You must sleep some time between lunch and dinner , and no half-way measures. Take off your clothes and get into bed. That’s what I always do.
(Sie müssen zwischen Mittag- und Abendessen eine Zeitlang schlafen und dürfen dabei keine halben Sachen machen. Ziehen Sie die Kleider aus und gehen Sie ins Bett. Das mache ich jedenfalls immer so.)
Winston Churchill, Never Despair 1945-65

Also auch Churchill pflegte die mittägliche Siesta zu halten. Womöglich gehört sie mittlerweile aber zu den bedrohten Kulturgütern, da Leistungsbereitschaft im Achtstundentag volle Konzentration erfordert, auch im sonnigen Süden. Allerdings gibt es hier und da auch im arbeitswütigen Mittel- und Nordeuropa bescheidene Versuche, den Mitarbeitern eine halbe Stunde auf der Matte zu gönnen, da bei den Allermeisten von uns das Leistungstief des Tages eben um die Mittagszeit erreicht ist. Sogar in den Chefetagen wird hier und da ein Schläfchen gehalten, natürlich ganz im Stil der neuen Zeit zum „Power-Napping“ aufgepeppt.

Mittags lauerten stets Gefahren
Im alten Volksglauben galt der Mittag als gefährliche Zeit, weil böse Geister dann besonders gern ihr Unwesen trieben. Aus diesem Grunde sollte man den Friedhof nicht betreten und die Kirchen wurden über Mittag verschlossen, wie das bis heute noch in Italien geschieht. Besonders vor dem Mittagsdämon musste man sich hüten. Diese Vorstellung ging auf das 3.Jahrhundert zurück, als eine Textstelle im Psalm 91, 6 in der griechischen Version als Mittagsdämon („daimonion mesembrinon“) übersetzt wurde. Daher galt es auch als gefährlich, mittags und insbesondere im Freien ungeschützt unter der Sonne zu schlafen. Womöglich haben diese alten Anschauungen zur Geringschätzung des Mittagsschlafes beigetragen. Noch größeren Einfluss auf die Verachtung der mittäglichen Ruhephase dürfte allerdings die Vergötzung der Arbeit zum alleinigen Lebenszweck im protestantischen Arbeitsethos in Mittel- und Nordeuropa gehabt haben. Schlafen wird da als Zeichen der Faulheit empfunden – und die gehörte schon in der katholischen Kirche zu den Sieben Todsünden.

Die Siesta als Kulturgut des Südens
Daher wird trotz aller bescheidener Versuche, die Siesta aufzuwerten, ein mittägliches Dösen, gar ein Nickerchen, eher mit Spott bedacht. Man tut ja schließlich nichts Produktives. Das Smartphone könnte klingeln oder man verpasst sonst ein wichtiges Ereignis. Anders sieht es aus, wenn man zu den höheren Semestern gehört und sich aus dem Rhythmus des gewohnten Arbeitstags ausklinken konnte. Daher kann die Mehrheit der Generation 60 Plus die Gelegenheit nutzen, den im Vergleich mit jüngeren Jahren meist kürzeren Nachtschlaf durch die halbe Stunde oder auch länger zu ergänzen. Die Siesta als Kulturgut gehört zum Süden, darum findet man Publikationen zum Thema in spanischen, italienischen und französischen Medien, im deutschsprachigen Raum eher weniger.

