Die meisten der Generation 60 Plus werden sich daran erinnern, dass das Leben früher vielleicht langweiliger, aber auch übersichtlicher und geregelter war. Sonntags Anzug bzw. Kostüm, alltags Blaumann oder Kittelschürze. Morgens um halb sechs schellte der Wecker, um acht Uhr abends war Tagesschau, danach der Krimi oder Western. Millionen lebten im gleichen Takt, aßen Kartoffeln, Gemüse und Bratwurst, sonntags nach dem Kirchgang Schweinebraten mit Knödeln. Unverträglichkeiten gegen Gluten, Zucker und Milch waren ebenso unbekannt wie Reiki, Waldbaden und Geistheilung. Mit dem immer weiter steigenden Wohlstand ging ein Interesse an neuen Möglichkeiten der Lebensgestaltung einher, gleichzeitig wendeten sich im Zuge einer wachsenden Individualisierung große Teile der Bevölkerung von den etablierten Kirchen und Traditionen ab und einem Patchwork-Glauben zu. Heute kann sich nun jeder seine eigene Religion aus der Vielzahl von Angeboten zusammenbasteln. Gleichzeitig sind immer mehr Menschen orientierungslos und überfordert Für viele stehen darüber hinaus nicht mehr das Seelenheil und das Jenseits im Vordergrund, sondern ihre existentiellen Ängste werden auf vermeintlich Fassbares projiziert, wie etwa das Klima und die Gesundheit. Während man einer vermeintlichen Klimakrise fast hilflos gegenübersteht, meinen andere, die persönliche Gesundheit selbst in der Hand zu haben. Ein Schlüssel dazu liegt in dem schwammigen Begriff der „gesunden Ernährung“. Während die einen die unwissenschaftliche, aber harmlose „Fünf-am-Tag“-Regel befolgen (5x täglich Obst und Gemüse), zeigt eine Minderheit Verhaltensweisen, die durchaus bedenkliche Züge tragen: Die Gruppe der „Orthoretiker“, der Gesundesser, wird jüngsten Studien zufolge auf um die 5% der Bevölkerung geschätzt.

Man ist, was man isst
Die Rolle der Gesundheit als Heilslehre wird verstärkt durch die periodisch wiederkehrenden Lebensmittelskandale, die die Menschen verunsichern, wobei die Medien diese Ängste durch eine fragwürdige Panikmache oft unnötig anfachen. Viele können sich noch an die frühen 1990er Jahre und den „Rinderwahnsinn“ erinnern. 200 000 Tote wurden „Experten“ zufolge allein für Deutschland für die folgenden 20 Jahre prognostiziert, Millionen sollten es in Großbritannien werden, wo das Ganze seinen Anfang nahm. Bis heute sind nur wenige Dutzend Todesfälle auf ein Überspringen des Erregers auf Menschen nachweisbar. Doch die Verunsicherung bleibt, und dies teilweise nicht ohne Grund. Gammelfleisch, verwurmter Ekelfisch, EHEC-verseuchter Salat, Pestizide in Obst und Gemüse: Man könnte meinen, auf dem Teller schwimme ein wahrer Giftcocktail. Allerdings ist nicht nur die Gier der Lebensmittelbranche dafür verantwortlich, auch der Billig-billig-Wahn der Konsumenten trägt zu diesen Mißständen bei. Manche Menschen reagieren besonders sensibel auf Gefahren durch Lebensmittel und versuchen, sich bewusst gesund und natürlich zu ernähren. Dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden.

