Gavino Ledda kann auf eine wahrlich außergewöhnlichen Lebensgeschichte zurückblicken. Als Analphabet völlig bildungsfern als Hirte in den Bergen Sardiniens aufgewachsen, lernte er erst während seiner Militärzeit korrekt Italienisch sowie Lesen und Schreiben. Es war ein Glücksfall, das einer seiner Kameraden der spätere Schriftsteller Franco Manescalchi war, der ihn nach Kräften unterstützte, so dass er an der römischen Universität „La Sapienza“ einen Abschluss in vergleichender Sprachwissenschaft erreichte. Man darf nicht vergessen, dass das Sardische eine eigenständige romanische Sprache und kein italienischer Dialekt ist und viele Eigentümlichkeiten der Mutter Latein bewahrt hat.

Geschichte eines Bestsellers
Ledda wurde 1938 in Siligo auf Sardinien in die bitterarme Familie eines Hirten und Pächters geboren. Trotz der Tyrannei seines Vaters (der 2007 im Alter von 99 Jahren starb, seine Mutter erreichte dasselbe hohe Alter) äußerte sich der Schriftsteller versöhnlich über dessen Charakter und stellte ihn im Rückblick in einem sehr viel freundlicheren Licht dar als in seinem Roman, wo er die ganze Familie mit seinen Wutausbrüchen in Angst und Schrecken versetzt. So sagte er 2005, also genau 30 Jahre nach Erscheinen des Buches, sein Vater und er verstünden sich sehr gut, und die Unvereinbarkeit zwischen den beiden sei eine Karikatur der Zeitungen gewesen. Sie seien einander sehr ähnlich und ihre Einstellung zum Hirtenleben sei unverändert geblieben. Sein Vater habe einen starken Charakter, mit sechs Jahren habe er angefangen zu arbeiten und dabei gelernt, nie jemanden um irgendetwas zu bitten. Schließlich verklärt er das erbarmungslos rauhe Hirtenleben mit den Worten, manche Hirten seien Fürsten, Könige, absolute Herren über ihren Lebensraum und ihr Leben.
(“Mio padre ed io andiamo d’accordo, l’incompatibilità fra noi è stata una caricatura dei giornali. Io sono come lui, il nostro rapporto con la pastorizia è rimasto lo stesso. Ha un carattere forte papà… ha cominciato a lavorare a sei anni, ha imparato a non chiedere niente a nessuno… Certi pastori sono principi, re… sono padroni assoluti del loro spazio e della loro vita” [aus dem Archiv der Zeitung La Repubblica, 2005])
Der Erfolg des Romans, der in vierzig Sprachen übersetzt und mit dem Viareggio-Preis in der Sektion Opera prima narrativa ausgezeichnet wurde, diente den Brüdern Taviani 1977 als Vorlage für den gleichlautenden Film „Padre padrone“, der mit der Goldenen Palme und dem internationalen Kritikerpreis der Fédération internationale de la presse cinématographique (FIPRESCI) ausgezeichnet wurde.