Eine Studie aus China
Immerhin wird man beim Ärzteblatt wie so oft schnell fündig: In China stellte man eine Untersuchung an, an der über 2200 Probanden teilnahmen, die mindestens 60 Jahre alt sein mussten. Der Fairness halber muss man erwähnen, dass es eine Beobachtungsstudie war, die weniger aussagekräftig ist, da das Ursache-Wirkungsverhältnis nicht hinreichend geklärt ist. Der Großteil der Teilnehmer hielt einen Mittagsschlaf, zwischen nur 1x pro Woche bis täglich. Danach fanden Gesundheitsuntersuchungen und mentale Tests statt, einschließlich des Mini Mental State Exams (MMSE). Dies ist eine weitverbreitete Testmethode, mit der kognitive Leistungen bei älteren Menschen eingestuft werden, so etwa Orientierung, Aufmerksamkeit und Erinnerungsvermögen. Es zeigte sich, dass die MMSE-Werte für die kognitive Leistungsfähigkeit bei den Mittagsschläfern deutlich höher waren als bei denjenigen, die keinen Mittagsschlaf hielten. „Es gab signifikante Unterschiede bei der Ortsaufmerksamkeit, der verbalen Gewandtheit und dem Gedächtnis“, berichten die Forscher.“
(Quelle: Ärzteblatt)

Positive Ergebnisse für die Mittagsschläfer
Was man im Süden schon immer wusste: Die mittägliche Siesta ein wahrer Jungbrunnen, die den Geist stärkt und erfrischt- wenn man denn so getaktet ist. Wer sich aufs Sofa legt und sich sagt, man müsse nun einen Mittagsschlaf halten, weil es ja so gesund sei, wird sicher wenig Vergnügen dabei finden. Laut einer Kohortenstudie aus der Schweiz sei ein gelegentliches Nickerchen mit geringeren kardialen Risiken verbunden als den ganzen Tag ohne eine tiefenentspannte Pause nur zu malochen. Probanden, die regelmäßig eine Siesta hielten, trugen ein deutlich geringeres kardiovaskuläres Risiko als die Nichtschläfer. Der Wermutstropfen: bei den Dauerschnarchern, die jeden Tag gegen Mittag wegtraten, sei das Risiko aber wieder erhöht gewesen. Und schon hebt jemand den belehrenden Zeigefinder: Angeblich soll nur eine gelegentliche Siesta, höchstens zweimal pro Woche, förderlich sein. Wenn allerdings Risikofaktoren wie Rauchen, Alter, Gewicht usw. herausgerechnet wurden, glätteten sich die Wogen wieder: „Bei Teilnehmern, die 6- bis 7-mal pro Woche nachmittags schliefen, fand sich zunächst ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. In adjustierten Modellen war diese Erhöhung allerdings nicht mehr nachweisbar.“ Also doch Entwarnung. Es scheint so, dass der Mittagsschlaf, der vor allem unter Älteren sehr beliebt ist, zu den gefahrlosen Genüssen des Lebens zu rechnen ist. Allerdings wurde einschränkend festgestellt, dass die Siesta unter einer Stunde liegen sollte, um den Tag-Nacht-Rhythmus nicht durcheinanderzubringen.
(Quelle: Ärzteblatt)

Verschiedene Arten der Siesta
Weniger wichtig als die Dauer der Siesta scheint indes die Art des Mittagsschlafs zu sein. Man kann drei Formen des mittäglichen Abschnarchens unterscheiden: iefe
Die Mini-Siesta („La micro-sieste“), die zwar keine tiefen Schlaf erlaubt, gleichwohl erfrischend und stärkend ist, schon kurzes Einnicken ist erholsam. („Somnoler est déjà réparateur!“)
Die Erholungs-Siesta („La sieste de récupération“) von 20-30 Minuten, die einen Schlafzyklus in Kurzform erlaubt. Allerdings muss man scherstellen, nicht zu lange zu einzunicken, um den Nachtschlaf nicht zu beeinflussen. Ein Wecker ist daher zu empfehlen!
Die Ausgleichs-Siesta („La sieste compensatrice“), die einen kompletten Schlafzyklus darstellt und so verkürzten bzw. fehlenden Nachtschlaf nachholt.
(Quelle:Santemagazine)

