mechanik nicht mehr gewachsen zu sein und auf der Strecke zu bleiben.“ Clarin fühlt sich in seinem Weltbild erschüttert. Auch er gehört zu den rastlos Tätigen, denen jede Muße ein inneres Grauen einjagt, da sich nur in der Außenwelt zu Hause fühlen. Ein Tag ohne Leistung führt zu Gewissensbissen, wie er Loos gesteht. Der kontert. „Verlorene Tage gebe es nicht, meinte Loos, und Antriebsmangel, verstanden als ziviler Ungehorsam, als Gegenkraft zum großen Treiben, sei ein Symptom der Gesundheit. Alles, was der Verlangsamung diene, sogar ein ausgedehntes Frühstück, komme der Volksgesundheit zugute, die so gefährdet sei wie nie zuvor.“

Ein Kritiker des Zeitgeistes
In den Medien werde die Freiheit, die wir heute genössen, zu Recht als ungeheure Errungenschaft gepriesen, als Befreiung von dem Mief der repressiven Jahrhunderte und ihrer kleinbürgerlichen Moral, konstatiert Loos. Doch was sei die Folge gewesen? Die Möglichkeit einer freien Entscheidung überfordere die Allermeisten. Das zeige sich schon an den banalsten Beispielen: „Versetzen Sie sich in die Lage einer Frau von 1950, die vor dem Kleiderschrank steht. Hier hängen zwei, drei Sachen für den Werktag sowie ein Sonntagskleid. Sie zaudert kaum, ihr Griff ist sicher. Die Frau von heute aber steht eine halbe Stunde lang vor ihrem übervollen Kleiderschrank, ein leichter Schwindel sucht sie heim, und sie empfindet jeden Griff als Mißgriff und kommt gewöhnlich zum Schluß, sie habe nichts anzuziehen.“
Auch die Nöte der Familien und vor allem der Eltern, die hin- und hergerissen von den Erwartungen, die von allen Seiten an sie, würden und die sie vor allem an sich selbst stellten und daran verzweifelten, beschäftigen Loos: „Kennen Sie Eltern, die nicht aufs tiefste verunsichert wären? Kennen Sie eine Mutter, die nicht das Gefühl hat, alles falsch zu machen oder, rückblickend, falsch gemacht zu haben? Als Zyniker könnte man sagen: Die Mütter, die Eltern fühlen sich zu Recht als Versager, denn schaut euch ihre Früchte an: lauter Verhaltensgestörte, lauter labile, schwankende, orientierungslose Daseinszapper und -surfer.“ Unser modernes, freies Leben, die glänzenden Karrieren sind nichts als fertig gestanzte Abziehbilder, auch wenn wir uns noch so grenzenlos individuell und einmalig vorkommen, verbergen sich dahinter die Versagensängste von Kleinkindern, die alles tun, um ihre heimlichen Schwächen vor anderen zu verstecken; „Man habe es also, in welchem Umfeld man sich auch bewege, mit lauter heimlichen Würstchen zu tun, die einen Großteil ihrer Energie dazu benötigen, ihr Stigma zu drapieren.“

Das Hohelied der Ehe
Und erst recht hat er für Clarins wildes Sexleben nichts übrig, das er für einen Rückfall hält, denn er sieht das reine Triebverhalten vieler Männer „als Zeichen erotischer Unkultur und sexueller Barbarei.“ Loos singt das als glühender Verfechter der Ehe deren Loblied. Gleichwohl ist auch ihm bewusst, dass sich in einer langjährigen Beziehung auch so manches totlaufen kann: „Die dumpfe Gewohnheit, die sich, ich gebe es zu, oft in die Ehen einschleicht und dazu führen kann, dass man sich kaum noch anschaut, hat uns, wer weiß warum, verschont. Ob du es glaubst oder nicht.“ Clarins Weltbild wird in seine Grundfesten erschüttert und doch verfällt er immer weiter dieser geradezu hypnotischen Aura, die von Loos ausgeht. Deshalb misst er einer Tatsache viel zu spät, wenn überhaupt, Bedeutung zu.

Wer war Loos wirklich?
Loos erzählt ihm nämlich, dass vor genau einem Jahr seine Frau Bettina tragisch ums Leben gekommen sei, genau im Kurhotel gegenüber, in Cademario. Just in dieser Zeit war auch Clarin vor Ort, in der Absicht, eine gewisse Valerie zu treffen, die verheiratet war und anfänglich den Reiz einer feurigen Affäre genossen habe. Dann aber habe sie plötzlich und völlig unerwartet für ihn ihren Mann seinetwegen verlassen. Ihre „Abmachung“ hingegen sei eine andere gewesen. Sie befand sich im Kurhotel, um sich wegen eines Nervenleidens einer Behandlung zu unterziehen. Mit ihrem Verhalten sei für Clarin eine Grenze überschritten gewesen, die er zu Beginn jeder Affäre wie in einem Vertrag (er ist ja Anwalt!) mit seiner jeweiligen Geliebten festzulegen pflegte: keine tiefere Bindung, kein Klammern. „Und schon vernahm ich, wenn auch erst aus der Ferne, das alte und banale Lied: dem Mann schwebt eine Affäre vor, die Frau will eine Beziehung.“ Clarin war also gekommen, um ihr zu eröffnen, dass er ihre heiße Bettaffäre nicht weiterführen wolle. Und schon gar keine Beziehung anstrebe, das habe er ihr klar und deutlich gesagt. Während dieser Beichte Clarins verliert Loos fast die Beherrschung, fasst sich aber schnell wieder und die Gespräche laufen bis in die Nacht weiter. Am nächsten Tag erscheint Loos nicht zum vereinbarten Zeitpunkt, Clarin fährt zum Hotel Bellevue-Bellevista und fragt nach ihm, um schließlich zu erfahren, dass ein Herr Loos dort gänzlich unbekannt sei…

Wer war er wirklich? Wer Bettina, wer Valerie? Manchmal muss man ein Buch zweimal lesen musste, um hinter das Geheimnis einer hintergründig verdrehten Erzählung zu kommen…Sehr zu empfehlen ist auch die Verfilmung des Romans unter gleichnamigen Titel von Markus Imboden aus dem Jahre 2013.



Der Film:


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Über den Autor ANAKREON

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