Unter der Knute des Vaters
Mit 6 Jahren kommt Gavino in die Schule, wo er sich als Kleinster zwar anfangs unwohl fühlt, dann aber zu seiner Lehrerin Zutrauen findet. Sein Vater aber holt ihn nach nur wenigen Wochen aus der Schule heraus, da der kleine Gavino als Ältester der Geschwister zum Hüten der Schafe auf den Weiden der Familie in Baddevrustana gebraucht wird. Die Einwände der Lehrerin lässt der Vater nicht gelten. Der Junge macht eine brutale Lehrzeit unter seinem rücksichtslosen und gewalttätigen Vater durch. Schläge sind an der Tagesordnung und einmal, als er sich mit einem Nachbarjungen vergnügt statt seiner Arbeit nachzugehen, schlägt ihn der Vater dermaßen mit einem Astbündel, dass der Junge schwer verletzt wird und man um seine Augen fürchten muss. Der Arzt, zum dem die Mutter ihn in Behandlung gibt, sieht von einer Anzeige ab, da die Familie sonst vollends ins Elend abgleiten würde. Auffallend ist, dass Ledda sehr oft die sardischen Ausdrücke in Klammern hinzusetzt (zumindest in der italienischen Ausgabe), z.B. „die Geräusche einer Axt, die Holz schlug“- italienisch „I colpi di una scure che tagliava legna“- sardisch „sos mascheddidos di una istrale seghende linna“. So wird dem Leser verdeutlicht, wie sehr sich das Sardische vom Italienischen unterscheidet. Wer sprachwissenschaftlich versiert ist, erkennt erstarrte lateinische Wortformen sowie Spuren einer vorromanischen Sprache der Ureinwohner. Nicht nur die Sprache ist archaisch, in vielen Verhaltensweisen werden alte Traditionen offenbar. Als der Junge in einem besonders kalten Februar schwer erkrankt und hohes Fieber hat, schwört der Vater auf einen heißen Ziegelstein, der in Lappen gewickelt auf die Brust des kleinen Patienten gelegt wird.

Der archaische Alltag der Hirten
Nicht nur das, eine Tante raunt magische Worte gegen den bösen Blick und der Vater gibt ihm Amulette, die an der Kleidung zu tragen sind. Leider hilft all das nicht gegen das Fieber. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Magie gelebte Wirklichkeit unter den Hirten ist, gegen jedes Ungemach werden Amulette vergraben oder an Bäume gehängt. Während seiner Genesung trifft er seine früheren Kameraden in Siligo, mit denen er allerdings nicht mehr viel anfangen kann, denn nach nur einem Jahr auf den Bergweiden ist er im Vergleich zu ihnen, so meint er, um 10 Jahre gealtert. Die gnadenlose Schule seines Vaters hat ihn tiefere Dinge gelehrt als die papierne Schulweisheit, mit der sie aufwarten können. Er liebt jetzt die Einsamkeit in der Natur, wo er seine Sprache kaum mehr benutzt, vielmehr Töne und Schreie hervorbringt, so dass es ihm manchmal schwerfällt, sich wieder auf Menschen umzustellen, denn das Rauschen der Bergbäche, der Donner und der Wind sind die Stimmen, die zu ihm sprechen. Mit gerade einmal 8 Jahren muss Gavino das Melken erlernen, und sein Vater ist harscher und ungeduldiger Lehrmeister. Abwechslung kennen die Hirtenjungen kaum, doch lernt er mit seinen Kumpanen die Freuden der Masturbation kennen, und zwar schon in sehr jungen Jahren. Das bleibt auch später so, gemeinsames Wettwichsen ist ein beliebter Zeitvertreib, später treten Ziegen und Schafe an die Stelle der nicht vorhandenen Frauen- und wenn es sie in der Bergeinsamkeit gäbe, blieben sie unerreichbar außerhalb der Ehe.

Die Naturkatastrophe von 1956
Die Jahre vergehen, da plötzlich holt der Vater zum Entsetzen der Nachbarn und Verwandten die ganze Familie aus dem Örtchen Siligo in die Berge, wo er die Hütte zu einem kleinen Wohnhaus umgebaut hat. Nun wird der jüngere Bruder zum Schafhüten eingesetzt, und Gavino muss schwere Arbeit auf den Feldern verrichten. Bei aller Härte, die der Vater der Familie und sich selbst gegenüber an den Tag legt, treibt ihn die Sorge um das Wohlergehen der Familie um, er macht Flächen urbar, an die sich keiner gewagt hat und legt Wein- und Ölbaumgärten an und gibt seinen Söhnen all sein Wissen weiter. Dann, im Februar 1956, macht eine einzige Frostnacht die Arbeit von Jahrzehnten zunichte. Nicht nur auf Sardinien: in Köln war der Rhein zugefroren, in Südfrankreich fiel ein Großteil der Olivenbäume dem Frost zum Opfer und ganz Italien litt unter der Eiseskälte. Die Grundbesitzer aber verlangen ihre Pacht, egal, was passiert und so wird Gavino erstmals richtig bewusst, was es heißt, besitzlos zu sein und für andere zu arbeiten. „Noi lavoriamo e altri mangiano“- wir arbeiten und andere essen. In diesem Leben voller Mühsal und Entbehrungen begegnet er etwas völlig Unbekanntem: Musikanten spielen in der Stadt auf und sofort fühlt er sich magisch angezogen.