Die heilsamen Wirkungen der Siesta sind unbestreitbar
Ob man sich nun den Wecker stellen sollte, um ja nur nichts verkehrt zu machen, sei jedem einzelnen überlassen. Schließlich lautet die Frage doch: Lebensgenuss oder doch das Risiko des Herzkaspers, der sein Gastspiel früher als erwartet geben könnte, wenn man „zuviel“ schläft, wie immer wieder behauptet. Wie so oft sind die Meinungen geteilt. Gleichwohl scheint doch die positive Einschätzung des Mittagsschlafes bei weitem zu überwiegen. Wahrscheinlich wundert es niemanden, wenn gerade in spanischen Publikationen die heilsame Wirkung der Siesta hervorgehoben wird. In dem umfangreichen Artikel „Motivos (scientíficos) para dormir la siesta“ ((Wissenschaftliche) Gründe, eine Siesta zu halten) erfährt man, dass die Siesta das Denkvermögen unterstützt (wie in der Chinastudie), uns positiver in die Welt schauen lässt und das Herz-Kreislauf-sowie das Immunsystem stärkt. Unser Körper verlangt geradezu nach einer Auszeit, da unser Nervensystem nach einer Erholungsphase ruft, sobald ein Eiweiß namens Orexin in den Nervenzellen freigesetzt wird, das schläfrig macht. Sicherlich überraschend ist die Erkenntnis, dass der Mittagsschlaf auch vor Obesität schützen soll, („Dormir la siesta reduce el riesgo de obesidad“ – die Siesta senkt das Risiko der Fettleibigkeit), da diese in vielen Studien mit Schlafmangel in Verbindung gebracht werde und das Nickerchen für zusätzliche, erholsame Schlafzeiten sorge. (Quelle: Muyinteresante)
(Quelle: BBC.spanisch)

Erholsam für Körper und Geist
Eher praktisch orientiert heißt es in dem Artikel „Dix conseils pour une bonne sieste réparatrice“ (Zehn Ratschläge für eine gute, erfrischende Siesta), der Mittagsschlaf solle nicht zu kurz sein, aber auch eine Stunde nicht überschreiten, was sich mit den obengenannten Studien deckt. Er sei nicht nur ein guter Ausgleich für nächtliche Schlafstörungen, wie sie im Alter öfter vorkommen, sondern auch sonst durchaus gesundheitsfördernd, da er Stress abbauen helfe. Außerdem wirke er beruhigend auf Blutdruck und Herzrhythmus, vermindere das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhe ganz allgemein Leistungsvermögen und. Kurz gesagt, lädt die Siesta die Batterien wieder auf, damit man nach dem Essen den Tagesablauf beschwingt fortsetzen könne. („Bref, la sieste recharge les batteries pour poursuivre la journée après le déjeuner.“) Um nicht den Rhythmus des Nachtschlafs zu stören, soll die Siesta nicht allzu lange ausgedehnt werden, also eine Stunde nicht überschreiten und möglichst vor 15.00 Uhr abgehalten werden. Eine feste Zeit ist ebenfalls förderlich: Man schläft dann sehr schnell ein, weil unser Oberstübchen entsprechend konditioniert wird. Dabei ist es nicht nötig, sich ins Bett zu legen, aber eine ruhige Ecke sollte es schon sein, zudem muss jegliches Störfeuer von Fernsehen, Smartphone o.ä. unbedingt ausgeschaltet sein. Alles, was einschnürt (Schuhe, enge Kleidung) sollte abgelegt werden und da die Körpertemperatur etwas sinkt, sollte man sich eine leichte Decke überwerfen. Sehr überraschend klingt für uns diese Empfehlung: Man möge seinen Kaffee oder Tee vor der Siesta zu sich nehmen, der Schlaf werde keinesfalls beeinträchtigt und beim Aufwachen sei der nötige Schub für neue Aktivitäten sofort da. („Buvez votre café (ou thé) avant la sieste. Il n’empêchera pas l’endormissement et la caféine (ou théine) apportera le coup de fouet recherché au réveil.“
(Quelle: Lalibre)