Extreme Ernährungsformen
Eine Minderheit indes tendiert zu radikalen Positionen. Schon seit den 1980er Jahren kennt man in Großbritannien die „Living Food“ Aktivisten, die nur rohes Gemüse und Obst zu sich nehmen oder Sprossen und Keimlinge. Andere essen keine Milchprodukte, kein Fleisch und keinen Fisch- also wie die Veganer- darüber hinaus aber auch keinen Zucker und kein Getreide. Kein Lebensmittel darf bei der Zubereitung auf über 45 Grad erhitzt werden, damit wertvolle Enzyme und Nährstoffe erhalten bleiben. Menschen, die sich über ihre Ernährung tagtäglich solche Gedanken machen, laufen dabei Gefahr, dass sich bei ihnen verhaltenspsychologische Eßstörungen entwickeln. 1997 prägte der amerikanische Arzt Steven Bratman den Begriff der „Orthorexia nervosa“ für diese extreme Form vermeintlich gesundheitsbewussten Ernährungsverhaltens. Er wusste, wovon er sprach, war er doch eine Zeitlang selbst dem wahnhaften Gesundessen verfallen gewesen. Er erzählte, wie er selbst seine Ernährung immer weiter zu perfektionieren suchte: Er aß nur noch Gemüse aus dem eigenen Garten, wobei er allergrößten Wert auf Frische legte. So mussten die Pflanzen maximal 15 Minuten vor dem Verzehr geerntet worden sein. Selbstverständlich war er strenger Vegetarier und kaute jeden Bissen fünfzigmal. Auf anregende Tischgespräche verzichtete er dabei, er aß allein. Umgang mit anderen hatte er nur noch, um als Mahner und Missionar aufzutreten, um sie von ihrem falschen Essverhalten abzubringen und ihnen die Botschaft der wahren Ernährung nahezubringen. In Bratmans Selbstbeschreibung finden sich somit alle Aspekte des zwanghaften Gesundessens.

Religiöse Nahrungstabus sind etwas anderes
Oft hört man den Einwand, so ein Verhalten sei zwar ziemlich extrem, aber schließlich gebe es in allen Kulturen bestimmte Tabus, was die Ernährung betrifft. Das ist schon richtig, nur sind solche Ge- und Verbote fast ausnahmslos religiös bedingt, für alle gleich und werden nicht eigenmächtig zusammengebastelt. Es geht dabei nicht um die Vermeidung von Krankheiten und ein langes Leben, sondern um das Seelenheil. Bekannt sind strenge Vorschriften im Hinduismus, die Rindfleisch untersagen, das Schweinefleischverbot der Juden und Moslems oder die weitverbreitete Abscheu vor Hundefleisch in Europa – wobei es in früheren Zeiten durchaus verzehrt wurde, und dies nicht nur in Hungersnöten. Auch die bekannten Fastengebote sind rituelle Einschränkungen, die auf religiösen Überzeugungen beruhen und nicht einem hedonistischen Kult der Selbstoptimierung, Gesundheit und Schönheit dienen. Wenn sich jemand bewusst gegen Fast Food, Fertignahrung, Süßigkeiten oder andere „ungesunde“ Nahrungsmittel entscheidet, ist dies allein noch lange kein Alarmsignal für eine drohende Orthorexie. Freunde und Angehörige berichten vielmehr von einem schleichenden Krankheitsbild, das von einem harmlosen Anfang in immer extremere Formen hineingleitet.

Der Weg in die Orthorexie
Zuerst entscheiden sie sich die Betroffenen für eine Umstellung ihrer Ernährung, wogegen sicherlich nichts einzuwenden ist. Sie möchten eben vegan, makrobiotisch oder ayurvedisch leben. Anfangs versprechen sie sich womöglich nur bessere sportliche Leistungen, den Rückgang von körperlichen Beschwerden oder Fitness und Gesundheit. Nach kurzer Zeit verschärfen sie die Prinzipien ihre Ernährung. Viele Lebensmittel werden nun als gefährlich eingestuft. Statt wie bisher keine tierischen Produkte zu essen, enthalten sie sich jetzt beispielsweise auch aller „unnatürlichen“ Zusatzstoffe oder jeglichen Zuckers in den Nahrungsmitteln, d.h. sie verzehren nur noch in ihren Augen „gesunde“, biologisch „reine“ und von chemischen Zusatzstoffen freie Nahrung. Viele verbieten sich im nächsten Schritt jede gekochte Nahrung als „unnatürliche“ Veränderung der Ausgangsstoffe. Zum Schluss essen Orthorexie-Betroffene häufig nur noch Obst und Gemüse in Form von Rohkost. Für einen gesunden Erwachsenen ist eine rein vegetarische Kost durchaus eine Option. Wer Fleisch verabscheut und Pflanzenkost bevorzugt, sollte seiner Leidenschaft mit Hingebung frönen. Obst und Gemüse ist, anders als in früheren Zeiten, schließlich das ganze Jahr über verfügbar. Reine Rohkost vertragen allerdings nur wenige Menschen, und es wäre fahrlässig, Kinder ausschließlich so ernähren zu wollen.