Die Musik als Verheißung
Ein Onkel (alle sind ja „Onkel“ oder „Tanten“, ob blutsverwandt oder nicht!) könnte ihm das Spielen auf der Ziehharmonika beibringen, stünde dem nicht ein schier unüberwindliches Hindernis entgegen: der Vater. Für ihn ist Musik Tändelei, etwas für Faulenzer und Tagediebe. Doch Gavino kann ihn überzeugen: die Zeit, die er mit dem Üben verbringt, wird er als Überstunden nacharbeiten, so dass der Vater schließlich nachgibt. Die Musik dringt wie eine frischer Sommerbrise durch seine Seele. Er fühlt sich, als habe er das Stadium des Höhlenmenschen hinter sich gelassen, wenn seine harten, schwieligen Finger über die Tasten gleiten und anderes tun als mit der Hacke den Boden aufzureißen, und er selbst nun durch diese Musik weich und empfindsam wurde („Con volontà rozza, animalesca, ma inflessibile, le mie dita, callose e storte della zappa […] E attraverso le mie dita l’uomo delle caverne, ancora intatto dentro di me, ma sensibile in tutta la sua umanitá, incominciava a raddolcirsi con la musica”).

Die Jungen gehen, die Väter weinen
Mit 18 Jahren will er, wie fast alle jungen Leute, aus Sardinien auswandern. Es ist dies die einzige Möglichkeit, dem Kreislauf von Armut und Schuldknechtschaft als Pächter zu entkommen. Die Jungen träumen von Holland und Belgien, Arbeit in Bergwerken, gutbezahlt, und sogar von der Reise nach Kanada oder Australien. Dafür muss man allein ein ganzes Jahr seine Schulden für die Überfahrt abarbeiten. Gavino wird Zeuge von Abschiedsszenen, bei denen aus den Padroni, den Patriarchen, zum ersten Mal Padri, Väter werden, die mit ihren sehnigen Armen und den harten, rissigen Händen, mit denen sie immer nur zuschlugen, die Söhne in einem Anflug von Zärtlichkeit umfassten und sie zum ersten Mal küssen, bevor diese abreisen („E in uno slancio di tenerezza le braccia nerborute e le mani callose, che avevano sempre picchiato, avvinghiarano i propi figli“). Alle sind hier Opfer, auch diese Väter. Sie sind Opfer einer archaischen Lebensform von an die Scholle gebundenen Landleuten. Ob Mann oder Frau, als willenlose Marionetten haben sie von klein auf ihre Rollen nach vorgegebenem Plan zu spielen.

Lesen lernen heißt leben lernen
Gavino ist also wild entschlossen, sein Glück in der Ferne zu suchen, doch dieses Vorhaben scheitert an einem Formfehler, so dass er unverrichteter Dinge zurückkehren muss. Doch eine neue Möglichkeit tut sich auf: die Carabinieri rekrutieren Nachwuchs. Doch um sich dafür auch nur zu bewerben, muss er einen anderen Abgrund überwinden: er ist Analphabet. Sein Vater, von schlechtem Gewissen gepeinigt, bezahlt ihm nun Privatstunden bei seiner Lehrerin aus den wenigen Schultagen, und er selbst bringt seinem Sohn sein oft völlig verquastes Allgemeinwissen bei. Die Carabinieri unterstehen der Armee, nicht der Polizei und entsprechend hart ist die Ausbildung. Gavino aber absolviert den Drill dank seiner gestählten Natur mit fliegenden Fahnen. Selbst stundenlange Märsche mit Gepäck kommen ihm geradezu wie ein Spaziergang vor, denkt er an die Zeiten auf den Bergweiden. Was ihm seine Militärzeit allerdings erschwert, ist, dass er nur Sardisch spricht und große Mühe mit dem Italienischen hat, vor allem, als er auf dem Festland in der Nähe von Rom kaserniert ist.