Was den erholsamen Mittagsschlaf fördert
Der Raum sollte abgedunkelt sein, falls nicht möglich, tut eine Schlafmaske gute Dienste. Atemübungen aus Yoga helfen oft beim Einschlafen und nach dem Aufwachen heißt, langsam wieder in die Gänge zu kommen und nicht mit einem Satz vom Sofa zu schießen. Und ein letzter Hinweis, der womöglich gerade im deutschsprachigen Kulturkreis besonders angebracht scheint: Weg mit etwaigen Schuldgefühlen! Ein Mittagsschlaf hat nichts mit Faulenzerei zu tun, im Gegenteil, er sorgt für neue Kräfte, um sich dem verbleibenden Tagwerk konzentriert und mit Tatkraft widmen zu können! Unsere Vergötzung von Arbeit und Leistung hat dazu geführt, dass wir die kreative Kraft der inneren Sammlung mit Nichtstun gleichsetzen und uns verschämt rechtfertigen, wenn wir uns „erwischt“ wähnen.

Die Kraftquelle bekennender Langschläfer
Genau darauf nimmt der spanische Autor Jorge Carrión in seinem Aufsatz „La siesta creativa“ Bezug: auf das sich mittlerweile auch in den romanischen Ländern verbreitende schlechte Gewissen, als Nichtsnutz angesehen zu werden. Carrión indes steht zu seiner „Schwäche“. Ein Buch von Miquel Ángel Hernández liefert ihm den theoretischen Unterbau für seinen Hang zur Siesta, die er seit langem praktiziert. Nun findet er sich in der illustren Gesellschaft von Tagschläfern wieder, wie Napoleon, Churchill, Cela (ein Klassiker der modernen Literatur Spaniens, s.u.) oder Thatcher. Mehr noch: viele große Erkenntnisse der Menschheit wurden sozusagen „im Schlaf“ gewonnen: Das archimedische Prinzip, Newtons Gravitationsgesetz und Einsteins Relativitätstheorie wurden jeweils nach Träumen geboren. („El principio de Arquímedes, la ley de la gravedad de Newton y la teoría de la relatividad de Einstein nacieron tras sendos sueños“). Carrión stellt sich also die Frage, ob das Geheimnis seiner eigenen Schaffenskraft nicht auch zum guten Teil in dieser Gewohnheit liege, die er zeit seines Lebens mit Hingabe gepflegt habe („¿Podría ser la siesta que he dormido durante la mayor parte de los días de mi vida?“). Nicht unbedingt nur im Bett, auch in Parks, am Strand, in Hotels, auf Reisen, beim Lesen und Nachdenken kann man wegdämmern oder vom vollen Magen in den Schlaf gewiegt werden. Diese Stunde, oder anderthalb, am Wochenende womöglich mehr,ist reine Ruhe, unproduktiv und faul, wohltuend und abstrakt (im Sinne des lateinischen abstractus, „weggezogen“ von der Realität der Wachwelt). Was sie bewirkt ist auch, dass die Tage sich durch diese Schlafpause verdoppeln und die sogenannte Inspiration, die am Morgen vielleicht durch Emails, den lästigen Papierkram oder Lektüre weggedrückt wurde, nach der Siesta am Nachmittag eine zweite Chance bekommt und sich dann gegen Abend entfaltet.
(Quelle: Lavanguardia)

Fazit
Für uns alle wäre ein Mittagsschlaf wünschenswert. Leider ist dies aus beruflichen Gründen und anderen Verpflichtungen meist nicht möglich. Immerhin bestehen am Wochenende gute Möglichkeiten dazu. Für die Generation 60 Plus sieht das schon anders aus: die meisten sind im Ruhestand und können sich diesen Luxus leisten. Die positiven Auswirkungen sind vielfältig, und jeder kann sich seinen Siesta so gestalten, wie er möchte. Man muss es ja nicht gerade mit Camilo José Cela halten, dem Träger des Nobelpreises für Literatur, für den zur täglichen Siesta drei Dinge gehörten: der Pyjama, der Nachttopf unterm Bett und das Vaterunser.

Bitte beachten:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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