Der Glaube an die gesunde Ernährung
Etwas ganz anderes ist die Überzeugung, dass Tumorerkrankungen durch „ungesunde Ernährung“ wenn nicht ausgelöst, so doch zumindest befördert werden. Auf Blutdruck und das Herz-Kreislaufsystem haben Obst und Gemüse zwar einen durchaus positiven Einfluss, doch der vermeintliche Krebsschutz ist eine Chimäre. Zwar wird von besorgten Ärzten und Institutionen immer wieder auf die angeblich schützende Wirkung von Pflanzenkost vor Tumorerkrankungen hingewiesen, doch die Beweislage ist mehr als dürftig. Trotz gewagter Hypothesen, warum die Vollwerternährung so außerordentlich gesund sein muß, fehlen wissenschaftliche Belege: Selbst ihre Befürworter waren bisher nicht in der Lage, den angeblichen Nutzen auch mit klinischen Studien zu untermauern. Ähnlich verhält es sich mit den Glaubenssätzen, die Nüsse zu wahrer Wundernahrung erklären und Salat (95% Wasser) als Gesundbrunnen preisen, genauso wie Chia, Goji und Quinoa, die bestimmt nicht schaden, aber keineswegs „Superfoods“ sind. Genauso wenig ist Honig gesünder als Zucker oder Eier schädlich, und glutenfreie Nahrung hilft nur denjenigen, die auch eine Intoleranz dagegen haben. Genauso fehlen Bewiese dafür, dass mäßiger Fleischkonsum der Gesundheit schadet. Dass oft ganz andere Ursachen für die Entstehung von Krankheiten verantwortlich sind, wie etwa Übergewicht, Rauchen und vor allem Bewegungsmangel, wird von den Gesundessern gerne ausgeblendet. Ihrer Meinung nach ist allein die Ernährung entscheidend.

Ein Gefühl des Auserwähltseins wie bei religiösen Eiferern
Daher sind Orthoretiker ständig auf der Suche nach noch gesünderen Ernährungsweisen und verschärfen ihre selbst aufgestellte Ernährungsregeln immer weiter. Darüber hinaus verbringen sie viel Zeit damit, sich gesunde Lebensmittel zu besorgen und zuzubereiten. Dabei scheint die Qualität der Lebensmittel den Gesundessern wichtiger als der Genuss oder die Quantität. Nahrung, die früher gerne verzehrt wurde, wird zunehmend geächtet, seit die „richtigen“ Lebensmittel entdeckt wurden. Ihr alleiniger Verzehr steigert das Selbstwertgefühl der Betroffenen und vermittelt ihnen Gefühle der vermeintlichen Sicherheit und Kontrolle sowie ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber denjenigen, die sich nicht gesund ernähren. Auch hierin ähnelt dieses Verhalten in frappierender Weise dem religiöser Eiferer, die glauben, in ihrer Erleuchtung einer mystischen Gnadenwahl teilhaftig geworden zu sein. Daher kasteien sie sich in besonderer Weise, um so auf ihre Mitmenschen hinabsehen zu können, die im Zustand dunkler Gottesferne dahinvegetieren. Entsprechend entwickeln sie wie religiöse Fanatiker einen ungeheuren Missionierungseifer und versuchen, andere von ihrem Essverhalten zu überzeugen bzw. in deren Tischsitten ungefragt hineinzureden. Es fehlt bei ihnen jede Einsicht, dass ihr eigenes Ernährungsverhalten krankhaft und schädigend sein könnte. Zu den negativen Folgeerscheinungen zählen zum Beispiel Mangelernährung, Zahnschäden, Inkaufnahme sozialer Ausgrenzung, zwanghaftes Verhalten und ein teils dramatischer Gewichtsverlust. Die Gewichtsabnahme ist aber anders als bei den üblichen Diäten überhaupt nicht das Ziel, sondern ein Nebeneffekt, der durch die Angst vor Krankheit infolge ungesunder Ernährung zustande kommt.