Ein Beruf eröffnet Perspektiven
Ein ganz großer Pluspunkt der Armee ist, dass sie ihren Zeitsoldaten eine Berufsausbildung ermöglicht, so wie man das in meiner Generation auch von der Bundeswehr kennt. Mit einem anderen Onkel füllt er also vor der Musterung das Bewerbungsformular aus, worin er sich für die Ausbildung als Radiomechaniker bewirbt. In der Armee wird ihm erst bewusst, wie sehr er sich als Sarde von den „Italienern“ unterscheidet, selbst die aus dem Süden, die Kalabresen, Sizilianer du Neapolitaner, die allesamt starken Dialekt sprechen, machen einen besseren Eindruck als die Sarden. Die Amtssprache ist vom Sardischen weiter entfernt als von jedem italienischen Mundart. („La lingua nazionale era sempre piú lontana dal sardo che da qualsiasi altro dialetto.“) Er kann allerdings nur das Niveau der 5.Elementare aufweisen (und hat selbst hierbei die größten Lücken), während für den Technikerlehrgang mindestens die Terza Media, also die 3.Klasse der Mittelschule, Voraussetzung ist. Kurz vor dem Rauswurf hängt er sich an einen Kameraden, der den Lernstoff spielend beherrscht und schafft so entgegen allen Unkenrufen der Vorgesetzten die Ausbildung. Hier endet der Roman, der auch die Vorlage für eine sehenswerte Verfilmung geliefert hat. Einige Details werden im Film zwar verändert bzw. dazuerfunden, das tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Sowohl das Buch als auch der Film sind meisterhaft gelungen.


Weitere Buchtipps:

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Joseph Roth, Romane und Erzählungen

Buchtipp: Ramón J. Sender, Requiem für einen spanischen Landmann. Réquiem por un campesino español

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Buchtipp: Wilhelm Genazino, Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze

Buchtipp: Ignazio Silone, Das Geheimnis des Luca. Il segreto di Luca

Buchtipp: Epiktet, Das Handbüchlein der Moral

Buchtipp: Arno Geiger, Der alte König in seinem Exil

Buchtipp: Sappho, Strophen und Verse

Buchtipp: Graham Swift, Wasserland. Waterland

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Buchtipp: Julian Fellowes, Snobs.

Buchtipp: Andrea Camilleri, Der Dieb der süßen Dinge. Il ladro di merendine

Buchtipp: Cees Noteboom, Der Ritter ist gestorben.De ridder is gestorven

Buchtipp: Birgit Vanderbeke, Das Muschelessen

Buchtipp: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch. Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Buchtipp: Colette, Claudines Mädchenjahre. La Maison de Claudine

Buchtipp: Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit.The Invention of Solitude

Buchtipp: Domenico Starnone, Auf immer verbunden. Lacci

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Buchtipp: Uwe Timm, Die Entdeckung der Currywurst

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Buchtipp: Antonio Muñoz Molina, Siesta mit Blanca. En Ausencia de Blanca

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Buchtipp: Romain Gary, Frühes Versprechen. La promesse de l’aube.

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Buchtipp: Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Summer without Men

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Buchtipp: Angela Carter, Wie’s uns gefällt. Wise Children


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Buchtipp: Isabel Allende, Was wir Frauen wollen. Mujeres del alma mía


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Über den Autor ANAKREON

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