Askese und Schuldgefühle
Anders als bei den bekannten Essstörungen, etwa der Anorexie mit dem Ziel der ständigen Gewichtsabnahme, geht es bei der Orthorexie nicht um die Menge der Nahrung, sondern um den Gesundheitsfaktor. Doch wer sich immer mehr Lebensmittel selbst verbietet, nimmt schnell und oft dramatisch ab, und dies aus zwei Gründen: Erstens kommt immer weniger Nahrung überhaupt noch in Frage und zweitens spielt der Genuss kaum noch eine Rolle, weil Essen an sich mit Sünde in Verbindung gebracht wird: Dem Körper werde mit jedem Bissen einer wohlschmeckenden Nahrung Gift und Krankheit zugeführt. Auch das klingt ganz nach den Entsagungsübungen religiöser Fanatiker in vergangenen Zeiten, die nur dadurch gottgefällig zu sein glaubten, indem sie den sündhaften Körper durch strengste Askese züchtigten. Heutzutage kann man das einst Religiöse ohne weiteres durch den neuen Glauben an die Gesundheit ersetzen. Ein Bewusstsein sündhaften Handelns tritt wie einst bei Übertretung religiöser Gebote dann auf, wenn Orthoretiker etwa nach dem – womöglich unabsichtlichen- Verzehr „ungesunder“ Lebensmittel sofort von starken Schuldgefühlen geplagt werden. Die selbst gewählte, gesunde Ernährung hingegen löst Glücksgefühle aus und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Doch all das hat einen hohen Preis.

Soziale Isolation mit schwerwiegenden Folgen
Die Ablehnung, die ihnen von Freunden und Familie entgegenschlägt, bestärkt Gesundesser indes in ihrer trotzigen Rolle des verkannten Rufers in der Wüste, der die Uneinsichtigen vor dem drohend Untergang gewarnt hat. So wird es langsamer immer einsamer um sie und in ihnen. Als soziale Wesen ist für uns Menschen die gemeinsame Mahlzeit eine der wichtigsten Ausdrucksformen für das Wohlbefinden in trauter Runde. Wir treffen uns zu Hause und Restaurants, genießen entspannte Gespräche bei Pasta, Pizza und Rotwein. Wer krankhaft auf seine Ernährung fixiert ist, verliert hier schnell den Anschluss. Zwar kann man heute überall in der Gastronomie und auch privat etwa vegane Gerichte ohne großen Aufwand für einzelne Gäste auf den Tisch zaubern. Doch für die Gesundesser ist das wahre Problem, Zeuge beim verwerflichen Tun ihrer Mitmenschen zu werden, die in ketzerischer Weise ungesunden Fraß in sich hineinstopfen und das offensichtlich noch mit großem Genuss. Miesepetriges Schlechtreden und Missionieren trifft im Freundeskreis zumeist auf wenig Gegenliebe. Daher meiden Orthoretiker Treffen und Einladungen immer häufiger, schließlich ganz. Am Ende haben sie oft keine oder nur sehr wenige sozialen Kontakte mehr, im besten Falle noch zu anderen Glaubensbrüdern und -schwestern. Die Gefahr groß ist, dass sie sich gegenseitig auf immer extremere Positionen hochschaukeln. Die Folgen können fatal sein.

Empfehlenswert:
(Quelle: PubMed (englischsprachig)
(Quelle: Ärzteblatt)
(Quelle: Ärzte.de)
(Quelle:Spektrum)
(Quelle:Uni.de)

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